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Die Bergpredigt - Konkrete Lebensanweisungen
für ein Leben nach den Gesetzen Gottes im Alltag.
Wer die Lehren der Bergpredigt in seinem täglichen Leben in die Tat
umsetzt, wird sehr bald verspüren, daß sich sein Leben ändert,
daß es friedvoll und positiv wird.
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Als Jesus von Nazareth gab Christus uns die Bergpredigt und Er erläutert
und vertieft sie heute durch Sein Propehtisches Wort in Seinem großen
Offenbarungswerk:
»Das ist Mein Wort,
Alpha und
Omega
Das Evangelium Jesu
Die Christus-Offenbarung,
welche
inzwischen die wahren Christen in aller Welt kennen«
Dieser Text ist auch als Buch "Die Bergpredigt" erhältlich. Zu
bestellen, bei
Verlag DAS
WORT |
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Der
Innere Weg
ist eine Gebrauchsanweisung für das Leben!
Die Leitlinie auf dem
Inneren Weg sind die
Zehn Gebote
Gottes und die Lehren des Jesus,
des Christus, vor allem Seine Bergpredigt.
Nähere Informationen finden Sie
hier... |
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Inhalt:
Einführung
Die Bergpredigt
Die Seligpreisungen
Die Weherufe
Ihr seid das Salz der Erde
Ihr seid das Licht der Welt
Folget Mir nach
Halte die Gebote — dann erst
lehre
Lebe nach deiner Erkenntnis
Versöhne dich mit deinem
Nächsten
Vergib — und bitte um
Vergebung
Liebe deine Feinde
Segnet, die euch fluchen
Nimm deine Nächsten von
Herzen an
Binde dich nicht an
Menschen oder Dinge
Werde vollkommen wie
dein Vater im Himmel
Gehe den Weg nach Innen
Lerne rechtes Beten
Finde zur Wahrheit in dir
Verwirkliche deine Gebete
Finde im Negativen das Positive
Klagt nicht über eure Toten
Wo dein Schatz ist,
dort ist auch dein Herz
Trachte zuerst nach dem
Reich Gottes
Richte nicht über deinen
Nächsten
Beginne bei dir selbst
Missioniere nicht
Kehre ein in dein Inneres
Gib, was du erwartest
Widerstehe
der Versuchung — entscheide dich für Gott
An ihren Früchten
sollt ihr sie erkennen
Erfülle den Willen Gottes
Baue auf den Felsen — Christus
Die Zwölf Gebote Jesu
Christus,
der Sohn Gottes,
der Mitregent der Himmel,
der Erlöser aller Menschen und Seelen,
der Erbauer und Herrscher
des Reiches Gottes auf Erden,
offenbart sich wieder.
Jesus von Nazareth schenkte der Menschheit vor nahezu zweitausend Jahren
die Bergpredigt. Wir können wesentliche Teile dieser Lehre der Bibel
entnehmen (Matth. 5-7). Die Bergpredigt enthält die Essenz der Lehre Jesu
— Kernaussagen für ein Leben nach den Gesetzen Gottes, Hinweise für den
Umgang mit unseren Mitmenschen, mit den Tieren, mit der Natur. Wer diese
Lehren in seinem täglichen Leben in die Tat umsetzt, wird sehr bald
verspüren, daß sich sein Leben ändert, daß es friedvoll und positiv wird.
Kirchenführer und Politiker gerade der sogenannten christlichen Welt
behaupten dagegen, diese Lehre sei eine Utopie und nicht in die Tat
umsetzbar.
War Jesus von Nazareth somit ein Utopist?
Oder war Er der Realist, der uns Menschen den Weg aus dem Irrgarten des
menschlichen Ichs weisen konnte?
Christus, der Sohn Gottes, ging als Jesus von Nazareth über diese Erde.
Sein Erlösergeist lebt und wirkt seit dem »Vollbracht« auf Golgatha in
jedem einzel-nen von uns. Er sprach in den vergangenen zweitau-send Jahren
immer wieder durch Prophetenmund. Heute, in dieser mächtigen Zeit des
Umbruchs, offenbart Er sich erneut über Seine Prophetin. Er erläutert und
ver-tieft Seine Lehren, die Er den Menschen als Jesus von Nazareth gab.
Das geschieht auch in Seinem großen Offenbarungswerk »Das ist Mein Wort. Alpha
und Omega, Das Evangelium Jesu —Die
Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt
kennen «.
Dieses Werk geht weit über den Inhalt der Bibel hinaus; es gibt uns eine
gewaltige Gesamtschau von dem, was war, von dem, was ist, und von dem, was
sein wird. Christus schenkt der Menschheit in dieser Offenbarung auch
allumfassende Hinweise für ein wahrhaft geistiges Leben nach den
göttlichen Geset-zen. Somit erfüllen sich in diesem Werk Seine Worte, die
Er als Jesus von Nazareth sprach: »Noch vieles hätte Ich euch zu sagen
...« (Joh. 16,12) Aufbauend auf dem »Evangelium Jesu«, einem schon
bestehenden, außerbiblischen Evangeliumstext, beschreibt Christus in
diesem Buch, »Das ist Mein Wort«, Sein Leben und Wirken als Jesus von
Nazareth; Er zeigt uns insbeson-dere auf, w i e wir in unserer heutigen
Zeit nach den Gesetzen Gottes, nach den Zehn Geboten und der Bergpredigt
leben können, und Er läßt uns vorausblik-ken in die Zukunft, in Sein
Friedensreich auf der Erde.
Die Bergpredigt Jesu enthält die Essenz des Weges nach Innen, den Christus
heute im Universellen Leben durch Sein Prophetisches Wort in allen Stufen
und De-tails lehrt. Der Innere Weg »Näher, mein Gott, zu Dir« ist der Weg
der Selbsterkenntnis und Überwindung der menschlichen Fehler aus Liebe zu
Gott. Wer diesen Pfad zur Selbstlosigkeit, zu Gleichheit, Freiheit,
Ein-heit, Brüderlichkeit und Gerechtigkeit erfolgreich be-schreitet,
erhält die Kraft, die Bergpredigt und die Zehn Gebote im täglichen Leben —
auch in Beruf und Wirt-schaft — mehr und mehr zu erfüllen.
Das vorliegende Buch möchte allen suchenden Menschen unserer Zeit die
Bergpredigt Jesu näher-bringen — nicht nur die in der Bibel festgehaltenen
Teile, sondern Seine Lehrrede mit Erklärungen und Vertiefungen, die
Christus heute der Menschheit durch Sein Prophetisches Wort gegeben hat.
Darüber hinaus soll das vorliegende Buch dem Leser auch Einblick geben in
die Tiefe des Offenbarungswerkes »Das ist Mein Wort. A und , Das
Evangelium Jesu —Die Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren
Christen in aller Welt kennen «.
In diesem Offenbarungswerk baut Christus auf dem Buch »Das Evangelium
Jesu. Was war vor 2000 Jah-ren« auf. Weil darin manches jedoch lückenhaft
und mitunter falsch überliefert ist, erklärt und berichtigt Christus heute
diesen Text. Jene Stellen, auf die der Herr nicht näher eingeht, stimmen
im wesentlichen mit der Wahrheit Seines Lebens und Wirkens als Jesus von
Nazareth überein. Darüber hinaus vertieft und erweitert Christus
wesentliche Berichte im »Evangelium Jesu«. Somit ist mit dem Gesamtwerk
»Das ist Mein Wort« der Menschheit nun die ganze Wahrheit gegeben; alle
wesentlichen Aspekte des Lebens Jesu und Seiner Lehre.
In dem Werk »Das ist Mein Wort« folgen auf einen oder mehrere Verse des
»Evangelium Jesu« jeweils die Worte, mit denen Christus 1989 diese
Abschnitte er-klärte, berichtigte und vertiefte. Dieser Aufbau ist auch
bei der Wiedergabe der hier vorliegenden Auszüge beibehalten worden. Um
den Text zu untergliedern und übersichtlich zu gestalten, sind jedoch
Überschriften gesetzt.
Der Offenbarungstext der Bergpredigt aus »Das ist Mein Wort« ist hier
nicht vollständig wiedergegeben. Es sind die Berichte Christi an die
künftigen Bewohner Seines Friedensreiches über das Leben und Wirken der
Pioniere für dieses Reich. Diese Worte, die nicht den Text der Bergpredigt
betreffen, sind erst aus der Sicht des gesamten Werkes zu verstehen; sie
können dort nachgelesen werden.
Dem Text der Bergpredigt sind in dieser Broschüre auch noch die Zwölf
Gebote Jesu beigefügt, die Er vor nahezu zweitausend Jahren lehrte und die
Er jetzt in Seinem Offenbarungswerk »Das ist Mein Wort«, Kap. 46, 7-21,
der Menschheit erneut gegeben hat. Es sind im wesentlichen die Zehn
Gebote, die Gott durch Mose gab, welche Jesus von Nazareth für Sein
werdendes Friedensreich noch erweitert hat.
Für die Menschen der Neuen Zeit, der Lichtzeit, aber auch für die
Menschheit von heute, hat Christus 1991 das Höchste offenbart, das
Absolute Gesetz Got-tes in Seinem Werk »Die großen kosmischen Lehren des
Jesus von Nazareth an Seine Apostel und Jünger, die es fassen konnten. Das
Leben der wahren gotter-füllten Menschen«. Es ist das Gesetz der Himmel,
all jenen als Hilfe gegeben, die sich aufgemacht haben, durch die
Erfüllung der Lehre der Bergpredigt reinen Herzens zu werden und dadurch
wieder vereint mit dem Göttlichen in ihrem Innersten selbstlos auf dieser
Erde zu leben und zu wirken.
Gott gab und gibt. Er fragt nicht, ob Menschen Sein Wort, das Gotteswort,
erkennen und danach leben. Je-der kann prüfen und sich entscheiden. »Wer
es fassen kann, der fasse es; wer es lassen will, der lasse es.«
1. Da Jesus die Menge des Volkes sah, ging Er auf einen Berg. Und als
Er sich gesetzt hatte, kamen die Zwölf zu Ihm. Er blickte auf zu Seinen
Jüngern und sprach:
2. »Selig im Geiste sind die Armen, denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden. Selig
sind die Sanftmüti-gen, denn sie werden das Erdreich besitzen. Selig sind,
die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie sollen
gesättigt werden.
3. Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit
erlangen. Selig sind, die reinen Her-zens sind, denn sie werden Gott
schauen. Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden Kinder Gottes
heißen. Selig sind, die um der gerechten Sache willen Verfolgung leiden,
denn ihrer ist das Reich Gottes.
4. Ja, selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen
werden aus ihrer Gemeinschaft und allerlei Übles wider euch reden und
euren Namen ächten um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tage
und hüpfet vor Freude, denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn
Gleiches taten ihre Väter den Propheten. (Kap. 25, 1-4)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Die Bergpredigt ist der Innere Weg zum Herzen Gottes, der zur Vollendung
führt.
Die Seligen werden den Christus schauen und mit Mir, dem Christus, in
aller Sanftmut und Demut das Erdreich besitzen. Wohl dem, der die
Herrlichkeit des Vater-Mutter-Gottes in allem schaut. Er ist zum
lebendigen Vorbild für viele geworden.
Ich führe die Meinen zur Erkenntnis der Wahrheit.
Wer aus der Wahrheit ist, hört Meine Stimme, weil er die Wahrheit ist und
daher auch die Wahrheit hört und schaut.
Die Seligen sind furchtlos und freudig, denn sie schauen und hören, was
jene nicht sehen und hören, die sich noch hinter ihrem menschlichen Ich
verbergen und dieses mit äußerster Anstrengung halten, um nicht erkannt zu
werden.
Doch die Seligen schauen in den Kerker menschlichen Ichs hinein und
erkennen die verborgensten Gedanken ihrer Mitmenschen. Sie leuchten mit
der Kraft ihres lichten Bewußtseins hinein und rufen ihren Mitmenschen zu:
»Selig im Geiste sind die Armen, denn ihrer ist das
Himmelreich!«
Mit den Worten »die Armen« ist nicht materielle Ar-mut gemeint. Nicht
diese bringt die Seligkeit im Geiste, sondern die Gottergebenheit, aus
welcher der Mensch erfüllt, was Gottes Wille ist. Sie ist innerer
Reichtum.
