Für gute Analytiker!

Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?

 

 

Für gute Analytiker:
Wer sitzt auf dem Stuhl Petri? (8)

Ein Nachschlagewerk für Sie zum Sammeln
 

Inhalt:

„Ärger konnten die Pfaffen die christliche Religion nicht verhöhnen als durch diesen Heiligendienst.“

Auch die „heilige Dreifaltigkeit“ – keine Erfindung des Stuhles Petri

Wohin lenkt der „unfehlbare“ Papst, der auf dem Stuhl Petri thront?
Grausame Massenmorde nach Folterungen in Argentinien 1983 (!) mit Wissen und auf Anregung der Kirche

Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II.: Man wartet noch auf das erforderliche „Wunder“

Warum muß ein verstorbener „heiliger“ Vater noch heiliggesprochen werden?

„Wundersame“ Kontinuität bei der Papstwahl

Der Name „Benedikt“ – Zufall oder „Kontinuität“?

Die Verbrecherkaskade durch die Jahrhunderte: Abkömmlinge von Abkömmlingen von Abkömmlingen

„Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr retten, sondern nur noch sich selbst und andere vor ihr.“

Gott-Vater 1997: „Wisset ihr nicht, daß im Reich des Inneren keine Heiligen existieren ...?“

 

Unsere Sendereihe „Für gute Analytiker – Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“ hat weltweit Aufsehen erregt. Wir haben unzählige Tatsachen über den Stuhl Petri aufgedeckt und die Beweise dazu geliefert. Viele Hörer sind aufgeschreckt und empört über die Brutalität und Unverfrorenheit, mit der die heidnische Priesterkaste den Namen des Jesus, des Christus, mißbraucht. Sehr viele Hörer und Hörerinnen stellen uns in ihren Zuschriften aber auch weitere interessante Fragen. Einige davon wollen wir in unserer heutigen Sendung beantworten.

„Ärger konnten die Pfaffen die christliche Religion
nicht verhöhnen als durch diesen Heiligendienst.“

Die erste Frage:
„Sie haben gesagt, daß die ersten Christen keine Heiligenverehrung kannten. Wie ist dieser heidnische Brauch dann in das Christentum hineingeraten?“

Antwort: Die ersten Christen haben sich nur in Dankbarkeit erinnert, z.B. an die Märtyrer, die für den Glauben an den lebendigen Christus in den Tod gegangen waren, doch sie verehrten diese Menschen nicht. Sie wußten ja, daß Christus mit Seiner Kraft in jedem Menschen lebt und daß es von daher keinen Sinn hat, sich auf Menschen auszurichten; man soll sich auf Christus ausrichten. Aus dieser Erinnerung wurde aber dann später ein Kult. Das erste Anzeichen dafür finden wir im 2. Jahrhundert, als folgendes geschah: Die Christen in Smyrna holten die Gebeine des Märtyrers Polykarp aus der Asche des Scheiterhaufens heraus, auf dem sein Leichnam verbrannt worden war, und führten diese anschließend einer Verehrung zu. (Charles Panati, „Populäres Lexikon der religiösen Gegenstände und Gebräuche“, S. 261) So hielt das Heidentum Einzug. Zunächst handelte es sich dabei um einen Einzelfall, dem jedoch weitere Begebenheiten ähnlicher Art folgten. Im 4. Jahrhundert war dann die Verehrung von sogenannten „Heiligen“ weit verbreitet. (Hans-Jürgen Wolf, „Sünden der Kirche“, S. 659)
An dieser Stelle ein Auszug aus dem „Pfaffenspiegel“ von Otto von Corvin, einem Buch, das bereits im Jahre 1845 erschien. Er schreibt: „Die Christen der ersten Jahrhunderte wußten von Heiligen nichts. Sie verehrten allerdings die Märtyrer oder Blutzeugen, welche ihres Glaubens wegen hingerichtet wurden. Sie erwähnten dieselben in ihren Versammlungen und stellten sie der Gemeinde als Muster hin; und das war sehr natürlich und durchaus zu billigen. Erst als Konstantin zum Christentum übertrat und viele der heidnischen Gebräuche in die christlichen Kirche übergingen, kam auch der Heiligendienst in Aufnahme. Die Heiden waren gewohnt, ihren Heroen zu opfern, die christlichen Priester trugen diesen Gebrauch auf ihre Glaubensheroen über.
Solange jeder Mensch Gott gleich nahe zu stehen glaubte, mußte der Heiligendienst als Unsinn betrachtet werden. Als jedoch die Pfaffen sich als Mäkler zwischen Gott und den übrigen Menschen hinstellten, war der Schritt zu dem unsinnigen Glauben nicht weit, daß die Heiligen im Himmel gleichsam wie Minister und Kammerherren den Hofstaat Gottes bildeten und daß, wer bei seiner himmlischen Majestät etwas durchsetzen wollte, nur diese durch Gebete und Opfer zu bestechen brauchte.
Ärger konnten die Pfaffen die christliche Religion nicht verhöhnen als durch diesen Heiligendienst.“


Daran schließt die nächste Frage eines unserer Zuhörer an:
„Sie haben angedeutet, daß die Heiligen der Kirche in vielen Fällen direkt aus dem Heidentum übernommen wurden. Können Sie dafür Beispiele benennen?“

Antwort: Es gibt einige Beispiele. Karlheinz Deschner führt in seinem Buch „Abermals krähte der Hahn“ (Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 353) einige solcher Heiligen an. Z.B. ist der griechische Gott Apollo als „Sankt Ephebus“ in die Kirche eingegangen. Apollo hatte nämlich den Beinamen Ephoibios; daraus wurde der „heilige Ephebus“. Der Gott Dionysos der Griechen hatte den Beinamen Eleutherios (der Erlöser), und dieser wurde ebenfalls verwendet: als „Sankt Eleutherius“. Sogar der Göttervater Zeus fand in den katholischen Heiligenhimmel Aufnahme: Er hatte den Beinamen Nikephoros, und daraus wurde „Sankt Nikephorus“.
Die griechischen Götter sind also zum Teil direkt in „Heilige“ umfunktioniert worden. Es gibt noch weitere Beispiele, und zwar die beiden griechischen Halbgötter Castor und Pollux. Auch diese wurden aufgenommen. Zwar wurden die Namen geändert – aus ihnen wurde „Kosmas“ und „Damian“ –, aber die Wirkungsstätten dieser Heiligen sind die gleichen; sie werden an denselben Orten verehrt wie zuvor die griechischen Götter, jetzt unter kirchlichem Vorzeichen. Und man sprach ihnen auch ähnliche Wunder zu, meist, daß sie Heilungen bewirken konnten. Man veranstaltete dort auch ähnliche Rituale, zündete Kerzen an, stellte Statuen auf und verkaufte kleine Tongefäße für Öl. (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Bd. 3, S. 323 ff) In der Zeit, als es noch heidnische Kulte gab, stellten Firmen diese Tongefäße für heidnische Kulte her – und gleichzeitig für die Kirche. (Karlheinz Deschner, „Abermals krähte der Hahn“, S. 354)
Wir sehen, hier ist ein ganz direkter Zusammenhang vorhanden. Karlheinz Deschner schreibt in seiner „Kriminalgeschichte des Christentums“ dazu: „Nur wenige Kirchen stehen irgendwo auf Erden, wo nicht zuvor ein Heidentempel stand.“ (Karlheinz Deschner, „Kriminalgeschichte des Christentums“, Bd. 3, S. 324) Es geht so weit, daß auch die Feste übernommen wurden. Der Kirchenkalender nennt z.B. das Fest „Maria Lichtmeß“ am 2. Februar; das entspricht genau dem Datum des Festes der griechischen Göttin „Demeter“. Maria Himmelfahrt wird am 15. August gefeiert; das war ursprünglich der Tag eines Festes der Göttin Diana. Diana war ja eine Muttergöttin, die dann direkt in die Muttergöttin Maria überging.
Es gibt im Fränkischen den Brauch, im August sogenannte „Würzbüschel“ anzufertigen: Man sammelt bestimmte Kräuter, bindet sie zusammen und bringt sie in die Kirche. Dies war ursprünglich ein germanischer Brauch zu Ehren der Liebesgöttin Freya. Das weiß heute kaum jemand mehr, sondern man sagt, es sei eine kirchliche Tradition zu Ehren der „heiligen Maria“.
Sogar „Weihnachten“ ist einst das Fest des Sonnengottes des Mithraskultes gewesen. Der 24. Dezember ist eindeutig ein Datum, zu dem im Mithraskult – aber auch in anderen Kulten, in Ägypten z.B. – große Feste gefeiert wurden.