Mit den Worten »die Armen« sind alle jene ge-meint, die nicht nach eigenem
Besitz streben und keine Güter horten. Ihr Denken und Trachten gilt dem
Gemeinschaftsleben, in dem sie die Güter, die Gott allen geschenkt hat, in
gesetzmäßiger Weise verwalten. Sie sinnen und trachten nicht nach
Weltlichem. Sie dienen dem Gemeinwohl und strecken ihre Arme nach Gott aus
und gehen bewußt den Weg zum Inneren Leben. Ihr Ziel ist das Reich Gottes
in ihrem Inneren, das sie allen Menschen verkünden und bringen wollen, die
guten Willens sind. Ihr innerer Reichtum ist das Leben in Gott, für Gott
und für ihre Nächsten. Sie leben das Gebot »Bete und arbeite«.
Sie streben dem Geiste Gottes zu und empfangen für ihr irdisches Leben von
Gott, was sie benötigen, und darüber hinaus. Das sind die Seligen im
Geiste Gottes.
»Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen
getröstet werden.«
Das Leid des Menschen ist nicht von Gott, sondern der Leidende hat es
entweder selbst verursacht — oder seine Seele hat im Seelenreich einen
Teil der Schuld einer Bruder- oder Schwesterseele übernommen, um für diese
im Erdendasein abzutragen, damit die Bru-der- oder Schwesterseele in
höhere Bereiche Inneren Lebens einzugehen vermag.
Wer sein Leid trägt, ohne seinen Nächsten zu beschuldigen, und im Leid
seine Fehler und Schwächen erkennt, diese bereut, um Vergebung bittet und
ver-gibt, dem wird Gottes Barmherzigkeit zuteil werden. Denn Gott, der
Ewige, möchte Seine Kinder trösten und von ihnen das hinwegnehmen, was
nicht gut und heilsam für ihre Seele ist. Denn wenn das Leid die Seele
verläßt, wenn also die Ursachen, die in der Seele wirksam wurden, getilgt
sind, findet der Mensch näher zu Gott.
»Trage dein Leid« heißt: Klage nicht darüber; klage Gott nicht an und auch
nicht deine Nächsten. Finde in deinem Leid dein sündhaftes Verhalten, das
zu diesem Leid geführt hat.
Bereue, vergib und bitte um Vergebung, und tue das nicht mehr, was du als
Sünde erkannt hast. Dann kann die Seelenschuld von Gott getilgt werden,
und du empfängst aus Ihm sodann vermehrt Kraft, Liebe und Weisheit.
Wenn du einem leidtragenden und leidgeprüften Menschen begegnest und er
dich um Hilfe bittet, so stehe ihm bei und hilf ihm, soweit es dir möglich
ist und es gut für seine Seele ist. Und wenn du erkennst, daß dein
Nächster die Hilfe dankbar annimmt und sich mit ihr aufbaut, dann gib ihm
darüber hinaus, so es dir möglich ist.
Doch du, der du Hilfe bringst, tue dies selbstlos. Wenn du dies nur aus
äußerer Verpflichtung tust, so wirst du dafür keinen geistigen Lohn
empfangen — und du wirst auch der Seele des Leidtragenden und
Leidgeprüften keinen Dienst erweisen, sondern nur dem Körper, dem Gefährt
der Seele.
»Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das
Erdreich besitzen.«
Sanftmut, Demut, Liebe und Güte gehen Hand in Hand. Wer zur selbstlosen
Liebe geworden ist, der ist auch sanftmütig, demütig und gütig. Er ist
erfüllt von Weisheit und Kraft.
Menschen in Meinem Geiste, die selbstlos Liebenden, werden das Erdreich
besitzen. O sehet, der Weg zum Herzen Gottes ist der Weg in das Herz der
selbstlosen Liebe. Aus der selbstlosen Liebe strömt der Frie-de Gottes.
Die Menschen, die zum Herzen Gottes hinwandern, und die Menschen, die
schon in Gott leben, wirken für die Neue Zeit, indem sie alle willigen
Menschen den Weg zu Gott lehren. Damit nehmen sie das Erdreich mehr und
mehr in Meinem Geiste in Besitz.
»Selig sind, die da hungert und dürstet nach der
Gerechtigkeit, denn sie sollen gesättigt werden.«
Wer nach der Gerechtigkeit Gottes hungert und dürstet, ist ein
Wahrheitssuchender, der sich nach dem Leben in und mit Gott sehnt. Er soll
gesättigt werden.
Mein Bruder, Meine Schwester, die du dich nach der Gerechtigkeit, dem
Leben in und mit Gott, sehnst, sei getrost, und erhebe dich aus dem
sündhaften mensch-lichen Ich! Freue dich, denn die Zeit ist angebrochen,
in der das Reich Gottes den Menschen näher kommt, die sich bemühen, die
Gebote des Lebens zu halten.
Siehe, Ich, dein Erlöser, Bin die Wahrheit in dir selbst. In dir selbst
also Bin Ich der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Die Wahrheit ist das Gesetz der Liebe und des Lebens. In den Zehn Geboten,
welche Auszüge aus dem allumfassenden Gesetz Gottes sind, findest du die
Merksätze für den Weg zur Wahrheit. Beachte die Zehn Gebote, und du
gelangst immer mehr auf den Weg der Bergpredigt, in welcher der Weg zur
Wahr-heit grundlegend ausgeführt ist.
Der Weg zur Wahrheit ist der Weg zum Herzen Gottes, zu dem ewigen Leben,
das selbstlose Liebe ist. Die Bergpredigt ist der Weg in das Reich Gottes,
in die Gesetze für das Friedensreich Jesu Christi. Vertiefst du dich in
sie und erfüllst du sie, dann gelangst du zur göttlichen Weisheit.
Erkenne: Keiner soll nach der Gerechtigkeit hungern oder dürsten.
Vollziehe den ersten Schritt hin zum Rei-che der Liebe, indem du zuerst zu
dir selbst gerecht bist. Übe dich im positiven Leben und Denken, und du
wirst ganz allmählich ein gerechter Mensch werden. Dann bringst du die
Gerechtigkeit Gottes in diese Welt; und du vertrittst diese auch, weil du
den Willen Gottes, des Herrn, erfüllst, aus Seiner Liebe und Weisheit.
Erkenne: Die Zeit ist nahe, in der geschieht, was offenbart ist. Der Löwe
wird beim Lamme liegen, weil die Menschen den Sieg über sich selbst
errungen haben — durch Mich, ihren Erlöser. Sie werden eine große Familie
in Gott bilden und mit allen Tieren und der ganzen Natur in Einheit leben.
Freuet euch, das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen — und mit dem Reiche
Gottes auch Ich, euer Erlöser und Friedensbringer, der Herrscher des
Friedensreiches, des Weltreiches Jesu Christi.
»Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden
Barmherzigkeit erlangen.«
Die Barmherzigkeit Gottes entspricht der Sanftmut und der Güte Gottes und
ist für alle Seelen das Tor zur Vollendung des Lebens. Die Menschen, die
durch Mich, den Christus, der Ich im Vater-Mutter-Gott lebe, alle sieben
Grundkräfte des Lebens — das Gesetz von der Ordnung bis zur Barmherzigkeit
— in ihren Seelen entfaltet haben, werden wieder als reine Geistwesen
durch das Tor der Barmherzigkeit in die selbstlose Liebe, in das Reich
Gottes, in die Himmel, eingehen und in Frieden leben. Das Tor zum ewigen
Sein bildet die siebte Grundkraft, die Barmherzigkeit — im Geiste Gottes
Güte und Sanftmut genannt. Alle Menschen, die sich in der Barmherzigkeit
üben, werden auch Barmherzigkeit erlangen und jenen beistehen, die sich
auf dem Wege zur Barmherzigkeit befinden.
Erkennet: Der Weg zum Herzen Gottes ist der Weg des einzelnen in der
Gemeinschaft mit Gleichgesinn-ten. Denn Gott ist Einheit, und Einheit in
Gott ist Ge-meinschaft in und mit Gott und mit den Nächsten.
Wer die ersten Schritte auf dem Wege zur Vollendung getan hat, der wird
das Gebot der Einheit erfüllen: Einer für alle, Christus — und alle für
Einen, Christus.
Die Bergpredigt ist, wie offenbart, der Evolutionsweg hin zum Inneren
Leben. Alle jene, die auf diesem Entfaltungsweg hin zum Herzen Gottes
vorangeschritten sind, helfen wieder denen, die erst am Beginn des Weges
stehen. In und über allen leuchtet der Christus, der Ich Bin.
»Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie
werden Gott schauen.«
Das reine Herz ist die reine Seele, die sich wieder zum absoluten
Geistwesen emporgeschwungen hat durch Mich, den Christus im
Vater-Mutter-Gott.
Die reinen Seelen, die wieder zu Wesen der Him-mel wurden, sind dann
wieder das Ebenbild des ewi-gen Vaters und schauen den Ewigen wieder von
Ange-sicht zu Angesicht. Sie schauen, leben und vernehmen zugleich das
Gesetz des ewigen Vaters, weil sie wieder Geist aus Seinem Geiste geworden
sind — das ewige Gesetz selbst.
Solange Menschen und Seelen den Geist Gottes in sich noch erhorchen
müssen, sind sie noch nicht Geist aus Seinem Geiste, noch nicht das Gesetz
der Liebe und des Lebens selbst.
Wer jedoch wieder zum Gesetz der Liebe und des Lebens geworden ist, der
schaut den ewigen Vater von Angesicht zu Angesicht und steht mit Ihm in
ständiger, bewußter Kommunikation. Er schaut auch das Gesetz Gottes, das
Leben aus Gott, als Ganzes, weil er selbst das Leben und die Liebe ist und
sich darin bewegt. Wer sich im Absoluten Gesetz Gottes bewegt, der hat es
auch ganz erschlossen — von der Ordnung bis zur Barmherzigkeit. Ihm dienen
alle sieben Grundkräfte der Unendlichkeit, weil er in absoluter Einheit
und Harmonie mit allem Sein ist.
»Selig sind die Friedensstifter, denn sie werden
Kinder Gottes heißen.«
Diese Worte bedeuten dem Sinne nach: Selig sind, die Frieden halten. Sie
werden auch den wahren Frieden auf diese Erde bringen, weil sie in sich
selbst friedfertig geworden sind. Sie sind bewußt die Kinder Gottes.
»Selig sind, die um der gerechten Sache willen
Verfolgung leiden, denn ihrer ist das Reich Gottes.«
Erkennet: Wer Mir nachfolgte, wurde von den Welt-lingen nicht geachtet,
weil auch Ich als Jesus von ihnen mißachtet wurde. Zu allen Zeiten mußten
Menschen, die in die wahre Nachfolge des Nazareners traten, viel erdulden
und erleiden.
5. Wehe euch, die ihr reich seid! Denn ihr habt in diesem Leben euren
Trost empfangen. Wehe euch, die ihr satt seid, denn ihr werdet hungern.
Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet trauern und weinen. Wehe
euch, wenn alle Menschen gut von euch sprechen, denn so machten es auch
ihre Väter mit den falschen Propheten. (Kap. 25, 5)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
»Wehe euch, die ihr reich seid! Denn ihr habt in
diesem Leben euren Trost empfangen.«
Menschen, die ihren Reichtum als ihr Eigentum ansehen, sind arm im Geiste.
Vielen der an irdischen Gütern Reichen wurde für ihr Erdenleben die
geistige Aufgabe in die Wiege gelegt, ein Vorbild für jene Reichen zu
sein, die mit verstockten, unnachgiebigen Herzen sich an ihren Reichtum
binden und deren einziges Denken und Trachten es ist, diesen für sich
selbst zu vermehren. Ein Mensch, der an irdischen Gütern reich ist und
erkannt hat, daß sein Reichtum eine Gabe ist, die er nur dazu von Gott
empfangen hat, daß er sie in das große Ganze für das Wohl aller einbringt
und sie dort rechtmäßig für alle verwaltet — der verwirklicht das Gesetz
der Gleichheit, Freiheit, Einheit und Brüderlichkeit. Er trägt als ein
selbstloser Geber mit dazu bei, daß die Armen nicht in Entbehrung und die
Reichen nicht in Luxus leben.
Auf diese Weise wird allmählich ein Gleichgewicht, ein gehobener
Mittelstand hergestellt für alle, die bereit sind, das Gesetz »Bete und
arbeite« selbstlos zu erfüllen. So erwächst ganz allmählich das wahre
Menschentum einer Gemeinschaft, deren Glieder keinen auf die Person
bezogenen irdischen Reichtum sammeln, sondern alles als Gemeinbesitz
betrachten, der ihnen von Gott gegeben ist.
Wenn der Reiche Geld und Gut als sein Eigen betrachtet und in der Welt
seines Reichtums wegen angesehen ist, wird er — als Wirkung auf seine
Ursachen — in den nächsten Erdenleben in armen Ländern leben und dort um
das Brot betteln, das er einst als Reicher Armen versagt hat. Das ist so
lange gegeben, wie derartige Einverleibungen noch möglich sind.
Die Seele eines solchen Reichen wird auch in den Reinigungsebenen keine
Ruhe finden. Die lichtarmen Seelen, die seinetwegen im Erdenkleid Leid und
Hunger erdulden mußten, werden ihn als den wiedererkennen, der ihnen
vorenthalten hat, was ihnen aus den Verstrickungen menschlichen Ichs hätte
heraushelfen können. Viele werden ihn anklagen, und dann wird seine Seele
selbst spüren, wie diese gelitten und gehungert haben. Auf diese Weise
kann eine Seele, die im Erdenkleid als Mensch reich und angesehen war,
große Not erleiden; diese Not ist viel größer, als wenn sie im Erdenkleid
um Brot hätte betteln müssen.
Erkennet: Nach den Gesetzen des Ewigen gebührt jedem, der selbstlos das
Gebot »Bete und arbeite« hält, das gleiche; denn Gott gibt jedem, wessen
er bedarf, und darüber hinaus. Solange jedoch noch nicht alle Menschen
sich an dieses Gebot halten, gibt es auf der Erde die sogenannten Reichen.
Ihre Aufgabe ist es, ihren angesammelten Reichtum auszuteilen und ebenso
zu leben wie die, die selbstlos das Gebot »Bete und arbeite« erfüllen.
Wenn sie in dieser Weise nicht an ihr Wohl denken, sondern an das Wohl
aller, dann kehrt sich allmählich der innere Reichtum nach außen, und kein
Mensch wird hungern oder darben.
Wehe euch, ihr Reichen, die ihr euer Geld und Gut euer Eigen nennt und
eure Nächsten dafür arbeiten laßt, daß euer Vermögen sich vermehrt! Ich
sage euch: Ihr werdet Gottes Thron nicht schauen, sondern weiter dort
leben, wo Gottes Füße sind — auf Erden, immer wieder in Erdenkleidern,
solange dies noch möglich ist. Auch wenn ihr soziale Einrichtungen
fördert, selbst jedoch um vieles reicher seid als jene, die daraus
unterstützt werden, so seid ihr dennoch dem Satan der Sinne hörig, der die
Unterschiede von arm und reich will.
Durch diese Unterschiede entstehen Macht und Unterwürfigkeit, Neid und
Haß. Daraus ergeben sich Streit und Kriege. Daher dienen die, welche ihren
Reichtum festhalten, auch dann, wenn sie hin und wieder sozial denken, dem
Satan der Sinne und handeln gegen das Gesetz des Lebens: gegen Gleichheit,
Freiheit, Einheit und Brüderlichkeit.
Wer Geld und Güter als sein Eigen betrachtet und für sich hortet, anstatt
diese materiellen Energien fließen zu lassen, der ist nach dem Gesetze des
Lebens ein Dieb, da er seinen Nächsten einen Teil ihres geistigen Erbes
vorenthält. Denn alles ist Energie. Wer sie bindet durch »Mein und Mir«,
handelt gegen das Gesetz, das fließende Energie ist.
»Wehe euch, die ihr satt seid, denn ihr werdet
hungern.«
Der reiche, satte Mensch, der allein »seine« Scheunen füllt, ist im Herzen
leer. Er kennt nur das Mein und Dein. Seine Sinne und Gedanken drehen sich
um »mein« Eigentum, »meinen« Besitz, »mein« Brot, »meine« Speise. »Das
alles gehört mir« — dies ist seine Welt. Ein solcher Mensch wird einst
hungern und darben, bis er begreift: Alles ist das Sein; alles gehört Gott
und allen Menschen, die sich bemühen, Gottes Werke zu tun: die selbstlose
Liebe und das Gesetz des Lebens für die Erde »Bete und arbeite« zu
erfüllen.
Menschen, die nur von Mein und Dein sprechen, sind lichtarme Menschen, die
schon in dieser Einverleibung einen weiteren Erdenweg vorbereiten oder
eine lange Wanderung ihrer Seele im Seelenreich, jeweils im Kleide des
Bettlers.
Die vom Materiellen geblendete Seele hungert unbewußt nach Licht, weil sie
lichtarm ist. Zwanghaft versucht sie dies mit äußeren Dingen auszugleichen
wie mit irdischem Reichtum, Habgier, mit Völlerei, Trunksucht oder anderen
Begierden und Genüssen. Sie ist unersättlich.
»Wehe euch, die ihr jetzt lacht, denn ihr werdet
trauern und weinen.«
Wer über seine Nächsten lacht und spottet, der wird einst sehr traurig
sein und über sich selbst weinen — weil er jene verkannt hat, über die er
sich lustig gemacht und die er verspottet hat. Er wird erkennen müssen,
daß er letztlich sich selbst verlacht, verhöhnt und verspottet hat. Denn
wer über seinen Nächsten richtet und urteilt, ihn verlacht, verhöhnt und
verspottet, der richtet, verurteilt, verlacht, verhöhnt und verspottet
Mich, den Christus.
Erkennet: Wer sich am Geringsten Meiner Brüder versündigt, der versündigt
sich am Gesetze des Lebens und wird darunter zu leiden haben. Zugleich hat
er sich an jene gebunden, die er mißachtet hat. Daher sehet euch vor und
übt Selbstkontrolle. Nicht was durch den Mund eingeht, verunreinigt eure
Seele, sondern was von eurem Mund ausgeht, das belastet die Seele und den
Menschen.
»Wehe euch, wenn alle Menschen gut von euch
sprechen, denn so machten es auch ihre Väter mit den falschen Propheten.«
Wenn ihr euren Mitmenschen nach dem Munde redet, damit sie euch loben und
ihr bei ihnen angesehen seid, so seid ihr gleich den Falschmünzern, die um
ihres Vorteils willen mit falscher Münze zahlen.
Ähnlich verhielt und verhält es sich auch mit den falschen Propheten. Sie
waren und sind bei dem Volke angesehen, weil sie ihm nach dem Munde
redeten und weil die Angesehenen des Volkes zu ihnen hielten, da sie sich
dadurch persönlichen Vorteil und Nutzen versprachen.
Erkennet, ihr Menschen im Friedensreich: In der sündhaften Welt wurden
viele gerechte Propheten und auch erleuchtete Männer und Frauen von den
irdischen Reichen und den Machthabern dieser Welt, von Kirchenführern und
ihren Anhängern verleumdet und verfolgt und viele von ihnen gefoltert und
getötet. Das Satanische hat zu allen Zeiten jene als Werkzeuge benützt,
die ihren irdischen Reichtum für sich halten und vermehren wollten, die
Macht erstrebten, und auch die, welche den Reichen und Machthabern hörig
waren.
Das müßt ihr wissen, damit ihr versteht, warum die alte, sündhafte Welt
auf grausame Art und Weise unterging.
Falsche Propheten waren unter anderem auch jene, die das Evangelium der
Liebe wohl predigten, jedoch selbst nicht danach lebten. Und es waren auch
all jene, die sich »Christen« genannt haben und sich in ihrem Leben
unchristlich verhielten. Sie wurden oft gerühmt wegen ihrer Redekunst und
geehrt und gelobt wegen ihres Reichtums und Ansehens.
O sehet, dennoch trugen alle wahren Propheten und Erleuchteten im Laufe
der Zeiten dazu bei, daß der Kristall des Inneren Lebens mit seinen vielen
Facetten der ewigen Wahrheit immer mehr funkelte und leuchtete. Auf diese
Weise baute sich ganz allmählich das Reich Gottes auf Erden auf.
Für euch, liebe Brüder und Schwestern im Friedensreich, gilt es, diesen
nun vollkommenen, funkelnden und leuchtenden Kristall, das Innere Leben,
wie eine kostbare Blume zu hegen und zu pflegen, zu hüten und zu bewahren:
Es ist das Gesetz der Liebe und Weisheit Gottes, Seine Ordnung, Sein
Wille, Seine Weisheit, Sein Ernst, Seine Güte, Seine unendliche
Liebestrahlung und Seine Sanftmut.
6. Ihr seid das Salz der Erde, denn jegliches Opfer muß mit Salz
gesalzen werden, doch wenn das Salz seinen Geschmack verloren hat, womit
soll man salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn daß es
ausgeschüt-tet und unter den Füßen zertreten wird. (Kap. 25, 6)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Die Gerechten sind das Salz der Erde.
Sie werden immer wieder auf Mißstände in dieser Welt aufmerksam machen und
den Finger auf die Wunde der Sünde legen. Denn viel Unheil geschah und
geschieht in dieser noch sündhaften Welt — und viele Menschen wurden zum
Opfer um des Evangeliums willen.
Die Gerechten, die zum Opfer wurden, sollen von gerechten Männern und
Frauen rehabilitiert werden, denn alles soll offenbar werden durch das
Salz der Erde. Jetzt, in der Zeit des Umbruchs von der alten, sündhaften
Welt zur Neuen Zeit, der Lichtzeit, werden die Gerechten das Unrecht ans
Licht bringen und es offenbar werden lassen, auf daß jene, die Unrecht
getan haben, sich selbst erkennen und Buße tun.
Hütet euch jedoch, ihr Gerechten, die ihr das Salz der Erde seid, daß es
nicht an Geschmack verliert, daß ihr also in der Gerechtigkeit bleibt und
euch nicht verführen laßt. Denn wer soll die Gerechtigkeit in diese Welt
bringen, und wer soll auf die Mißstände und Sünden, die Menschen
geschaffen haben, hinweisen? Doch nur jene, die Meinen Namen kennen und
die im Buche des Lammes stehen.
Wer nicht mehr das Salz der Erde ist, der gerät unter jene, die Meinen
Namen für ihre Zwecke mißbraucht haben und mißbrauchen und die Gerechten
verfolgt, verleumdet und getötet haben.
Wenn das Salz der Erde an Geschmack verliert und der Mensch seine Nächsten
mißachtet, dann wird er seinen eigenen Ursachen erliegen; im Bild
gesprochen: Er wird sich selbst zertreten. Seine ungesühnten Ursachen
rufen dann Krankheit, Siechtum und Leid hervor. Die lichtarme Seele wird
darben und das an ihrem eigenen Seelenleibe spüren, was sie an ihrem
Nächsten verursacht hat.
7. Ihr seid das Licht der Welt. Die Stadt, die auf einem Hügel erbaut
ist, kann nicht verborgen sein. Man zündet auch kein Licht an und stellt
es unter den Scheffel, sondern auf einen Leuchter, und es gibt Licht
allen, die im Hause sind. So lasset euer Licht leuchten vor den Leuten,
daß sie eure guten Werke sehen mögen und euren Vater im Himmel preisen.
(Kap. 25, 7)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Ich Bin das Licht der Welt.
An Meinem Lichte entzündeten sich in der gewaltigen Zeitenwende immer mehr
Herzen. Die Menschen erkannten die ewige Wahrheit in Meinem Worte. Immer
mehr Menschen gingen den Inneren Weg und nahmen das Geschenk des Lebens
an, die Lehren und Lektionen aus der ewigen Wahrheit, um Gott, dem ewigen
Sein, näher zu kommen.
Viele Männer und Frauen wurden Meine Getreuen, denn sie erfüllten Gottes
Willen. Sie verbrüderten sich in Meinem Geiste und wurden die Pioniere für
die Neue Zeit, die das Fundament des Reiches Gottes auf Erden gründeten
und auf diesem aufzubauen begannen.
8. Ihr sollt nicht denken, daß Ich gekommen Bin, das Gesetz oder die
Propheten zu zerstören; Ich Bin nicht gekommen, zu zerstören, sondern zu
erfüllen. Denn wahrlich, Ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird
nicht der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen von dem Gesetze und den
Propheten vergehen, bis daß alles erfüllt ist. Doch siehe, ein Größerer
denn Moses ist hier, und dieser wird euch das höhere Gesetz geben, sogar
das vollkommene Gesetz, und diesem Gesetz sollt ihr gehorchen. (Kap. 25,
8)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Als Jesus von Nazareth lehrte Ich die Männer und Frauen, die Mir
nachfolgten, und alle, die Mir zuhörten, Teile aus dem vollkommenen
Gesetz, dem Abso-luten Gesetz. Ich erklärte ihnen auch, daß das Absolute
Gesetz der Liebe in das Gesetz von Saat und Ernte hineinstrahlt, da der
Geist allgegenwärtig ist und auch im Gesetz von Saat und Ernte, dem Gesetz
des Falles, wirkt.