Eine weitere Frage geht in dieselbe Richtung:
„Welche Götter oder Götzen aus dem Heidentum entsprechen den heutigen Heiligen?“

Antwort: Viele Menschen, die einer heidnischen Religion angehörten, die von kirchlichen Missionaren bekehrt – zum Teil vielleicht zwangsbekehrt – wurden, weigerten sich, sich von ihren Göttern zu trennen, es sei denn, sie konnten einen befriedigenden Ersatz im römischen „Christentum“ finden. So wurden die Götter und Göttinnen umbenannt zu Heiligen. Der Heiligenkult von heute entspricht somit dem Götterkult von damals.

Wir haben es also mit einem Götzendienst zu tun. Als das Heidentum mit dem Christentum vermischt wurde und die Kirche heidnische Götter zu „Heiligen“ werden ließ, versah man diese einfach mit ähnlich klingenden Namen. Da gab es u.a. die Göttin Viktoria, die im französischen Alpenvorland angebetet wurde – nun heißt sie „St. Victoire“. Der heidnische Gott Cheron wurde in „Sankt Ceranos“ umbenannt. Die Göttin Brighit, die als die Tochter des Sonnengottes angebetet und mit einem Kind in ihren Armen dargestellt wurde, hätte sich eigentlich als Vorbild für Maria geeignet, doch dazu hatte man schon die Diana auserkoren. Die Göttin Brighit wurde dann zur „heiligen Brigitte“.
In heidnischen Zeiten dienten in ihrem Haupttempel bei Kildare in Irland sogenannte Vestalinnen; sie waren die Priesterinnen in diesem Tempel, die die heiligen Feuer hüteten. Später wurde ihr Tempel kurzerhand in ein Kloster umgewandelt, und die Vestalinnen wurden zu Nonnen. Sie fuhren fort, das rituelle Feuer zu hüten, nur wurde es nun das Feuer der „heiligen Brigitte“ genannt. Auf ähnliche Weise wurde noch viel Heidnisches in Katholisches umgewandelt. Christlich ist es dadurch nicht geworden. Was heidnisch war, bleibt heidnisch, auch wenn es jetzt katholisch genannt wird. Christlich jedenfalls ist es nicht.
Es geht sogar so weit, daß im Jahr 610 der damalige Papst Bonifaz IV. das Pantheon, ein Heiligtum für alle Götter des römischen Reiches, zu einer „christlichen“ Kirche machte, und bei dieser Gelegenheit führte der Papst dann gleich das Fest „Allerheiligen“ ein. Also auch hier eine direkte Übernahme dieser Sammlung aller Götter in das Fest Allerheiligen und mit den Weihen dieser Kirche.

Diese wenigen Beispiele zeigen: Aus den Götzengöttern hat der Stuhl Petri die Heiligen gemacht. Wie vereinbart sich das mit dem Gebot „Du sollst keine fremden Götter neben Mir haben“, das Gott durch Mose gab? Es ist das krasse Gegenteil! Es ist schlichtweg eine unglaubliche Verhöhnung dieses Gebotes.
So mancher, der davon bisher nichts wußte, ist empört, daß man für diese miserablen Zwecke den großen Lehrer, den Liebe- und Friedenslehrer, Jesus, den Christus, vor diesen heidnischen Karren spannt.

Auch die „heilige Dreifaltigkeit“ –
keine Erfindung des Stuhles Petri

Eine Frage, die uns erreichte, lautet wie folgt:
„Es ging in eurer letzten Sendung ja um die Heiligen. Dabei mußte ich an die heilige Dreifaltigkeit denken, die es sowohl in der katholischen wie auch in der lutherischen Kirche gibt. Woher kommt die ‚heilige Dreifaltigkeit’?“

Antwort: Auch bei der „heiligen Dreifaltigkeit“ handelt es sich nicht um eine Erfindung der katholischen Kirche. Bereits bei den Sumerern, also ca. 3000 Jahre vor Christus, wurde eine Dreifaltigkeit angebetet. Es waren die Götter An, Enki und Enlil, die dabei verehrt wurden. In diesem Zusammenhang versteht man auch besser, warum Gott durch Mose so ausdrücklich darauf hinwies, daß es nur einen Gott gibt. Es hatte schon seinen Grund, warum Gott so deutlich durch Mose sagte: „Ich Bin der Herr, dein Gott, du sollst keine anderen Götter haben neben Mir.“
Zu jener Zeit gab es ca. 3000 Götter. Sie alle hatten jeweils ihre speziellen Zuordnungen. Da gab es eine Liebes- und Muttergöttin, einen Wettergott, einen Baumeistergott, eine Getreidegöttin, einen Gott der Tiere und viele andere mehr. Hier ist eine ähnliche Aufgabenverteilung zu erkennen, wie man sie heute in der katholischen Kirche bei den sogenannten Heiligen findet.
Ganz klar ist festzustellen: Die Heiligen der katholischen Kirche haben ihren Ursprung im Heidentum.
Z.B. war die germanische Göttin Frik die Göttin der Fruchtbarkeit – in der katholischen Kirche hat man für die Fruchtbarkeit eine Heilige: Marina von Antiochien. Gefion ist in der germanischen Mythologie die Göttin der Familie und des Glücks. Heute ist für die Familie der heilige Josef zuständig, wie einer katholischen Aufstellung zu entnehmen ist. Auch gab es Schutzgöttinnen für Heilkundige in der ägyptischen Mythologie, z.B. Serket. Entsprechend dazu gibt es im Katholizismus die Heiligen für Heilkundige und Ärzte: den heiligen Blasius, Cyrus, Kosmas und Lukas. Diese Aufzählung ließe sich schier endlos fortsetzen.