Durch Mich als Jesus von Nazareth, den einverleibten Christus, und durch
alle weiteren wahren Gottespropheten belehrte und mahnte der Ewige Seine
Kin-der in den unvollkommenen Ebenen, daß das Gesetz des Falles, das
Gesetz von Saat und Ernte, beständig aktiv ist. Wer sich nicht rechtzeitig
besinnt und um-kehrt, der wird seine Ursachen als Wirkungen zu er-dulden
haben. Der Ewige war und ist bestrebt, auch in der heutigen Zeit [1989]
Seine Menschenkinder und alle Seelen an Sein Herz zu führen, hin zum
Gesetz der ewigen Liebe, bevor die Ernte — die Wirkungen auf die von ihnen
gesetzten Ursachen — auf sie zukommt. Der Ewige führte und führt sie durch
Mich, Christus, zur Selbsterkenntnis. Er gab und gibt ihnen die Kraft, das
zu bereinigen, was sie als Sünde und Fehler erkannt haben und erkennen.
Der Christus, der Ich Bin, kam in Jesus von Nazareth auf diese Erde, in
diese Welt, um die Menschen als Menschensohn das ewige Gesetz zu lehren
und es vorzuleben, auf daß sie den Weg zum ewigen Vater erkennen und Sein
Gesetz erfüllen — damit sie wieder in die ewigen Wohnungen eingehen
können, die Er für alle Seine Kinder bereithält.
Die Menschen, die Mir in Meiner Erdenzeit nachfolgten und die ewigen
Gesetze verwirklichten, waren Meine wahren Nachfolger.
In den darauffolgenden Generationen gab es dann Christentum und
Scheinchristentum: die wahren Nachfolger, die freiwillig Mir, dem
Christus, nachfolgten, indem sie die Gesetze der Bergpredigt hielten — und
die Scheinchristen, die nur von Mir, dem Christus, sprachen und doch gegen
die Gesetze handelten. Außerdem gab es noch die sogenannte
Zwangsnachfolge: Diese entstand aus der zwangsweise vollzogenen
Christianisierung der Massen durch die Kirchen.
Erkennet: Im ewigen Gesetz gibt es keinen Zwang. Gott, der Ewige, hat
allen Seinen Kindern den freien Willen gegeben. Wer sich frei entscheidet,
der hat mit der freien Entscheidung die Kraft zu dem, was echtes
Christentum prägt: Gleichheit, Freiheit, Einheit, Brüderlichkeit und
Gerechtigkeit. Alle Zwänge kommen aus dem Gesetz von Saat und Ernte, das
auch Fallgesetz genannt wird. Dem Menschen ist geboten, seinen geistigen
Weg frei zu wählen. Ich, Christus, bot und biete den Weg zum Herzen Gottes
an, doch Ich zwinge keinen Menschen, ihn zu gehen. Wer seine Nächsten
zwingt, lebt selbst unter dem Zwang des Fallgesetzes und verkörpert den
Fallgedanken.
Einige sogenannte christliche Konfessionen zwin-gen ihre Gläubigen zur
Wassertaufe. Schon die Klein-kinder, deren freier Wille noch nicht
entwickelt ist und die deshalb auch noch nicht selbst entscheiden können,
werden durch die Wassertaufe in die Mitgliedschaft einer Kirche gezwungen
und damit zur Teilnahme an ihren übrigen Ritualen veranlaßt.
Das ist ein Eingriff in den freien Willen des einzelnen, gleichsam eine
zwangsweise Christianisierung. Das sind Abläufe im Fallgesetz.
Menschen, die Mich, Christus, nicht freiwillig, aus tiefster innerer
Überzeugung, an- und aufnehmen, haben es oftmals sehr schwer, die Zehn
Gebote, die Auszüge aus dem ewigen Gesetz, in rechter Weise zu verstehen
und anzunehmen, weil diese durch viele Veräußerlichungen, dogmatische
Formen, Riten, Bräuche und Kulte in den Hintergrund gedrängt wurden. In
den Konfessionen wurden diese Veräußerlichungen zur Hauptsache, sie haben
jedoch mit dem inneren Christentum, der Inneren Religion, nichts gemein,
sondern stammen zum Teil unmittelbar aus der Zeit der Vielgötterei und des
Götzentums und damit aus dem Bereich der Fallebenen.
Erst wenn sich Menschen freiwillig lösen von den ihnen aufgezwungenen
Dogmen und starren Formen, von Riten und Kulten sowie von ihren eigenen
Gottesvorstellungen, können sie allmählich in ihr Inneres, in ihr wahres
Wesen, geführt werden. Dort, in ihrem inneren Sein, finden sie sich dann
als wahres Wesen in Gott und als Bewohner des Reiches Gottes, das inwendig
in jedem Menschen ist. Dieses Innere Leben ist die wahre Religion, die
Innere Religion.
Erkennet: Das ewige, allumfassende, universelle Gesetz, das Gesetz der
Himmel, ist unumstößlich. Es ist das Gesetz allen reinen Seins. Durch den
Fall ent-stand das Gesetz von Saat und Ernte und kann nur auf-gelöst
werden durch die Verwirklichung der ewigen Gesetze. Es kann jedoch nicht
umgangen werden. Das Gesetz von Saat und Ernte wirkt so lange in jeder
Seele, bis die Sünden erkannt, bereinigt, gesühnt und Mir, dem Christus
Gottes, übergeben wurden. Dann ist das Fallgesetz in der Seele aufgehoben.
Die Seele ist sodann weitgehend befreit von ihrer Unreinheit. Sie wird
wieder das reine Wesen in Gott, welches das Absolute Gesetz lebt, da es
wieder dem absoluten, all-waltenden Gesetz der Liebe und des Lebens
zustrebt.
Das Gesetz von Saat und Ernte hat so lange Gültigkeit, bis alles
Gegensätzliche abgegolten und in positive Energie umgewandelt ist und
jedes Wesen wieder in Gott lebt, aus dem es hervorging. In dem Maße, wie
alle Wesen aus Gott wieder eingegangen sind in das Herz Gottes, in das
Absolute Gesetz, werden sich alle Reinigungsebenen — alle teilmateriellen
und materiel-len Ebenen, einschließlich der Erde — in kosmische Energie
umwandeln und wieder im Absoluten Gesetz schwingen. Dann ist das
Fallgesetz aufgehoben, und Gottes Liebe ist bewußt und allwaltend in allem
Sein, in jedem Wesen.
Es wird kein »Tüpfelchen« vom ewigen Gesetz hinweggenommen, das die wahren
Propheten vor und nach Mir gebracht haben, das Ich als Jesus von Naza-reth
vorlebte.
Wenn es heißt: »nicht der kleinste Buchstabe«, so ist damit der einzelne
Aspekt der ewigen Wahrheit gemeint, nicht der Buchstabe und das Wort der
Menschen als solches. Menschliche Worte sind oft nur Symbole, die das
Innerste verbergen. Erst wenn der Mensch in die Symbolsprache
hineinzuspüren vermag, erkennt er die Wahrheit und den Sinn des Lebens,
der tief in den menschlichen Worten verborgen liegt.
»Das höhere Gesetz« ist der Schritt in das vollkommene Gesetz. Dieses wird
den weitgehend reinen Wesen, die von der Erde und den Seelenreichen her
kommen, in den Vorbereitunsebenen gelehrt, die sich vor dem Himmelstor
befinden. Das höhere Gesetz ist die letzte Lehrstufe vor dem Himmelstor.
Es zeigt den weitgehend reinen Wesen, wie die gesetzmäßige Strahlung im
Geistleibe wieder aktiviert wird, damit sie in der Unendlichkeit
angewendet werden kann.
Als Jesus von Nazareth habe Ich Teile aus dem vollkommenen Gesetz, dem
Absoluten Gesetz, gelehrt. Die ganze Wahrheit mußte den damaligen Menschen
noch verborgen bleiben, weil sie noch zu sehr am Götterglauben hingen und
an den verschiedenen Glaubensrichtungen der damaligen Zeit orientiert
waren. Deshalb sprach Ich sinngemäß: Wenn die Zeit gekommen ist, werde
Ich, der Geist der Wahrheit, euch in alle Wahrheit führen.
Auf dem Berge Golgatha — das heißt: Schädelstätte — wurde Ich von den
Römern gekreuzigt, weil das jüdische Volk Mich nicht als den Messias an-
und aufgenommen hat. Obwohl Ich im Jordantal landauf und landab predigte,
lehrte, heilte und viele Zeichen Meiner Gottheit gab, blieb das
halsstarrige jüdische Volk den Templern hörig und wurde deshalb
mitschuldig am Tode des Jesus von Nazareth.
Mit den sinngemäßen Worten »Es ist vollbracht« gingen in alle belasteten
und gefallenen Seelen die Erlöserfunken ein. Dadurch wurde und Bin Ich der
Erlöser aller Menschen und Seelen.
Als Christus Gottes wirkte und wirke Ich weiter. In allen Generationen bis
zur heutigen Zeit [1989] offenbarte und offenbare Ich Mich durch wahre
Gottesinstrumente, durch Menschen mit weitgehend gereinigten Seelen.
In dieser machtvollen Zeitenwende, in der die Lichtzeit den Menschen immer
näher kommt, lehre Ich das ewige Gesetz in allen seinen Facetten, und
immer mehr Menschen gehen den Pfad nach Innen zur Liebe Gottes.
Nun ist die Zeit gekommen, die Ich als Jesus von Nazareth ankündigte:
»Heute könnt ihr es noch nicht tragen, also erfassen, doch wenn der Geist
der Wahr-heit kommt, wird Er euch in alle Wahrheit führen.« Nun Bin Ich im
Geiste unter den Meinen, den treuen Wanderern zum ewigen Sein, zum
Bewußtsein Meines Vaters, und lehre sie das absolute, ewige Gesetz, auf
daß auch diejenigen, die im Friedensreiche leben werden, es erfüllen und
somit in Mir leben und Ich durch sie.
Meine Worte sind Leben, sind das ewige Gesetz. Sie bleiben in den
Wanderern zum ewigen Leben erhalten und auch in vielen schriftlichen
Aufzeichnungen — so auch mit diesem Buch für das Friedensreich Jesu
Christi.
Erkennet: Allein das ewige Gesetz der Liebe macht den Menschen frei —
nicht das Gesetz von Saat und Ernte. Dieses bringt ihm nur Leid,
Krankheit, Not und Siechtum.
9. Wer nun eines von diesen Geboten, die Er geben wird, bricht und
lehret die Leute ebenso zu tun, der wird der Geringste heißen im
Himmelreich. Wer sie jedoch hält und lehrt, derselbe wird groß genannt
werden im Himmelreich. (Kap. 25, 9)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Die Zehn Gebote, die Gott durch Moses Seinen Menschenkindern gab, sind
Auszüge aus dem ewigen Gesetz des Lebens und der Liebe. Wer gegen diese
Gebote verstößt, sie seine Mitmenschen nur lehrt, jedoch selbst nicht
hält, der ist ein falscher Lehrer. Er sündigt wider den Heiligen Geist.
Das ist die größte Sünde. Dieser Falschmünzer gebraucht Gottes Liebe, das
Gesetz des Lebens, zum Selbstzweck. Dadurch mißbraucht er das ewige
Gesetz. Jeder Mißbrauch ist Raub; und jeder Räuber ist ein Gejagter und
Gehetzter, der von seinen eigenen Taten, von seinen eigenen Ursachen,
früher oder später eingeholt und überführt wird. Denn Gott ist ein
gerechter Gott; durch Ihn wird alles offen-bar, sowohl das Gute als auch
das weniger Gute und das Böse.
Wer jedoch das Gesetz der Liebe und des Lebens hält, das heißt im
täglichen Leben erfüllt, und die Men-schen das lehrt, was er selbst
verwirklicht hat, der ist ein wahrer Geistiger Lehrer. Er reicht den
Menschen das Brot der Himmel und wird damit viele sättigen. Wer aus der
eigenen Erfüllung gibt, der ist von göttlicher Weisheit und Kraft erfüllt
und wird dann, wenn die Zeit gekommen ist, wie ein Stern am Himmel
leuchten. Denn der gotterfüllte Mensch schöpft aus dem Strom des Heils und
gibt selbstlos denen, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten.