Weil wir von Göttern und auch Göttinnen gesprochen haben, sollten wir vielleicht noch einmal auf eine Frage eingehen, die immer wieder an uns herangetragen wird und die folgendermaßen lautet:
„Ihr habt von den Heiligen gesprochen. Maria wird ja auch als Heilige verehrt. Hat Jesus das gelehrt?“

Antwort: Schon in früheren Sendungen wurde darauf hingewiesen, daß Jesus Seine Mutter Maria nicht als Heilige verehrt und auch nichts dergleichen gelehrt hat. Recht deutlich beschreibt es August Bebel in seinem Buch „Die Frau und der Sozialismus“: „Indem die katholische Kirche den Marienkultus einführte, setzte sie mit kluger Berechnung denselben anstelle des Kultus der heidnischen Göttinnen, der bei allen Völkern, über die das Christentum sich damals ausbreitete, vorhanden war. Maria trat an die Stelle der Kybele, Mylitta, Aphrodite, Venus, Ceres usw. der südlichen Völker, an die Stelle der Freia, Frigga usw. der germanischen Völker. Sie wurde nur christlich-spiritualistisch idealisiert.“
Wirft man einen Blick in die Bibel, so findet man darin bei Lukas 11, 27-28 eine klare Aussage. In der Situation, von der dort berichtet wird, spricht Jesus zu den Menschen. Als nun eine Frau aus der Menge Ihm zurief: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat“, erwidert Jesus: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen.“
Diese Antwort war sicher ganz im Sinne von Maria, denn sie war eine schlichte und einfache Frau und hätte niemals einem Kult um ihre Person zugestimmt, wie er heute in der Kirche betrieben wird.

Nach der Kirchenlehre soll man ja zu Heiligen beten, und es ist vorstellbar, daß viele Menschen die sogenannten Heiligen anrufen. Betrachten wir jedoch die heutige Welt, so erhebt sich die Frage: Haben die Heiligen überhaupt Zugang zu Gott? Der Zustand unserer Welt spricht ganz vom Gegenteil.
Manch einer meint dazu, daß da offenbar ein Kommunikationsproblem bestehe. Denn tatsächlich, wenn man bedenkt, wie viele Menschen vermutlich die Heiligen anbeten, um sich vor Überschwemmungen zu schützen, vor Dürrekatastrophen, vor Stürmen, dann kommt es einem doch befremdlich vor, daß vom Wirken der Heiligen so herzlich wenig zu merken ist. Denn auf unserer Erde sieht es, wie jeder weiß, katastrophal aus.
Auch zur Abwehr von Krankheiten werden die Heiligen angerufen, und diesbezüglich ist es ebenfalls in unserer Welt nicht besser geworden, sondern im Gegenteil, schlimmer. Der Heilige mit der Kompetenz für Tierseuchen ist Bernhard von Clairvaux. Aber ein Blick in die Welt zeigt: Die Tierseuchen nehmen zu. Auch wenn wer weiß wie viele zu ihm beten, daß er etwas dagegen unternimmt – es scheint irgendwie nicht zu funktionieren. – Es ist eventuell eine Überlegung wert, was denn da abläuft, das „funktioniert“ ...

Wohin lenkt der „unfehlbare“ Papst, der auf dem Stuhl Petri thront?
Grausame Massenmorde nach Folterungen in Argentinien 1983 (!)
mit Wissen und auf Anregung der Kirche

Die Frage eines anderen Hörers:
„Ihr habt in euren Sendungen nun schon mehrfach davon gesprochen, daß sich der Papst als »der Lenker des Erdkreises« bezeichnen läßt, obwohl er die Welt bislang wirklich nur ins Chaos gelenkt hat. Doch woher kommt dieser Begriff?“