Erkennet: Durch solche gerechten Männer und Frauen kommt das ewige Gesetz
der Liebe und des Lebens in diese Welt. Wer also das ewige Gesetz hält und
lehrt, der wird groß genannt werden im Himmelreich; das heißt: Er wird im
Himmel reichen Lohn ernten.
10. Wahrlich, die glauben und gehorchen, werden ihre Seelen retten, und
die nicht gehorchen, werden sie verlieren. Denn Ich sage euch: Ist eure
Gerechtigkeit nicht größer als die der Schriftgelehrten und Phari-säer, so
werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. (Kap. 25, 10)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Die Aussage: »... die glauben und gehorchen, werden ihre Seelen retten,
und die nicht gehorchen, werden sie verlieren« bedeutet: Wer glaubt und
die Gesetze Gottes befolgt, der wird seine Seele von dem Rad der
Wiedergeburt erretten, das ihn so lange in das Fleisch zieht, bis er alles
gesühnt hat, was ihn immer wieder in die Einverleibungen gezogen hat.
Erkennet: Allein der Glaube an das Gesetz des Lebens genügt nicht. Nur der
Glaube an das Leben und die Verwirklichung der Gesetze des Lebens führen
Mensch und Seele heraus aus dem Rad der Wiedergeburt.
Wer die Gesetze Gottes nicht hält, der verrät Gott und verkauft seine
Seele an die Finsternis. Dadurch deckt er das Licht seiner Seele, sein
wahres Leben, ab. Dieser Mensch lebt sodann in der Sünde und die Seele im
Schlaf dieser Welt. Das Gesetz der Einverleibung, das Rad der
Wiedergeburt, das die Seele zur Einverleibung zieht, wird noch eine
geraume Zeit wirksam sein, damit die einverleibte Seele erkennt, daß sie
nicht von dieser Welt ist, sondern im Erdenkleid, um das abzulegen, was
menschlich ist — und aufzudecken, was göttlich ist: ihr wahres, ewiges
Leben.
Nicht alle, welche die Schriftzeichen kennen, deuten diese nur dem
Buchstaben nach — sondern dem Sinne nach. Deshalb soll es heißen: Ist eure
Gerechtigkeit nicht größer als die vieler Schriftgelehrten — die vorgeben,
gerecht zu sein, und Mein Gesetz lehren, es jedoch selbst nicht halten —,
so werdet ihr nicht in das Himmelreich eingehen.
Deshalb bindet euch nicht an Meinungen und Anschauungen der Menschen.
Verwirklicht, was ihr aus dem Gesetze des Lebens erkannt habt; dann
erkennt ihr die weiteren Schritte zu den höheren Gesetzmäßigkeiten.
Erkennet: Die Gerechtigkeit Gottes ist Gottes Liebe und Weisheit. Wer sie
in sich nicht zur Entfaltung bringt, der strahlt sie auch nicht aus,
schaut auch nicht in die Tiefen des ewigen Seins und ergründet auch nicht
sein wahres Leben. Sein irdisches Leben ist ein Vegetieren. Er vegetiert
am wahren Leben vorbei. Sowohl im Diesseits als auch im Jenseits ist er
der geistig Tote. Er hat weder in diesem irdischen Dasein noch im
jenseitigen Leben die richtige Orientierung, weil er nicht nach den
Gesetzen des Lebens gelebt hat. Er ist nicht weise, sondern gibt nur sein
gespeichertes Wissen weiter. Dadurch wird er zum Anhänger der Sünde und
zuletzt ein Sünder. Er handelt wider das ewige Gesetz und fällt dadurch
immer tiefer in das Gesetz von Saat und Ernte.
11. Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altare opferst und wirst
eingedenk, daß dein Bruder etwas gegen dich hat, so laß deine Gabe vor dem
Altare und gehe zuvor hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann
komme und opfere deine Gabe. (Kap. 25, 11)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wenn du Mir, dem Christus, dein Leben weihen und Mir deine Fehler und
Sünden übergeben möchtest und du erkennst, daß du dich mit deinem Nächsten
noch nicht versöhnt hast, so lasse die Sünde zunächst vor dem inneren
Altar liegen. Gehe zu deinem Nächsten und versöhne dich mit ihm — und
dann, wenn du Gleiches oder Ähnliches, das zur Sünde geführt hat, nicht
mehr tun willst, dann lege deine Sünde auf den Altar. Der Altar befindet
sich im Innersten deines Tempels aus Fleisch und Bein. Der Geist der Liebe
und des Lebens wandelt sodann die Sünde in Kraft und Leben um. Denn was du
frei, ohne Zwang, bereitwillig Mir übergibst und also Gleiches oder
Ähnliches nicht mehr tust, von dem wirst du Befreiung erlangen. Deine
Seele empfängt sodann vermehrt das Licht aus Mir.
Beachtet folgende Gesetzmäßigkeit: Wenn ihr gegen euren Nächsten
ausschließlich in Gedanken gesündigt habt durch lieblose, neidische,
rachsüchtige, eifersüchtige oder haßerfüllte Gedanken, dann gehet nicht
auf ihn zu, um mit ihm darüber zu sprechen. Wisset, euer Nächster kennt
nicht eure Gedankenwelt. So ihr sie im Wort offenbar werden laßt, denkt er
darüber nach. Kommt allein zu Mir, dem Christus, der Ich in eurem Inneren
Bin, und bereut eure Gedanken und sendet gleichzeitig der Seele eures
Nächsten positive, selbstlose Gedanken, Gedanken der Bitte um Vergebung
und Gedanken innerer Verbundenheit. Dann löse Ich, was in Gedanken
verursacht wurde. Und so ihr dann Gleiches oder Ähnliches nicht mehr
denkt, so ist euch schon vergeben.
Erkennet: Wenn ihr zu eurem Nächsten von euren menschlichen Gedanken
sprecht, könnt ihr unter Umständen in ihm Menschliches anrühren, das
gerade in der Umwandlung begriffen ist. Es könnte dann in eurem Nächsten
wieder aufbrechen. Er beginnt sodann, wieder negativ zu denken und zu
sprechen, und belastet sich aufs neue.
Das Gesetz lautet: Nicht nur der belastet sich, der durch euer falsches
Verhalten wieder zum Nachdenken angeregt wurde, sondern auch ihr belastet
euch, die ihr eure Gedanken ausgesprochen und dadurch in eurem Nächsten
Menschliches angeregt habt, das im Um-wandlungsprozeß stand.
Wenn jedoch von eurem Munde Ungesetzmäßiges ausgeht, indem ihr euren
Nächsten beschuldigt, beschimpft und ihm Übles nachsagt — auch dann, wenn
er es über Zweite oder Dritte hört —, so geht hin und bittet ihn um
Vergebung. Hat er euch vergeben, so hat euch auch der ewige himmlische
Vater in Mir, dem Christus, vergeben. Hat er euch jedoch nicht vergeben,
so wird euch auch euer himmlischer Vater in Mir, dem Christus, nicht
vergeben können. Die Liebe des Vater-Mutter-Gottes jedoch wird das noch
starre Herz mehr und mehr berühren, auf daß sich der Mensch rascher
besinnt und euch vergibt, so daß euch auch Gott in Mir, dem Christus,
vergeben kann und dann alles getilgt und umgewandelt ist, was einst
gegensätzlich war.
Hütet euch vor eurer eigenen Zunge! Denn was von eurem Munde an
Ungesetzmäßigem ausgeht, kann eurem Nächsten und euch selbst einen weit
größeren Schaden zufügen als eure Gedanken, die ihr rechtzeitig, bevor sie
zur Wirkung kommen, erkennt und Mir, dem Christus in euch, übergeben habt.
Erkennet eine weitere Gesetzmäßigkeit: Gedanken seht und hört ihr nicht —
und doch sind sie da. Sie schwingen in die Atmosphäre, und wer Gleiches
oder Ähnliches denkt, den können sie beeinflussen. So ihr sie rechtzeitig
Mir übergebt, so sind sie aufgehoben — es sei denn, die Seele eures
Nächsten hat sie schon in sich registriert. Dann werdet ihr so geführt,
daß ihr diesem Menschen, über den ihr negativ gedacht habt, Gutes tun
könnt. Und so ihr selbstlos Gutes tut, ohne eure ehemaligen Gedanken
auszusprechen, dann wird in der Seele dessen, über den ihr gegensätzlich
gedacht habt, das gelöscht, was er schon in seine Seele aufgenommen hatte.
Dann ist auch in euch gelöscht, was eure Seele ausgestrahlt hat.
12. Werde schnellstens einig mit deinem Widersacher, solange du noch
mit ihm auf dem Wege bist, auf daß dich dein Widersacher nicht einst dem
Richter überantwortet, und der Richter überantwortet dich dem Schergen,
und du wirst nicht früher herauskommen, bis du nicht den letzten Pfennig
bezahlt hast. (Kap. 25,12)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
»Werde schnellstens einig mit deinem Widersacher, solange du noch mit ihm
auf dem Wege bist« heißt: Laß die Sünde, die du an deinem Nächsten
begangen hast, nicht anstehen! Bereinige sie so rasch wie möglich, denn
noch ist er mit dir auf dem Lebensweg im Erdendasein. Ist seine Seele von
der Erde gegangen, dann mußt du unter Umständen warten, bis wieder eine
Begegnung stattfinden kann und du ihn um Vergebung bitten kannst.
Erkennet: Der Richter ist das Gesetz von Saat und Ernte. Wird dieses
wirksam, dann wird der Mensch so lange nicht herauskommen, bis er »den
letzten Pfennig« bezahlt hat — bis also alles gesühnt ist, was er
verursacht und nicht rechtzeitig bereut hat.
Nutzt deshalb die Chance, euren Nächsten um Vergebung zu bitten und ihm zu
vergeben, solange ihr mit ihm noch auf dem Weg über die Erde wandert und
die Sünde sich noch nicht in die Seele eingegraben hat und zur Ursache
geworden ist. Wer nicht vergibt und nicht um Vergebung bittet, der hat die
Wirkung zu tragen, bis er »den letzten Pfennig bezahlt« hat.
Werdet also so rasch wie möglich eins mit eurem Nächsten. Haben die
Ursachen — z.B. Streit, Mißgunst oder Neid — bereits in eurer Seele
Wurzeln gefaßt und ist dies auch in eurem Nächsten geschehen, gegen den
ihr seid, dann ist es möglich, daß euer Nächster euch nicht so rasch
vergibt — auch dann nicht, wenn ihr eure Sünde erkannt und bereut habt.
Denn in seiner Seele kann sich der Schuldkomplex verfestigt haben durch
die gleiche oder ähnliche Denkweise, die ihr in ihm ausgelöst habt. Durch
euer sündhaftes Verhalten, das ihr über längere Zeit genährt habt, hat
auch er den Groll gegen euch in seiner Seele gefördert — und hat so, wie
auch ihr, ein umfangreiches gegensätzliches Energiefeld geschaffen, einen
Schuldkomplex, der nun von euch beiden bearbeitet werden muß. Die
Bereinigung kann noch in diesem Erdendasein auf euch zukommen oder erst in
den Seelenreichen oder in weiteren Inkarnationen.
Erkennet: Bevor ein Schicksal über den Menschen hereinbricht, wird er vom
Geiste des Lebens, der auch das Leben der Seele ist, und auch vom
Schutzgeist oder durch Menschen ermahnt. Die Ermahnungen aus dem Geiste
sind feinste Empfindungen, die aus der Seele strömen oder die der
Schutzgeist in die Empfindungs- oder Gedankenwelt des Menschen einfließen
läßt. Sie ermahnen den Menschen, umzudenken oder zu bereinigen, was er
verursacht hat. Der ewige Geist des Lebens und der Schutzgeist können auch
Menschen anregen, auf denjenigen zuzugehen, der kurz vor einem
Schicksalsschlag steht. Sie kommen sodann auf den Betroffenen zu und
beginnen ein Gespräch, das sich wie von selbst auf die Angelegenheit
bezieht. Daraus könnte dann die Ursache für das sich anbahnende Schicksal
erkannt und bereinigt werden.
Ihr erkennt also, daß das ewige Licht auf mannigfache Art und Weise
Ermahnungen und Hinweise gibt — sowohl dem Nächsten, mit dem ihr Ursachen
geschaffen habt, als auch euch selbst.