Antwort: Es macht schon stutzig: Die Heiligen nützen wenig, der „Lenker des Erdkreises“ bringt nichts zuwege – woran liegt das? Man kommt schlußendlich immer wieder zu dem Ergebnis: Das einzige Gebet, das etwas bringt, ist das Gebet zu Gott, unserem Vater, das man zum Tatgebet werden läßt. Denn gleich, ob man zu den Göttern betet oder zu deren Abkömmlingen, den Heiligen, oder zu einem Papst – sie alle können den Erdkreis nicht lenken.
Der Begriff „Lenker des Erdkreises“ stammt, wie fast alles in der katholischen Kirche, aus dem Heidentum. Den römischen Kaiser Augustus, der zur Zeit Jesu lebte, verehrte man schon zu Lebzeiten als „Lenker des Erdkreises“ und „Vater der Menschheit“. Nach seinem Tod im Jahre 14 n.Chr. wurde der damals mächtigste Mann der Welt per Senatsbeschluß zum Gott erhoben: „Divus Augustus“.
Erinnert das nicht irgendwie an die Heiligsprechungen in der katholischen Kirche? Eine Parallele findet man ebenfalls darin, daß auch Augustus ein nicht gerade heiliges Leben geführt hatte; er setzte seinen Willen mit Kriegen durch, war aber gleichzeitig „ein genialer Schauspieler, der seine Rolle als gerechter und tugendhafter Herrscher perfekt in Szene setzte. Ein kühler Stratege, der Familie, Freunde und den Dienst an den Göttern nur als probates Mittel einsetzte, um politische Ziele zu erreichen. Ein Meister der Selbstvermarktung, der seine Taten in Stein verewigen und im ganzen Reich verkünden ließ.“ So drückte es eine Dokumentation des ZDF vom 7.1.2004 aus.
Die Parallelen zum heutigen Papsttum sind unübersehbar. Damals brachte Augustus durch seine Kriege nichts Positives in die Welt. Er lenkte den Weltkreis nicht zum Guten, und das heutige Papsttum tut es ebensowenig.
Wie absolutistisch das Papsttum ist, zeigt z.B. ein Zitat von Gregor VII., der in seiner Dictatus papae erklärte: „Niemand auf Erden kann über den Papst urteilen. Die Römische Kirche hat nie geirrt und kann bis zum Ende der Zeiten nie irren. Allein der Papst kann Bischöfe absetzen ... Er kann Kaiser und Könige absetzen und ihre Untertanen von der Gefolgschaft dispensieren. Alle Fürsten müssen ihm die Füße küssen ... Ein rechtmäßig gewählter Papst ist ohne Frage ein Heiliger durch die Verdienste Petri.“ (Hubertus Mynarek, „Die neue Inquisition. Sektenjagd in Deutschland“, 1999, Verlag Das Weiße Pferd, S. 92/93) – Was ist das anderes als Diktatur pur! Und es ist zugleich heute ein „unfehlbarer Lehrsatz“, ja ein Gesetz der katholischen Kirche, daß niemand über den Papst zu Gericht sitzen darf. Das hat die Kirche so in ihr Lehrwerk übernommen. (Codex Iuris Canonici, Can. 1404)
Demnach darf man also mit Fug und Recht die Frage stellen: Wohin lenkt uns der „unfehlbare Papst“, der auf dem Stuhl Petri thront?
Vielleicht kann zu dieser Frage ein Sachverhalt Antwort geben, auf den ein Hörer in einem Brief hingewiesen hat. Er schreibt uns, er habe vor einiger Zeit im deutschen Fernsehen im „heute-journal“ um 21.45 Uhr eine Sendung gesehen. Darin wurde berichtet, daß während der Militär-Diktatur in Argentinien von 1976 bis 1983 Menschen nicht nur gefoltert wurden, sondern man habe sie anschließend betäubt, in ein Flugzeug verladen und dann – buchstäblich! – mit dem Segen der Kirche aus den Flugzeugen ins Meer geworfen.
Eine Behauptung, die so unglaublich klingt, daß der Hörer uns fragt, ob das sein kann.
Leider ist es die Wahrheit. Das geht aus dem Mitschnitt einer Rundfunksendung hervor, Südwest-Rundfunk vom 14.6.2001, und zwar aus der Redaktion „Religion, Kirche und Gesellschaft“, einer Redaktion also, die sicher nicht übermäßig kirchenkritisch ist. In dieser Sendung wird berichtet, daß die Diktatur in Argentinien zwischen 1976 und 1983 von Anfang an von der katholischen Kirche unterstützt wurde. „Das weichenstellende Signal kommt von oberster Stelle. Adolfo Tortolo, Vorsitzender der Bischofskonferenz in Buenos Aires trifft sich am 23. März 1976 – einen Tag vor dem Militärputsch – mit den Juntachefs George Rafael Videla und Admiral Eduardo Masera.“
Erzbischof Tortolo forderte dazu auf, „mit der neuen Militärregierung zusammenzuarbeiten“. Somit fühlte sich die Junta von der Kirche gestützt. Der argentinische Militärbischof Victorio Bonamin sagte bei einer öffentlichen Rede vor Generälen wörtlich: „Das Militär ist gereinigt im Jordan voll Blut, um sich an die Spitze des ganzen Landes zu stellen. Wer weiß, ob Christus nicht eines Tages gewollt hätte, daß die Streitkräfte zusätzliche Funktionen übernehmen, die über ihre eigentliche Aufgabe hinausgehen.“
Derselbe Militärbischof sprach dann auch noch folgendes: „Der Kampf gegen die Guerilla ist ein Kampf für die Republik Argentinien, aber auch für ihre Altäre ... Dieser Kampf verteidigt die Moral, die Menschenwürde.“ – Es ist nicht zu fassen! Hier wird mit dem Begriff „Menschenwürde“ ein Vorgehen dreist zu rechtfertigen versucht, das die Menschenwürde auf unglaubliche Weise mit Füßen getreten hat!
Das war also im Jahr 1976. Ebenfalls von Militärbischof Bonamin stammt die Aussage: „Dieser Kampf ist schließlich ein Verteidigungskampf für Gott ... deshalb bitte ich um göttliche Unterstützung in diesem schmutzigen Krieg, in den wir hineingezogen sind.“
Eines der Opfer dieser Folterungen war der Filmemacher Alcides Chiesa, der sie überlebte. Er sagt in dieser Sendung: „Hätte die Kirche eine andere Haltung zur Militärdiktatur gehabt, wäre es nicht zur Militärdiktatur gekommen.“ Dazu ein Vertreter der Franziskanischen Missionszentrale in Bonn: „Die katholische Kirche hat zum Militärputsch angestachelt.“ Es ging so weit, daß in den Folterkellern Militärkapläne auftauchten. Eines der Folteropfer berichtet, daß der Militärkaplan nach der Folterung gesagt hat: „Eine Sünde ist Folter nur dann, wenn sie mehr als 48 Stunden dauert. Mein Kindchen, was willst du? Du kooperierst schließlich nicht mit den Autoritäten.“
Und bezüglich jener grausamen Hinrichtungen, bei denen man Menschen betäubt und ins Meer geworfen hat, wird in dieser Sendung die Aussage eines Menschenrechtlers von der Koalition gegen Straffreiheit aus Nürnberg – einer ökumenischen Organisation – gebracht: „Die Militärs haben die Leute von der Kirche gefragt, ob sie Gegner ermorden können. Bischöfe haben gesagt: »Die Ermordung in einem Militärgefecht ist nicht christlich. Besser machen Sie das so: Geben Sie eine Spritze mit Drogen den Gefangenen, und dann fliegen Sie übers Meer – Todesflug.«“
Es gibt einen Augenzeugen, einen Kronzeugen, der damals im Militär an dem Transport dieser Menschen beteiligt war. Er berichtete, daß nach diesen Tötungen – es wurden 1.500 bis 2.000 Menschen allein auf diese Weise liquidiert – Militärkapläne mit denen gesprochen haben, die diese Aktion durchgeführt hatten, um ihnen Trost zu spenden. Einer von ihnen sagte sinngemäß, es sei ein christlicher Tod, weil sie – die Opfer – „nicht leiden“. Er sagte, „daß Krieg Krieg sei und auch die Bibel sage, daß die Spreu vom Weizen getrennt werden muß“. („Die Woche“, 3.5.1995) Und daß auch in der Bibel stehe, daß „Auge mit Auge vergolten“ werden müsse. (Publik Forum, 12.5.1995)
Man sieht also: Die Kirche war ganz direkt in diese Dinge verwickelt, und möglicherweise stammt sogar die Anregung zu diesen Hinrichtungen von Kirchenvertretern.
Das Ganze spielte sich ja bis 1983 ab, ist also kaum mehr als 20 Jahre her, und es wurden unter diesem Militärregime insgesamt bis zu 30.000 Menschen umgebracht. Vielleicht ist dieser Fall wirklich eine Antwort auf die Frage, wie der Stuhl Petri den Erdkreis lenkt? Der Papst behauptet ja von sich, er sei der Lenker des Erdkreises, und aus dem soeben Ausgeführten geht hervor, wie er und seine unmittelbaren Untergebenen daran beteiligt waren, z.B. die Geschicke in Argentinien zu lenken. Ist das nicht ein eindrucksvolles Beispiel dafür, was unter „Lenker des Erdkreises“ zu verstehen ist? Und vergessen wir nicht: Die Grausamkeiten, deren wir genügend aus der Geschichte kennen – jene Millionen und Abermillionen von Toten, wenn ganze Völker ausgerottet wurden, von denen schon die Rede war –, diese Grausamkeiten, die der Stuhl Petri auf dem Gewissen hat, liegen nicht 2000 Jahre oder 1500 Jahre zurück, sondern sie sind aktuell. Es sind Ereignisse aus der jüngsten Vergangenheit.