Auch durch Impulse über Tagesereignisse wird der Mensch rechtzeitig
ermahnt, bevor das von ihm Verursachte als Schicksal über ihn
hereinbricht.
Wer solche Hinweise ernst nimmt und das, was er an Sünde erkannt hat,
durch Reue, Vergeben, die Bitte um Vergebung und Wiedergutmachen
bereinigt, der muß nicht das von ihm Verursachte tragen. Ist die Sünde
groß, dann ist es möglich, daß er davon einen Teil zu tragen hat, jedoch
nicht das Ganze, das aus der Seele herausbrechen wollte. Wer jedoch alle
Ermahnungen übersieht und überhört, weil er sich mit menschlichen Dingen
betäubt, der wird seine selbstge-schaffenen Ursachen zu tragen haben, bis
»der letzte Pfennig bezahlt« ist.
13. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben
und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch, die ihr hört: Liebet eure
Feinde, tut Gutes denen, die euch hassen. (Kap. 25, 13)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Das Gebot des Lebens lautet: »Liebet eure Feinde, tut Gutes denen, die
euch hassen.«
Jeder Mensch sollte in jedem Mitmenschen seinen Nächsten, seinen Bruder
und seine Schwester, sehen. Auch in den scheinbaren Feinden sollt ihr eure
Nächsten erkennen und euch bemühen, sie selbstlos zu lieben.
Der scheinbare Feind kann dir sogar ein guter Spiegel zur Selbsterkenntnis
sein, dann, wenn du dich wegen der Feindseligkeit — die viele Gesichter
haben kann — erregst; denn wenn euch etwas an eurem Näch-sten erregt,
liegt Gleiches oder Ähnliches in euch sel-ber vor.
Kannst du jedoch deinem Nächsten, der dich beschuldigt und angeklagt hat,
ohne größere Erregung vergeben, dann liegt bei dir keine Entsprechung vor;
du hast also nicht Gleiches oder Ähnliches in dir und deshalb hierfür
keine Resonanz in deiner Seele. Es ist möglich, daß du das, wessen du
beschuldigt wurdest, schon in Vorleben bereinigt oder gesühnt hast — oder
auch noch nie in deiner Seele aufgebaut hast. Es lag dann nur in der Seele
dessen, der gegen dich gedacht, gesprochen und dich beschuldigt hat. Wenn
also in dir keine Erregung anklingt, kein Echo aus deiner Seele kommt,
dann warst du für ihn der Spiegel. Ob er in diesen Spiegel für sein
menschliches Ich schaut oder nicht — das überlasse Gott und ihm, Seinem
Kind.
Erkenne: Allein schon durch deinen Anblick regte sich sein Gewissen und
spiegelte ihm zu, daß er einst über dich z.B. gegensätzlich gedacht und
gesprochen hat. Nun hat er die Möglichkeit, das zu bereinigen. Tut er
dies, indem er bereut und fortan nicht mehr Gleiches oder Ähnliches denkt
oder tut, dann ist es in seiner Seele behoben, also umgewandelt. Dann erst
wird er dich mit den Augen des Inneren Lichtes sehen.
Ein Zeichen dafür, daß sich in einer Seele Gegensätzliches zum Positiven
gewandelt hat, ist das Wohlwollen und Verständnis dem Nächsten gegenüber.
14. Segnet, die euch fluchen, und betet für die, die euch aus Bosheit
mißbrauchen. Auf daß ihr Kinder seid eures Vaters, der im Himmel ist, und
der die Sonne aufgehen läßt über dem Bösen und über dem Guten und Regen
sendet über den Gerechten und den Ungerechten. (Kap. 25, 14)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wer diese Gebote hält, der ist gegenüber seinen Mitmenschen gerecht und
wird durch sein Leben in Gott viele Menschen zum Leben in Gott führen.
Gott straft und züchtigt Seine Kinder nicht. Das sagen schon die Worte:
»... der die Sonne aufgehen läßt über dem Bösen und über dem Guten und
Regen sendet über den Gerechten und den Ungerechten.«
Gott ist der Geber des Lebens, weil Er selbst das Leben ist. Aus dem
ewigen Gesetze des Lebens gab Gott den Menschen den freien Willen zur
freien Entscheidung für oder gegen Ihn. Wer für Ihn ist, der hält die
ewigen Gesetze der Liebe und des Lebens und wird auch vom ewigen Gesetz
die Gaben der Liebe und des Lebens empfangen. Wer gegen das ewige Gesetz
empfindet, denkt und handelt, der empfängt das, was er gesät, also
empfunden, gedacht, gesprochen und getan hat.
Jeder empfängt also, was er selbst gesät hat. Wer gute Saat sät, also
Gottes Gesetze erfüllt, wird auch gute Früchte ernten. Wer menschliche
Saat sät, die er als menschliche Empfindungen, Gedanken, Worte und Taten
in den Acker seiner Seele einbringt, der wird auch entsprechende Früchte
ernten.
Daraus erkennt ihr, daß Gott nicht in den Willen des Menschen eingreift.
Er ist Geber, Helfer, Mahner, Führer und Beschützer jener, die sich
bemühen, Seinen Willen zu tun, weil sie sich Ihm zuwenden. Wer sich von
Ihm abwendet, indem er sein eigenes, menschliches Gesetz schafft, der wird
auch von seinem eigenen, menschlichen »Ichheitsgesetz« gesteuert werden.
Gott greift also nicht in das Gesetz von Saat und Ernte ein. Gott kommt
Seinen Kindern auf mannigfache Art und Weise entgegen, und die, die Ihn
von Herzen bitten und erfüllen, was Ich, Christus in Gott, Meinem Vater,
ihnen geboten habe — einander selbstlos zu lieben —, die sind in Gott, und
Gott wirkt durch sie.
15. Denn so ihr die liebet, die euch lieben, was für Lohn werdet ihr
haben? Denn auch die Sünder lieben, die sie lieben. Und wenn ihr Gutes tut
denen, die euch Gutes tun, was für Lohn werdet ihr haben? Denn auch Sünder
tun dasselbe. Und so ihr nur eure Brüder grüßet, was tut ihr mehr denn die
anderen? Tun so nicht auch die Zöllner? (Kap. 25, 15)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Nimm also deinen Nächsten in deinem Herzen an und auf, auch dann, wenn er
dich nicht liebt, auch dann, wenn er dir nicht beisteht und dich
mißachtet, indem er dir den Gruß verwehrt. Liebe du ihn! Stehe du ihm
selbstlos bei, und grüße du ihn — und sei es nur in Gedanken, wenn er mit
Worten nicht gegrüßt werden möchte. Auch ein Herzensgruß, der in Gedanken
gegeben wird, geht in seine Seele ein und bringt zur rechten Zeit gute
Früchte.
Achtet also darauf, daß ihr euch wie die Sonne verhaltet, die gibt — ob
der Mensch sie sehen oder nicht sehen möchte, ob er sich Regen oder Sturm
wünscht, ob er nach Kälte oder nach Wärme verlangt.
Gebt die selbstlose Liebe, wie die Sonne der Erde gibt, und achtet alle
Menschen, alles Sein. Dann werdet ihr den Lohn im Himmel empfangen.
Redet nicht den Menschen nach dem Munde. Macht keine Unterschiede wie die
Menschen, die sich nur zu jenen gesellen und nur mit denen sind, die ihr
Denken und Tun teilen und die Andersdenkende und Andershandelnde
verurteilen.
16. Und wenn du etwas wie dein Leben begehrst, aber es führet dich von
der Wahrheit ab, lasse ab davon, denn es ist besser, in das Leben
einzugehen und die Wahrheit zu besitzen, als es zu verlieren und in die
äußere Finsternis gestoßen zu werden. (Kap. 25, 16)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Was der Mensch für sich persönlich begehrt, ist auf den Menschen, auf sein
niederes Ich, bezogen. Alles dies ist Bindung. Bindung heißt gebunden sein
an Menschen und Dinge. Wer sich an Menschen und Dinge bindet, wer also an
etwas gebunden ist, der ver-ringert den Fluß der kosmischen Energien.
Wenn du einen Menschen allein deiner Vorteile wegen an dich bindest, dann
verfolgst du mit deinem Eigenwillen Interessen, die dich vom Leben in Mir,
dem Christus, abbringen. Damit verläßt du das unpersönliche, selbstlose
Leben, verstrickst dich in Besitzen-, Sein- und Habenwollen und verarmst
in deinem Inne-ren an geistigem Leben. Wenn du nicht rechtzeitig vom
Besitzen-, Sein- und Habenwollen abläßt, wirst du einst alles verlieren.
Wenn du dich in den Wirkungen — etwa durch den Verlust deines Hab und
Gutes oder in der Krankheit oder in der Not und im Leid — nicht selbst
erkennst und dann auch nicht bereust und wiedergutmachst, wirst du als
Seele und als Mensch in der Finsternis wandeln, weil du nur auf dich, auf
dein persönliches Wohl, bedacht warst.
Deshalb erkenne dich jeden Tag aufs neue, und verwirkliche täglich die
Gesetze Gottes, und lasse davon ab, etwas für dein persönliches Ich zu
begehren. Bleibe wahrhaftig — und so dem Gesetze Gottes treu. Dann wirst
du in das Leben, das dein wahres Sein ist, eingehen — und du wirst reich
sein in dir, weil du in dir den Himmel erschlossen hast.
Wer kein Gefäß der Wahrheit ist, in den kann auch die Wahrheit, die
unpersönlich ist, nicht einfließen. Ein solcher Mensch ist nur auf sich
selbst bezogen und sammelt nur für sich selbst. Dieses Verhalten führt
dazu, daß er sich von Gottes ewig fließender Kraft abwendet und ein
»Tümpelleben« führt. In den Tümpel fließt nur Gegensätzliches ein und
wenig ab. Das bedeutet, daß er das am eigenen Leib spüren wird, was er in
seinem Tümpel angesammelt hat.
Die ewige Wahrheit fließt hingegen in dem Menschen und durch den Menschen,
der ein Gefäß der Wahrheit ist. Er empfängt von Gott und gibt aus Gott und
wird somit zum Quell des Lebens für viele. Die kosmische Lebensenergie,
der Quell allen Seins, fließt durch alle Seinsformen und durch jene
Menschen und Seelen, die sich Gott zugewandt haben, also zum Gefäß Gottes
geworden sind.
Erkennet: Die ewig strömende Kraft fließt nur durch den Menschen und die
Seele, die nicht für eigensüchtige Zwecke sammeln, sondern selbstlos
geben. Nur durch den selbstlos Gebenden fließt unaufhörlich der Strom
Gottes! Kann Gott durch den Menschen ungehindert hindurchströmen, dann
lebt der Mensch in der Wahrheit, in Gott, in dem Leben, das ewig währt.
Nur solche Menschen geben aus Mir, dem Leben, weil sie in Mir, dem Leben
und der Wahrheit, stehen.
17. Und wenn du etwas begehrst, das anderen Pein und Kummer bereitet,
reiß' es aus deinem Herzen. Nur so wirst du Frieden erlangen. Denn es ist
besser, Kum-mer zu erleiden, als jenen Kummer zu bereiten, die schwächer
sind als ihr.
18. Seid also vollkommen, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.«
(Kap. 25, 17-18)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Alles, was an Ungöttlichem von dir ausgeht — wie gegensätzliche Gedanken,
Worte und Taten —, kann nicht nur deinem Nächsten Pein und Kummer
bereiten, sondern auch dir selbst. Denn was der Mensch sät, das wird er
ernten.
Die Ernte entspricht der Saat. Sie wird immer von dem geerntet, der gesät
hat — nicht von seinem Nächsten. Dein Nächster hat nicht deine Saat gesät
und wird auch nicht deine Ernte ernten.
Deine Samen können jedoch Flugsamen sein — wie die Samen verschiedener
Blumenarten, die vom Wind nach der Blütezeit fortgetragen werden und dort
Wurzeln fassen, wo sie sich festhalten können. So können auch deine
Gedanken, Worte und Taten wie Flugsamen in den Seelenacker deines Nächsten
fallen und aufgehen, wenn sie dort gleiche oder ähnliche Bedingungen
vorfinden.
Gleiches oder Ähnliches wie in dir liegt in ihm zugrunde, wenn er sich
über deine Worte und Handlungen erregt und ärgert, du ihm damit Kummer
bereitest und er, angeregt von deinem Flugsamen, Gleiches oder Ähnliches
denkt, spricht und tut. Du jedoch hast es ausgelöst und kannst im Gesetz
von Saat und Ernte zur Rechenschaft gezogen werden. Dir ist geboten,
deinen Nächsten selbstlos zu lieben und ihm zu dienen und zu helfen — und
nicht, durch dein Verhalten ihm Pein und Kummer zu bereiten.