Kommen wir in diesem Zusammenhang noch einmal auf einen weiteren Punkt zurück, der immer wieder in den Briefen angesprochen wird. Wir zitieren ja oft aus den Lehrvorschriften der katholischen Kirche bei Neuner-Roos. Vor einiger Zeit war davon die Rede, daß die Kirche alles „ausmerzen“ möchte, was ihr entgegensteht. Zur Erinnerung sei dieser Aspekt noch einmal aufgegriffen. Es heißt bei Neuner-Roos unter Nr. 382: „Die Kirche hat kraft ihrer göttlichen Einsetzung die Pflicht, aufs gewissenhafteste das Gut des göttlichen Glaubens unversehrt und vollkommen zu bewahren und beständig mit größtem Eifer über das Heil der Seelen zu wachen. Deshalb muß sie mit peinlicher Sorgfalt alles entfernen und ausmerzen, was gegen den Glauben ist oder dem Seelenheil irgendwie schaden könnte. Somit kommt der Kirche, aus der ihr vom göttlichen Urheber übertragenen Machtvollkommenheit nicht nur das Recht zu, sondern sogar die Pflicht, gleich welche Irrlehren nicht nur nicht zu dulden, sondern vielmehr zu verbieten und zu verurteilen, wenn das die Unversehrtheit des Glaubens und das Heil der Seelen fordern.“
Der Duden beschreibt, was „ausmerzen“ bedeutet. Dort heißt es nämlich: „radikal beseitigen“. Immer deutlicher zeichnet sich ab, was die katholische Kirche in ihrer Tradition – in ihrer älteren Vergangenheit, der jüngeren Vergangenheit und in ihren aktuellsten Anweisungen – „mit peinlicher Sorgfalt“ und „größtem Eifer“ auszumerzen sich befleißigt. Das ist eben die kirchliche Art von „Treue“ in der Kontinuität, speziell bezüglich ihres Umgangs mit Andersgläubigen.
Im Katholizismus trifft man, wo man hinschaut, auf Heidentum, auf Götzengötter. Es liegt auf der Hand, daß dies alles mit Jesus, dem Christus, nichts zu tun hat, es ist das Gegenteil: Das damalige Heidentum ist heute zum kriminellen Heidentum geworden.
Anstatt von Heidentum müßte man wohl inzwischen richtiger von Verbrechertum sprechen. Was von Argentinien berichtet wurde, blieb ja keineswegs geheim, sondern es kam in die Öffentlichkeit. Und da es spätestens einige Jahre nach den Vorfällen publik wurde, erhebt sich eine Frage. Die Vorfälle spielten sich während des Pontifikats von Johannes Paul II. ab, nämlich Ende der 70er Jahre, und wurden Anfang der 80er Jahre bekannt. Die Frage lautet: Hat sich Johannes Paul II. gegen diese Bischöfe und gegen diese Priester gewandt? Hat er sich öffentlich dazu geäußert bzw. dagegen geäußert, daß im Namen seiner Kirche mit dem Segen von Priestern Menschen ins Meer geworfen und getötet wurden?
Ein klares Nein! Die Verantwortlichen für diese Greueltaten sind nach wie vor im Amt. Es wurde niemand belangt; es gab eine Amnestie. Die Archive des Vatikans sind, wie immer, verschlossen. Im Jahr 2000 wurde eine halbherzige „Entschuldigung“ der katholischen Kirche in Argentinien abgegeben: sie habe sich nicht eindeutig auf die Seite der Opfer gestellt. Daß dies eine große Heuchelei ist, merkt jeder. Die Kirche stellte sich sehr deutlich auf die Seite der Täter, und zwar ganz entscheidend. Die Kirche äußerte dazu noch: Es hätte leider viele Söhne der Kirche gegeben, die an Folter, an Verrat und an absurdem Tod teilgehabt hätten. (Süddeutsche Zeitung, 11.9.2000) – Auch das ist eine gewaltige Untertreibung, eine unverfrorene Heuchelei. Denn es ist bekannt, daß Kirchenvertreter massiv in diesen Dingen mitgemischt, ja mit entschieden haben.
Man kann sogar sagen, daß die Errichtung jener Diktatur ganz bewußt eingeleitet wurde. Es gibt klare Hinweise darauf, daß die Fäden vom Opus Dei gezogen wurden, einer rechtsradikalen Organisation innerhalb der katholischen Kirche; diese ist weltweit tätig und hat in ganz Lateinamerika dahingehend gewirkt, solche Diktaturen wie die in Argentinien oder in Chile an die Macht zu bringen. Und das Opus Dei stand unmittelbar unter dem Schutz von Johannes Paul II.

Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II.:
Man wartet noch auf das erforderliche „Wunder“.

Das führt uns zu einer anderen Frage, die in diesem Zusammenhang vielleicht beantwortet werden kann:
„Wie stehen die Chancen, daß der letzte Papst heiliggesprochen wird?“

Antwort: Dieser Mann also, der die Ereignisse der letzten 40 Jahre mitzuvertreten hat, soll ja jetzt seliggesprochen und dann heiliggesprochen werden. Es fragt sich: Soll er deshalb selig- und heiliggesprochen werden?
Leider muß man sagen: Das ist gut möglich. Denn aus den Abläufen der Vergangenheit ist abzulesen, daß stets jene Päpste heiliggesprochen wurden, die dem Katholizismus gedient hatten. Und es scheint, als ob die Gläubigen hier an Realitätsverlust leiden und diese Fakten einfach verdrängen. Sie hängen einem Wunschdenken nach: Sie wollen einen Herrscher, der vom Frieden spricht, und denken, daß dieser nur friedlich handelt. Gerade haben wir aber gehört, daß unter dem Patronat dieses letzten Papstes solche Greueltaten verübt wurden, und wir wissen, wie die katholische Hierarchie funktioniert, bis ins Kleinste. Man kann davon ausgehen, daß Papst Johannes Paul II. bis ins Detail von diesen Geschehnissen wußte; die Anweisungen kommen im Katholizismus immer von ganz oben. Von daher ist es um so erschreckender, wenn dann ein solcher Mensch heilig- oder seliggesprochen werden soll. Ist auch das Seligsprechungsverfahren noch nicht abgeschlossen, so steht dennoch zu vermuten, daß es im Eiltempo vollzogen wird. Warum? Weil es dem Ansehen und der Popularität der römischen Kirche nützt; salopp gesagt: Publicity, gleich Aufwertung, für die Kirche.
Voraussetzung für eine Seligsprechung bleibt auch im Fall von Johannes Paul II. ein „Wunder“, meist eine medizinisch nicht erklärbare Heilung. Alle Gläubigen sind jetzt aufgefordert worden, auf einer Homepage des Postulators für die Seligsprechung, Monsignore Slawomir, oder auf anderem Wege über Wunder und andere außergewöhnliche Ereignisse zu berichten, die im Zusammenhang mit dem verstorbenen Papst stehen.

Frage: „Warum konnte sich der letztverstorbene Papst nicht mit der sogenannten Schabmadonna heilen oder mit dem sogenannten Freßzettel, über die in früheren Sendungen schon ausführlich berichtet wurde? Warum ging er zum Arzt und warum in die Klinik, wenn doch die sogenannte Schabmadonna oder der sogenannte Freßzettel solche Wunder bewirken kann?“

Antwort: Das ist eine Frage, die immer wieder an uns gerichtet wurde; offenbar haben die Schabmadonna und die Schluckbilder bzw. Freßzettel doch sehr großen Anklang gefunden. Erklären wir noch einmal kurz: Es handelt sich dabei um angeblich heilkräftige Dinge. Eine Schabmadonna ist ein Figürchen, eine Madonna aus Ton, von der der Gläubige immer wieder etwas Ton abschabt und über sein Essen streut, also mitverspeist, weil diese Madonna aus Altötting geweiht ist und er dadurch, wie man glaubt, Gesundheit erlangen kann. So war es jedenfalls bis ins vergangene Jahrhundert üblich. Angesichts dieser „wunderbaren“ Heilkräfte, an die die Menschen glauben, stellt sich in der Tat die Frage: Warum hat sich der Papst z.B. nicht selbst mit dieser Madonna geheilt? Warum konnte er sich mit einem Freßzettel oder Schluckbildchen nicht heilen, wenn er doch angeblich Wunder vollbringen kann?
Das könnte an folgendem liegen: Wenn der Papst es versucht hätte, hätte ja jeder gemerkt, daß es nicht funktioniert, und dann hätten die Gläubigen den Glauben an die Wunderkraft von kirchlich geweihten Gegenständen, von Devotionalien, verloren. So aber bleibt für die Gläubigen die Illusion, es könnte mit dem kirchlichen Hokuspokus vielleicht doch klappen. Hätte der Papst es probiert, und es hätte nicht funktioniert, so hätte jeder den Schwindel durchschaut.

Warum muß ein verstorbener „heiliger“ Vater
noch heiliggesprochen werden?

Die nächste Frage, die daran anschließt, lautet:
„Eure Sendungen stehen doch unter der Überschrift »Für gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?« Vielleicht könnt ihr mir erklären, warum alle Päpste, die sich ja als »heilige Väter« ansprechen lassen, nicht automatisch auch Heilige sind? Warum müssen die Päpste – wie der verstorbene Johannes Paul II. – eigentlich erst selig- und dann heiliggesprochen werden?“

Antwort: Das ist eine berechtigte Frage. Wir haben versucht, als Analytiker dieser Sache auf den Grund zu gehen, und sind, wie bei den meisten Gegebenheiten in der katholischen Kirche, nur einmal mehr auf die Unlogik gestoßen. Wir haben jedoch auch einen katholischen Theologen dazu befragt, der dazu allerdings leider ebenfalls keine logische Antwort geben konnte. Weitere Recherchen förderten nur die etwas nichtssagende Aussage zutage, daß mit dem „heiligen Vater“ das Amt und nicht die Person gemeint sei – aber mit der Vernunft sollte man es ja in der katholischen Kirche nicht so genau nehmen. Besonders deutlich hat es Heinrich Heine zum Ausdruck gebracht, ein deutscher Dichter (1797 – 1856), der formulierte:
„Ärgert dich dein Auge, so reiß es aus.
Ärgert dich deine Hand, so hau sie ab.
Ärgert dich deine Zunge, so schneide sie ab.
Und ärgert dich deine Vernunft, so werde katholisch!“


Das Übermaß an Heiligkeit hat einen unserer Hörer ebenfalls beschäftigt, als er entdeckte, daß es sogar Heilige für Päpste gibt. Er fragte sich dann, was dieser Schutzheilige wohl für einen Job haben soll, wenn sich doch der Papst selbst „heiliger Vater“ nennt. Der Hörer hat sich dann die Antwort selbst gegeben und gesagt: „Bei so viel Pseudoheiligkeit halte ich mich lieber an Jesus von Nazareth, der als Sohn Gottes – wohlgemerkt! – zu einem Mann, der Ihn »guter Meister« nannte, sagte: »Warum nennst du Mich gut? Niemand ist gut, außer Gott, dem Einen.«“ (Mt 19,17) – Soviel zur Heiligkeit.

„Wundersame“ Kontinuität bei der Papstwahl

Um das Wort „heilig“ geht es auch in der Frage eines anderen Zuhörers, der schreibt:
„Bei der Papstwahl wirkt doch angeblich der heilige Geist durch die Kardinäle. Wie kann es dann sein, daß einer zum Papst gewählt wird, der sich durch Verbrechen und – vornehm ausgedrückt – durch einen unmoralischen Lebensstil hervortut?“

Antwort: Man kommt zweifellos an der Frage nicht vorbei: Welcher Geist wirkt hier? – Wahrscheinlich ist dieser Geist, der hier wirkt, genauso unheilig, wie es die Päpste sind und waren.
Aber wer so eine Papstwahl außerdem noch beeinflussen kann, dazu äußerte sich Kardinal Meisner in einem Artikel der Zeitung „Die Welt“ vom 4.7.2005. Meisner sprach nämlich davon, „daß die Wahl von Josef Ratzinger zum Papst Benedikt XVI. »ein Wunder« sei, an dem der verstorbene Johannes Paul II. seinen Anteil habe. Durch seine Fürsprache bei Gott habe er die Wahl beim Konklave beeinflußt“, so wörtlich Meisner gegenüber Journalisten. „»Wenn ein Heiliger im Himmel ist, dann ist sein Wirkungsradius viel größer als vorher.« Mit Ratzinger als Papst sei die Kontinuität am vollkommensten.“
Anscheinend beeinflußt also nicht nur der „heilige Geist“ die Papstwahl, sondern der katholische Geist in Form der verstorbenen Päpste. Und Meisner hat wirklich recht mit seiner Aussage, daß mit Ratzinger als Papst die Kontinuität am vollkommensten ist. Man weiß ja, daß Ratzinger gern als „Großinquisitor aus Marktl am Inn“ bezeichnet wird, nicht nur, weil er jenes Amt innehatte, dem früher die Herren der Inquisition vorstanden, sondern weil er ja auch heute noch äußerst hart gegen Andersdenkende vorgeht. In der Sendung ARD Kontraste vom 3.3.2005 sagte, wie schon berichtet, Ratzinger über seine Kontinuität folgendes: „Großinquisitor ist eine historische Einordnung; irgendwo stehen wir in der Kontinuität. Aber wir versuchen heute, das, was nach damaligen Methoden – zum Teil kritisierbar – gemacht worden ist, jetzt aus unserem Rechtsbewußtsein zu machen. Aber man muß doch sagen, daß Inquisition der Fortschritt war, daß nichts mehr verurteilt werden durfte ohne Inquisitio, das heißt, daß Untersuchungen stattfinden mußten.“ – Vielleicht so wie in Argentinien, wovon gerade berichtet wurde?

Welch eine Menschenverachtung spricht aus solchen Worten! Denken wir doch einmal an die Inquisition, in der Millionen von Menschen auf brutalste Weise umgebracht wurden. Es waren Frauen, vielfach sogar Kinder, die in die Inquisitionsmühle gerieten, dort tagelang oder wochenlang gefoltert und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Welch ein Sarkasmus liegt in den Worten des Herrn Ratzinger? Es ist unvorstellbar, wenn man an die Opfer denkt!

Der Name „Benedikt“ –
Zufall oder „Kontinuität“?