Wenn sich dann dein Nächster durch dein ungesetzmäßiges Verhalten
belastet, weil du in seinen Seelenacker eingedrungen bist und Ursachen zum
Schwingen gebracht hast, unter denen er später schwer zu leiden und zu
tragen hat, so bist du an ihn gebunden. Und so er auf dein Verhalten hin
ebenfalls ungesetzmäßig reagiert, ist er wiederum an dich gebunden. In
dieser oder in einer anderen Daseinsform werdet ihr dies miteinander zu
bereinigen haben.
Erkennet: Ein kleiner, unscheinbarer Flugsame menschlichen Ichs kann eine
große Ursache schaffen, die ihre Wirkung schon in sich trägt.
Erkennet also: Jede Ursache muß behoben werden!
Ein weiteres Beispiel: Wenn du deine negativen Gedanken, Worte und Taten
gleich Flugsamen aussendest und dein Nächster hört, was du über ihn
sprichst, er jedoch keine Notiz davon nimmt, weil er im Acker seiner Seele
hierfür keine Entsprechungen hat, dann wirst nur du dich belasten und du
bist an ihn gebunden — nicht er an dich. Dein Nächster kann in den Himmel
eingehen, weil er deine negativen Samen nicht an- und aufgenommen hat, da
er nicht Gleiches oder Ähnliches dachte und sprach wie du. Hast du jedoch
in deinem Nächsten durch dein Fehlverhalten Ursachen angestoßen, die in
ihm nicht hätten zur Wirkung kommen müssen, da er sie in späterer Zeit
ohne Pein und Kummer hätte bereinigen können, so trägst du die größere
Schuld und mußt den Teil tragen, den du an deinem Nächsten verursacht
hast.
Mußt du also Pein und Kummer erdulden, dann gib nicht deinem Nächsten die
Schuld an deinem Zustand. Du selbst bist der Urheber — und nicht dein
Nächster. Deine Pein und dein Kummer sind das Saatgut in deiner Seele, das
aufgegangen ist — und sich in oder an deinem Leib als Ernte zeigt.
Allein Ich, Christus, dein Erlöser, kann dich davon frei machen — und nur
dann, wenn du bereust und Gleiches oder Ähnliches nicht mehr tust. Dann
ist die Last von deiner Seele genommen, und es wird dir besser ergehen.
Erkennet: Wer seine Pein und seinen Kummer als seine eigene Saat erkennt
und sein Leid annimmt, der zeigt wahre innere Größe. Dies ist ein Zeichen
geistigen Wachstums; das geistige Wachstum führt allmählich in die
Vollkommenheit.
Das reine Wesen ist vollkommen; es ist das Ebenbild des
Vater-Mutter-Gottes. Es lebt in Gott, und Gott lebt durch das reine Wesen.
Selig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen — weil sie
wieder Ebenbilder des himmlischen Vaters geworden sind. Aus einem reinen,
gottergebenen Herzen entströmen Sanftmut und Demut.
1. »Habt acht, daß ihr eure Almosen nicht vor den Leuten gebt, um von
ihnen gesehen zu werden. Ihr habt sonst keinen Lohn bei eurem Vater im
Himmel. Wenn du Almosen gibst, sollst du es nicht ausposaunen, wie es die
Heuchler tun in den Synagogen und auf den Straßen, auf daß sie von den
Leuten gepriesen werden. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben bereits ihren
Lohn.
2. Wenn du aber Almosen gibst, so laß deine linke Hand nicht wissen,
was deine rechte Hand tut, damit dein Almosen im Verborgenen bleibe; und
der Eine, der ins Verborgene sieht, wird es dir öffentlich anerkennen.
(Kap. 26, 1-2)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Die gelebte Bergpredigt ist der Innere Weg zum Herzen Gottes. Was der
Mensch nicht selbstlos tut, das tut er für sich selbst. Die
Selbstlosigkeit ist Gottesliebe. Der Eigennutz ist Menschenliebe. Wer
seinem Nächsten nur dann Gutes tut, wenn dieser ihm dafür dankt und seine
guten Taten rühmt, der hat es nicht für seinen Nächsten getan, sondern für
sich selbst. Der Dank und das Lob sind sodann sein Lohn. Er ist damit
schon entlohnt und wird von Gott keinen Lohn mehr empfangen. Nur die
Selbstlosigkeit wird von Gott belohnt. Die Selbstlosigkeit wächst und
reift nur in dem Menschen, der die ersten Schritte zum Königreich des
Inneren getan, also verwirklicht, hat.
Die ersten Schritte dahin sind die Kontrolle der Gedanken: Setze an die
Stelle ichbezogener, negativer, grüblerischer oder leidenschaftlicher
Gedanken posi-tive, hilfreiche, freudige, edle Gedanken und Gedanken an
das Gute im Menschen und in allem, was dir begegnet. Dann wirst du
allmählich deine Sinne unter Kontrolle bekommen. Du wirst dann auch von
deinem Nächsten nichts mehr begehren und nichts mehr von ihm erwarten. Du
wirst im weiteren Verlauf des Inneren Weges nur noch Positives und
Wesentliches reden. Dadurch bekommst du dein menschliches Ich unter
Kontrolle, weil du in dir zu ruhen gelernt hast. Dann lichtet sich deine
Seele immer mehr, und du findest in allem, was auf dich zukommt, das Gute,
das du sodann auch in rechter Weise an- und auszusprechen vermagst. Hast
du dies gelernt, dann wirst du auch das Gegensätzliche gesetzmäßig
ansprechen. Auf diese Weise erwachen in dir Aufrichtigkeit und
Ehrlichkeit, und du hältst dabei Gott in allem die Treue.
Dieser geistige Evolutionsprozeß zur Selbstlosigkeit ist der Innere Weg
zum Herzen Gottes. Alles, was du aus Selbstlosigkeit tust, bringt dir
mannigfache Früchte.
Wenn also deine Empfindungen ohne Erwartungen sind und deine Gedanken edel
und gut, dann ist in deinen Worten und deinen Taten die Kraft aus Gott.
Diese Kraft ist Meine Lebensenergie. Sie geht in die Seele deines Nächsten
ein und bewirkt, daß dein Nächster ebenfalls selbstlos wird. Denn was von
deiner lichten Seele ausgeht, das geht — früher oder später, je nachdem,
wann sich der Nächste dafür öffnet — auch in die Seele und in das Gemüt
deines Nächsten ein.
Wer selbstlos gibt, fragt nicht, ob der Nächste auch erfährt, was er
gegeben hat. Der Selbstlose gibt! Er weiß, daß Gott, der ewige Vater, in
das Herz aller Seiner Kinder schaut und daß der Ewige, dessen Geist in
jedem Menschen wohnt, den Selbstlosen dann belohnt, wenn hierfür die Zeit
gekommen ist. Das allein ist von Bedeutung.
Erkennet: Alle guten, also selbstlosen Werke wer-den rechtzeitig offenbar,
auf daß es jene erkennen, die es sehen sollen, um ebenfalls selbstlos zu
werden, in-dem auch sie das Leben in Mir annehmen und anstre-ben — und das
tun, was Ich ihnen geboten habe: sich untereinander selbstlos zu lieben,
wie Ich, der Christus, sie liebe.
3. Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die gerne
beten in den Synagogen und an den Straßenecken, auf daß sie von den Leuten
gesehen werden. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben bereits ihren Lohn.
4. Wenn du aber betest, so gehe in deine Kammer, und wenn du die Türe
geschlossen hast, bete zu deinem himmlischen Vater, der im Verborgenen
ist; und der verborgene Eine, der ins Verborgene sieht, wird es dir
öffentlich anerkennen. (Kap. 26, 3-4)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wenn du betest, dann ziehe dich in eine stille Kammer zurück und versenke
dich in dein Inneres, denn in dir wohnt des Vaters Geist, dessen Tempel du
bist.
Wenn du nur betest, um gesehen zu werden, damit dich deine Nächsten für
fromm und gläubig halten, so sage Ich dir: Das ist keine Frömmigkeit,
sondern Frömmelei; es ist Heuchelei. Solche veräußerlichten Gebete sind
ohne Kraft. Wer nur mit den Lippen betet oder um gesehen zu werden, der
sündigt wider den Heiligen Geist, denn er mißbraucht heilige Worte zum
Eigennutz.
Erkenne: Wenn du im Gebet Gott ansprichst und in deinem Leben nicht
wahrmachst, worum du gebetet hast, wenn also deine Gebete nur eine
Darstellung deines Ichs sind und nicht aus der Tiefe deiner Seele kommen
und nicht von der Liebe zu Gott beseelt sind, dann sündigst du wider den
Heiligen Geist. Das ist die größte Sünde.
Wenn deine Gebete nicht selbstlos aus dem Herzen strömen, dann wäre es
besser, du würdest nicht beten und dir zuerst deine Gedanken und
menschlichen Wünsche bewußt machen und sie allmählich Mir überge-ben — auf
daß die selbstlose Liebe, die in dir ist, auch in dir wächst und du von
Herzen zu beten vermagst. Dann werden deine Gebete allmählich beseelt und
durchdrungen sein von der Liebe zu Gott und zu deinem Nächsten.
»... und der verborgene Eine, der ins Verborgene sieht, wird es dir
öffentlich anerkennen« heißt: Deine Lichtgedanken und kraftvollen Gebete,
die von der Liebe zu Gott beseelt sind, werden noch in dieser Welt Früchte
tragen. Du darfst deine Saat der Liebe erkennen, und auch dich werden
viele erkennen als einen Quell der Liebe.
5. Und wenn ihr gemeinsam betet, gebraucht keine leeren Wiederholungen
wie die Heiden, denn diese meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte
machen. Darum sollt ihr es ihnen nicht gleichtun; denn euer Vater im
Himmel weiß, was ihr bedürfet, bevor ihr bittet ... (Kap. 26, 5)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Nur der Mensch, der aus dem Gesetz der Wahrheit wenig verwirklicht hat,
gebraucht im Gebet und im täglichen Leben viele Worte und leere,
unbeseelte Wiederholungen.
Wer vom Gesetz der Wahrheit und des Lebens viel spricht, also viele Worte
darum macht, der kann sie nicht mit Kraft und Leben erfüllen, weil er
selbst nicht vom Gesetz Gottes erfüllt ist. Solche Worte sind ichbezogene
und deshalb lieblose Worte, auch wenn sie so gewählt sind, als seien sie
von der Liebe getragen. Unbeseeltes Reden gelangt nicht in das Innerste
der Seele deines Nächsten und hat dadurch auch kein Echo in dem Menschen,
der Gottes Liebe in und durch sich walten läßt. Wer unbeseelt über das
Gesetz der Wahrheit und des Lebens spricht, das er jedoch nicht
verwirklicht, regt bei einem Menschen, der dies hört und der ebenfalls
noch nach außen orientiert ist, nur zu Diskussionen an.
Erkennet: Wer über geistige Gesetzmäßigkeiten diskutiert, der kennt die
Gesetze Gottes nicht. Jeder, der diskutieren will, ist überzeugt, daß er
es besser weiß als sein Nächster und will sich dies selbst bestä-tigen.
Wer diskutiert, gibt nur Zeugnis von sich selbst, nämlich: daß er nichts
weiß und unsicher ist. Deshalb diskutiert er.
Wer jedoch zur Wahrheit gefunden hat, der diskutiert nicht über die
Wahrheit, auch nicht über das, was Glaube ist. Das Wort »Glaube« enthält
auch Nichtwissen: Was der Mensch letztlich nicht weiß oder nicht beweisen
kann, das glaubt er. Wer an die Wahrheit glaubt, der hat die ewige
Wahrheit noch nicht gefunden. Er bewegt sich auch noch nicht im Strom der
ewigen Wahrheit. Glaube ist also noch Blindheit.
Wer jedoch zur ewigen Wahrheit gefunden hat, der muß nicht mehr an die
Wahrheit glauben — er weiß die Wahrheit, weil er sich im Strom der
Wahrheit bewegt. Das ist der wahre weise Mensch, der in sich den Schatz,
die Wahrheit, gehoben hat. Wahre Weise ruhen in sich. Das ist innere
Sicherheit und Festigkeit. Sie diskutieren nicht über den Glauben, weil
sie vom Glauben zur Weisheit, die Wahrheit ist, gefunden haben.