Die nächste Frage beschäftigt sich mit der Namenswahl des Kardinal Ratzinger, der sich ja Benedikt nennt. Wir hatten in einer unserer letzten Sendungen dargelegt, daß die Päpste Benedikt XII. und Benedikt XIV. Verbrechen begingen und an der Inquisition mitwirkten. Ein Hörer schreibt:
„Ist es ein Zufall, daß der jetzige Papst sich auch »Benedikt« nennt?“

Antwort: Wir Urchristen glauben nicht an Zufälle. Herr Ratzinger wird somit seinen Namen schon sehr bewußt gewählt haben und zeigt damit, in welcher Kontinuität er steht. Wir Urchristen hingegen glauben an die Reinkarnation, und vielleicht ist Benedikt XVI. ja nicht nur ideologisch in einer Linie mit seinen Namensvettern, sondern wer weiß, ob er nicht in dieser Inkarnation versucht, ein Zerstörungswerk fortzusetzen, das er in Vorinkarnationen – vielleicht ebenfalls unter dem Namen „Benedikt“ – begonnen hat?
In der Öffentlichkeit wird der Eindruck erweckt, Ratzinger beziehe sich auf Benedikt XV., der von der katholischen Kirche als „Friedenspapst“ verkauft wird. Doch auch hier haben wir wieder ein typisches Beispiel dafür, wie die Öffentlichkeit sich an der Nase herumführen läßt, ohne selber zu analysieren, ohne selber nachzuprüfen, was wirklich den historischen Tatsachen entspricht. Benedikt XV. war zwar persönlich kein Freund von Österreich-Ungarn, aber er hielt sich als Papst an die Linie des Vatikans, daß nämlich im Ersten Weltkrieg ein Sieg von Deutschland und Österreich über Rußland der Kirche neue Möglichkeiten zur Mission der Orthodoxen Kirche eröffnet hätte. Daher richtete er in den ersten Kriegsjahren tatsächlich zwei oder drei Appelle zu einem Frieden an die Öffentlichkeit. Damals waren Österreich-Ungarn und Deutschland ja noch im Vorteil. Ein Friede wäre zu ihren Gunsten ausgefallen und hätte dem Vatikan die besagten Möglichkeiten eröffnet. Doch die Gegner, England und Frankreich, haben diese Friedensappelle nicht ernstgenommen.
Als das Blatt sich wendete, haben die Achsenmächte – also Österreich-Ungarn und Deutschland – den Papst noch einmal gebeten, weitere Appelle zum Frieden an die Öffentlichkeit zu richten. Warum hat er das dann nicht mehr getan? Weil der Stuhl Petri nie gerne auf Seiten der Verlierer steht und für sie keinen Finger krumm macht. Er hat, nachdem sich die Situation verändert hatte, noch einen einzigen Appell folgen lassen, nämlich als in Rußland die Revolution stattgefunden hatte. Warum? Aus Besorgnis um den Besitz des Vatikans, für den Fall, daß die Entwicklung auf Italien übergreifen würde. Benedikt XV. war nämlich sehr eng mit den Adeligen verbunden. Er behauptete Erstaunliches: Auch Jesus Christus sei Adeliger gewesen. – Karlheinz Deschner zitiert diesen Papst wörtlich: „Auch Jesus Christus war Adliger, adlig waren Maria und Josef“, und Jesus habe „in hervorragender Weise mit dem irdischen Adel in Beziehung“ gestanden. (Karlheinz Deschner, „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte“, Bd. 1, S. 218)
Man muß sich diesen Unsinn einmal vor Augen halten! Papst Benedikt XV. hat aber dann ein weiteres getan, „er hat bei Kriegsbeginn unverzüglich die Organisation der Militärgeistlichen erleichtert.“ (Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 232) Dieser „Friedenspapst“ sorgte also dafür, daß auf allen Fronten die Feldpfaffen antraten und ihren Soldaten nahelegten, sie sollten für die Sache ihres Vaterlandes in den Tod gehen, und vorher haben sie noch mit ihnen Gebete gesprochen.
Karlheinz Deschner stellt in seinem Buch „Ein Jahrhundert Heilsgeschichte“ die naheliegende Frage, die keinem der Journalisten einfiel, nämlich: „Warum hat der Papst den Katholiken das Schlachten nicht verboten? Warum hat er nicht aufgerufen, allüberall die Waffen wegzuwerfen?“ (Karlheinz Deschner, a.a.O., S. 231)
Kommen solche naheliegenden Fragen heute niemandem mehr in den Sinn?

Die Verbrecherkaskade durch die Jahrhunderte:
Abkömmlinge von Abkömmlingen von Abkömmlingen

Lieber Leser, wir gewinnen einen kleinen Eindruck vom Wirken der Priester, der Päpste durch die Jahrhunderte. Das Ganze könnte man als „Verbrecherkaskade“ ansehen. Man kann sie auch als „Abkömmlinge von Abkömmlingen von Abkömmlingen“ bezeichnen.
Diese Bezeichnung spielt auf die Tradition dieser Institution an: In der Weltgeschichte treten ja immer wieder ähnliche und gleiche Gestalten auf den Plan.
Wir brachten Beispiele von sogenannten „Heiligen Vätern“, die als Verbrecher tätig waren. Viele Hörer haben uns gefragt, ob das nur Einzelfälle sind, ob nur einige dieser sogenannten „Heiligen Väter“ sich als Verbrecher hervortaten.
Darauf ist zu sagen: Es gäbe unendlich viele dieser Beispiele. Nennen wir im Folgenden davon nur einige Fälle, um zu beweisen, daß es sich tatsächlich um Abkömmlinge von Abkömmlingen von Abkömmlingen handelt, die diese Verbrecherkaskade aufbauten. Und der eine oder andere mag sich vielleicht die Frage stellen: Ist es wieder der Gleiche oder nur der Ähnliche?
Die verbrecherischen „heiligen Väter“ sind keine Einzelfälle. Einige von ihnen wären:
Der heilige Vater Papst Vigilius, 537 bis 555, war beispielsweise der Mörder seines Vorgängers.
Der heilige Vater Papst Honorius, 625-638, stachelte in Spanien zu Judenattacken auf und ließ Andersgläubige verfolgen.
Papst Leo I. – auch er ging rigoros und gnadenlos gegen Andersgläubige vor. Der als profunder Kenner der Kirchengeschichte weltweit anerkannte Karlheinz Deschner nannte die Verfolgungen „blutrünstig“. Leo I. war auch jener Papst, der lehrte, daß durch den Mund des Papstes Gott und Christus selbst sprechen würden. Er wurde heiliggesprochen.
Ein anderer Papst, Pius IX., war von 1846 bis 1878 im Amt. Er diskriminierte das Judentum und legte das Unfehlbarkeitsdogma fest.
Kein Papst, aber ein „Heiliger“ und „Kirchenlehrer“ war der heilige Bernhard von Clairvaux, der 1146 zum Kreuzzug aufrief. Von ihm ist die Aussage überliefert: „Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen. Noch ruhiger stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber. Wenn er tötet, nützt er Christus.“
Der heilige Bernhard hat ganz klar dazu aufgerufen, die Sarazenen im Kreuzzug entweder zu vernichten oder zu bekehren. Es war also die Regel: Tod – oder Bekehrung. Etwas anderes gab es nicht. Bernhard von Clairvaux hetzte auch gegen die Slawen im Osten Deutschlands. Über viele Jahrhunderte hinweg gab es Kreuzzüge, regelrechte Kreuzzüge gegen die Slawen, zu denen dieser „Heilige“ aufrief.
À propos Kreuzzüge: Auch die Kreuzzüge, in denen Jerusalem zurückerobert werden sollte, wurden von einem Papst, nämlich Urban II., initiiert. Damit hat er millionenfachen Mord verschuldet. Auch Urban II. wurde 1881 seliggesprochen.

„Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr retten,
sondern nur noch sich selbst und andere vor ihr.“

Im Zusammenhang mit Päpsten ist bisweilen auch Kurioses zu vermelden. Dazu die Mitteilung eines anderen Zuhörers, die wirklich sehr erstaunlich ist. Er schreibt, er habe in einer Zeitung folgendes gelesen: „Der Benedikt-Boom hält an. Neuester Fan-Artikel: Die Papstpuppe aus der südthüringischen Manufaktur ... Sammler reißen sich um die Puppe mit den Gesichtszügen von Benedikt XVI. für 139 Euro.“
Der eine oder andere wohlmeinende Leser wird sich jetzt eventuell entrüsten: Wie kann sich eigentlich eine Manufaktur von Puppen anmaßen, das Persönlichkeitsrecht des Papstes zu mißbrauchen und damit Geld zu verdienen? – Vermutlich ist es jedoch ganz anders zu sehen: Wer die katholische Kirche kennt, der weiß, daß nichts dieser Art ohne Wissen und Zustimmung des Inhabers des Stuhles Petri geschieht. Und es könnte sein, daß ein großer Teil des Geldes, das dadurch eingenommen wird, in seine Taschen fließt.
Aber zurück zu der Frage bezüglich der Puppe. Eine Stellungnahme dazu lautet: „Meines Erachtens ist das würdelos. Was würde Jesus dazu sagen? Wenig. Doch ich sage: Jesus hatte Würde.“

Viele der eingegangenen Zuschriften beschäftigen sich mit der Person oder mit der Funktion des Inhabers des Stuhles Petri. Ein Zuhörer stellt uns die Frage:
„In der spanischen Zeitung La Vanguardia de Barcelona habe ich gelesen, daß 80 katalanische Priester dem Papst geschrieben und gefordert haben, er solle sich nicht länger »heiliger Vater« nennen lassen und mit dem Prunk und Pomp aufhören. Das sei nicht christlich, schreiben sie. – Das ist doch eine Initiative, die in Ihrem Sinn sein dürfte“ – also im Sinne der Urchristen –; „was halten Sie von diesem Vorstoß der Priester?“

Antwort: Es mag ja ein recht guter kleiner Anfang sein, daß die Priester fordern, der Papst solle sich nicht länger „heiliger Vater“ nennen. Nur müßte dieser Gedanke konsequent fortgesetzt werden. Wenn nun schon die Frage gestellt wird, ob das alles christlich ist, dann müßten diese Priester wohl auch sich selbst in Frage stellen. Denn wir wissen: Jesus wollte keine Priester. Er hat keine Kirche gegründet. Er hat auch keine Sakramente eingeführt, keinen Heidenkult. Die spanischen Priester könnten sich – als Vorschlag, für den Fall, daß es ihnen wirklich ernst ist – dafür einsetzen, daß ihre Kirche das Gold, das sie den Indianern gestohlen hat, zurückgibt. Man kann vielleicht noch eine Aussage von Karlheinz Deschner anfügen für alle, die versuchen, die Kirche zu verbessern oder zu reformieren. Karlheinz Deschner, der berühmte Historiker, sagte: „Man kann in dieser Kirche längst nichts mehr retten, sondern nur noch sich und andere vor ihr.“ (Karlheinz Deschner, „Der gefälschte Glaube“, S. 220)

In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, daß kurz nach der Wahl des neuen Papstes eine Meldung durch die Zeitungen ging, daß Josef Ratzinger – nunmehr Benedikt XVI. – vor vielen Jahren einmal öffentlich erklärte, es sei gefährlich, sich als Papst „heiliger Vater“ nennen zu lassen. Ein deutscher Bischof war Hörer dieser Aussage des Papstes und bestätigte sie in der Öffentlichkeit. Der Papst weiß also, was er tut. Es ist anzunehmen, daß er die „Gefährlichkeit“ im Hinblick auf die Lehre des Jesus von Nazareth sah. Er vergeht sich also ganz bewußt gegen den großen Menschheitslehrer, der lehrte, daß nur Einer unser Vater im Himmel ist und daß nur Einer „der Heilige Vater“ genannt werden kann. Es ist sehr gefährlich, hat er erkannt – vielleicht wird er eines Tages erfahren, wie gefährlich es ist?
Zu ergänzen wäre: Ein Urchrist legte in einem längeren Brief an den jetzigen Papst kurz nach dessen Wahl auch diese Frage vor, nebst anderen, die unmittelbar an frühere Aussagen des Theologen Josef Ratzinger anknüpften. Bis heute hat der Urchrist auf diesen Brief sowie auf einen weiteren nicht einmal eine Eingangsbestätigung, geschweige denn eine Antwort erhalten. (Nachzulesen sind diese Briefe in Band 1 des Buches „Nur für kluge Köpfe und gute Analytiker. Wer sitzt auf dem Stuhl Petri?“, S. 203 ff)

Gott-Vater 1997: „Wisset ihr nicht,
daß im Reich des Inneren keine Heiligen existieren ...?“

Es sei noch einmal hervorgehoben: Jedes Glaubensbekenntnis kann sich nennen, wie es möchte, ebenso jeder religiöse Führer, jede Religion. Diese Freiheit hat jeder in unserem Gemeinwesen. Wir Urchristen sehen uns aber aufgerufen, dann unsere Stimme zu erheben, wenn jemand mit einem totalitären Götzenkult auftritt und dazu den Namen des großen Weisheitslehrers der Menschheit, den Namen des Jesus, des Christus, mißbraucht. Das ist der Grund, warum wir uns mit diesem Thema befassen.

Angesichts all der Enthüllungen kann jeder, der möchte, eventuell gerade als junger Mensch, erkennen, daß man sich nicht an einen „heiligen Vater“ auf Erden wenden muß, sondern daß man sich selbst an den Einen Heiligen Vater wenden kann, der im Himmel ist und im Innersten jedes Menschen. Und dieser Vater schweigt nicht, sondern Er spricht auch in unserer Zeit wieder durch Prophetenmund. Worte Gott-Vaters vom November 1997:
„O sehet, Jesus, der Christus, brachte euch die unendliche Liebe, die Ich Bin. Er brachte euch das Vaterunser und zeigte euch auf, zu wem ihr beten sollt: zu Gott, eurem Vater, dessen Geist in euch ist. Denn ihr seid der Tempel Gottes. Doch eure Priesterkaste schuf sogenannte »Heilige«. Wisset ihr nicht, daß im Reich des Inneren keine Heiligen existieren, sondern der Eine Heilige ist, der Ich Bin? – Das ist Dogma und gehört euren kirchlichen Institutionen an, aber nicht dem Himmel.
Wer dem Inneren Reich nahe ist, der weiß darum. Das Innere Reich ist kein Geisterreich, sondern ein Reich, das bevölkert ist mit Wesen des Lichtes, Geistwesen genannt, die einen feineren Körper tragen, der das Gesetz der Liebe ist; so, wie euer grobstofflicher Körper euer Gesetz des Egos ist. Doch wer dem Inneren Reich nicht nahe ist, der schweigt, und somit befürwortet er, was die Priesterkaste will.“

 

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