Wer also nur an Gott glaubt, ohne die Tiefe der ewigen Wahrheit, das ewige
Gesetz, zu kennen, macht viele Worte um seinen Glauben.
Auch mit seinen Gebeten wird er es ähnlich halten: Er macht viele Worte,
da er seine Worte nicht mit selbstloser Liebe beseelt. Er ist der Ansicht,
mit vielen Worten Gott überzeugen oder Ihn gar überreden zu können. Er
glaubt, sich vor Gott verständlich machen zu müssen, da er annimmt, Gott
könnte seine Gebete anders verstehen, als er sie gemeint hat. Ähnlich
denken und beten die Heiden.
Erkennet: Je tiefer der Mensch in die göttliche Wahrheit eintaucht, um so
weniger Worte gebraucht er auch im Gebet. Seine Gebete sind kurz, doch
kraftvoll, weil das Wort gelebte Kraft ausstrahlt.
... Darum sollet ihr, wenn ihr beisammen seid, so beten:
6. Unser Vater, der Du bist im Himmel, geheiligt sei Dein Name. Dein
Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser tägliches
Brot gib uns Tag für Tag und die Frucht des lebendigen Weinstockes. Und
wie Du uns vergibst unsere Sünden, so mögen auch wir vergeben die Sünden
anderer. Verlasse uns nicht in der Versuchung. Erlöse uns vom Bösen. Denn
Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in alle Ewigkeit.
Amen. (Kap. 26, 5-6)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Das Gemeinschaftsgebet, das Vaterunser, wird mit unterschiedlichen Worten
und Inhalten gebetet, weil jede Gemeinschaft es so betet, wie es dem
Liebepotential der Gemeinschaft entspricht.
Als Jesus von Nazareth lehrte Ich das Gemeinschaftsgebet, das
Vaterunser,
in Meiner Muttersprache, also mit anderen Worten und so auch mit anderen
Inhalten, als es in späteren Zeiten und anderen Sprachen gebetet wurde.
Die Worte als solche sind unwesentlich. Wichtig ist, daß der Mensch
verwirklicht, was er betet! Dann ist jedes Wort, das aus seinem Munde
kommt, beseelt mit Liebe, Kraft und Weisheit.
Ihr sollt nicht dem Buchstaben nach beten oder danach trachten, das
Vaterunser, das Ich die Meinen gelehrt habe, wortgetreu zu beten.
Wesentlich ist, daß ihr die Worte eurer Gebete mit der Liebe zum Ewigen
und zu eurem Nächsten beseelt und daß der Inhalt eurer Gebete eurem Leben
entspricht.
Menschen, die von der ewigen Wahrheit, der Liebe und Weisheit Gottes,
erfüllt sind, werden wieder anders beten als jene, die nur beten, weil es
ihnen so gelehrt wurde oder weil sie einer Konfession ange-hören, in
welcher die Gebete entsprechend dem Be-wußtsein der Konfession gesprochen
werden.
Menschen auf dem Weg zu ihrem göttlichen Ursprung beten frei, das heißt
mit selbstgewählten Worten, die von Liebe und Kraft beseelt sind.
Menschen, die in Meinem Geiste leben, die von Gottes Liebe und Weisheit
durchdrungen sind, die also Gottes Gesetze im täglichen Leben
verwirklichen, werden vor allem Gott für ihr Leben und für alles danken,
Ihn loben und preisen und Ihm mehr und mehr ihr Leben weihen — in
Empfindungen, Gedanken, Worten und Werken —, weil sie Leben aus Seinem
Leben geworden sind.
Menschen im Geiste des Herrn leben das Gebet. Das
heißt, sie erfüllen mehr und mehr die Gesetze des Ewigen und sind selbst
zum Gebet geworden, das eine Anbetung Gottes ist.
Wer also Gottes Willen erfüllt, lebt immer mehr in der Anbetung Gottes.
Solche Menschen halten nicht nur die Gesetze Gottes, sondern sind
weitgehend zum Gesetz der Liebe und Weisheit geworden.
Im heranreifenden Friedensreiche Jesu Christi, in dem ich der Herrscher
und das Leben Bin, werden die Menschen das Gesetz Gottes mehr und mehr
halten. Viele von ihnen sind zum Gesetz geworden — und so zu Gottmenschen,
die das Leben, Gott, in allem verkörpern, was sie denken, reden und tun.
Ihre Gebete sind das Leben in Mir, die Erfüllung des ewigen Gesetzes. Mit
ihrem Leben, welches das Gesetz Gottes ist, danken sie Gott für das Leben.
Der Dank an Gott ist also das Leben in Gott. Ihr Leben, das ein einziger
Dank ist, strömt in das Friedensreich hinein.
Sie beten sinngemäß mit folgenden Gebetsworten, die sie im täglichen Leben
erfüllen:
Vater unser, Dein Geist ist in uns,
und wir sind in Deinem Geiste.
Geheiligt ist Dein ewiger Name in uns
und durch uns.
Du bist der Geist des Lebens,
Du bist unser Vater Ur.
Aus Dir tragen wir unsere ewigen Namen.
Du, Ewiger, hast sie uns gegeben
und in unsere Namen die ganze Fülle
der Unendlichkeit gelegt.
Unsere Namen, die Du uns eingehaucht hast,
sind die Liebe und Weisheit —
die Fülle aus Dir,
das Gesetz in uns und durch uns.
Unser ewiges Reich ist die Unendlichkeit —
die Kraft und die Herrlichkeit in und aus Dir.
Wir sind Erben des ewigen Reiches.
Deshalb sind wir das Reich selbst,
die ewige Heimat.
Sie ist in uns und wirkt durch uns.
Dein unendlicher, herrlicher Wille ist in uns
und wirkt durch uns.
Deine Willenskraft ist unsere Willensstärke.
Sie wirkt in uns und durch uns,
denn wir sind Geist aus Deinem Geiste.
Der Himmel ist nicht Raum und Zeit —
Himmel und Erde sind eins,
weil wir in Dir geeint sind.
Die Liebe und Kraft in uns und durch uns
ist unser täglich Brot.
Du, o ewiger, herrlicher Vater,
hast alles in uns hervorgebracht,
was in der Unendlichkeit schwingt.
Du schaffst durch uns im Himmel
und auf der Erde.
Wir sind in Dir, und Du waltest in uns
und durch uns.
Wir sind erfüllt in Deinem Geiste,
da wir Geist aus Deinem Geiste sind.
Wir sind reich in Dir,
da wir unser Erbe, die Unendlichkeit aus Dir, leben.
Unser ewiges Erbe, Geist aus Deinem Geiste,
bringt für uns das hervor,
was wir als Menschen im Friedensreich
benötigen.
Wir leben in Dir und aus Dir.
Leben verströmt und verschenkt sich.
Wir leben in der Fülle aus Gott,
weil wir selbst die Fülle sind.
Die Erde ist der Himmel
und das Friedensreich der Reichtum der Erde,
in dem wir leben und sind —
Geist aus Deinem Geiste.
Wir leben im inneren Reich —
und sind doch Menschen, die im Äußeren verkörpern,
was im Inneren strahlt.
Der Name des Herrn ist gepriesen,
Er ist Leben in und durch uns.
Der Name Gottes ist gelebtes Gesetz der Liebe
und der Freiheit.
Die Sünde ist gewandelt —
das Licht ist eingekehrt.
Wir leben aus Seinem Lichte
und leben in und aus Seinem Geiste,
da wir Geist aus Seinem Geiste sind.
In Gott ist alles abgegolten.
Sein Name hat alles rein gemacht.
Gottes Herrlichkeit sei gepreisen!
Gottes Wille, Liebe und Weisheit
durchdringen die Erde und das Land.
Wir selbst sind Erde und Land —
Wille, Liebe und Weisheit.
In uns ist Gottes Güte — das Gute aus Gott.
Wir sind in Gott und wirken aus Gott.
Die Erde ist des Herrn —
sie ist das Reich der Liebe.
Es wirkt in uns und durch uns.
Das Leben, die Herrlichkeit des Vaters,
wirkt in uns und durch uns —
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Sinngemäß ist dieser Lobpreis das Leben derer, die im Friedensreich Jesu
Christi leben. Sie leben in Mir, dem Christus, und Ich lebe durch sie; und
zusammen leben wir im Vater-Mutter-Gott, und der Vater lebt durch uns von
Ewigkeit zu Ewigkeit.
7. Denn so ihr Menschen ihre Schuld vergebt, so wird euch euer
himmlischer Vater auch vergeben. So ihr aber den Menschen ihre Schuld
nicht vergebt, so wird euch euer Vater im Himmel eure Schuld auch nicht
vergeben.
8. Auch wenn ihr fastet, sehet nicht niederge-schlagen aus wie die
Heuchler. Denn sie verstellen ihr Angesicht, um als Menschen zu
erscheinen, die fasten. Wahrlich, Ich sage euch, sie haben bereits ihren
Lohn.
9. Und Ich sage euch, ihr werdet niemals das Himmelreich finden, es sei
denn, ihr hütet euch vor der Welt und ihrer bösen Art. Und ihr werdet
niemals den Vater im Himmel sehen, es sei denn, daß ihr den Sabbat haltet
und ablaßt von eurem Eifer, Reichtümer zu sammeln. Wenn du aber fastest,
so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, damit du dich nicht
dar-stellst vor den Leuten mit deinem Fasten. Und der hei-lige Eine, der
ins Verborgene sieht, wird es dir öffent-lich anerkennen. (Kap. 26, 7-9)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Das Gebot, zu vergeben und um Vergebung zu bitten, hat so lange
Gültigkeit, bis alles gesühnt und bereinigt ist, was nicht den ewigen
Gesetzen entspricht. Das Gebot, zu vergeben und um Vergebung zu bitten,
gehört zum Gesetz von Saat und Ernte. Es ist dann aufgehoben, wenn alles
Menschliche abgegolten und jede Seele zum reinen, makellosen Geistwesen
geworden ist.
Bis dahin also gilt das Gebot: Vergebt, und ihr werdet Vergebung erlangen.
Wenn ihr um Vergebung bittet und euch euer Nächster vergibt, so hat euch
auch euer Vater im Himmel vergeben. Doch so ihr um Vergebung bittet, und
euer Nächster vergibt euch noch nicht, weil er hierfür noch nicht bereit
ist, so wird euch auch euer ewiger Vater nicht vergeben. Wer sich an
seinem Nächsten versündigt hat, der muß auch von seinem Nächsten Vergebung
erlangen. Erst dann nimmt Gott die Sünde hinweg.
Der ewig Gerechte liebt alle Seine Kinder — auch jene, die noch nicht die
Kraft zum Vergeben haben. Würde Er nur dem, der zu einer Sünde Anlaß
gegeben hat, vergeben und dem nicht vergeben, der von ihm zu einer Sünde
verführt worden ist und noch nicht vergeben kann — wo wäre da die
Gerechtigkeit Gottes? Beide können erst dann in den Himmel eingehen, wenn
ihre Sünden abgegolten sind.
Deshalb achtet darauf, was von eurem Munde ausgeht, und achtet auf eure
Taten, ob sie dem ewigen Gesetze entsprechen, also selbstlos sind! Sehr
rasch ist etwas Gegensätzliches ausgesprochen oder getan — doch lange kann
es dauern, bis es vergeben ist.
Wenn ihr um Vergebung gebeten habt und euer Nächster noch nicht bereit
ist, euch zu vergeben, dann wird sich Gottes Gnade in euch verstärken,
euch einhüllen und tragen — Er wird jedoch nicht von euch nehmen, was noch
nicht bereinigt ist. Gottes Barmherzigkeit wird sich dann auch in eurem
Nächsten verstärken und ihn unter Beachtung seines freien Willens so
führen, daß er seine Fehler rascher erkennt, bereut und euch vergibt. Erst
wenn euch alle vergeben haben, gegen die ihr euch versündigt habt — wenn
also alles abgegolten ist —, dann erst könnt ihr in die Himmel eingehen,
weil Gott sodann alles Menschliche in göttliche Kraft umgewandelt hat.
Gott ist allgegenwärtig. So ist Er auch im Gesetz von Saat und Ernte
wirksam. Auch in allem Negativen ist das Positive, Gott, das ewige Gesetz.
Wenn der Mensch seine Sünden und Fehler erkennt und bereut, dann werden in
diesen die positiven Kräfte aktiv und bestärken den zur Erkenntnis seiner
Schuld gelangten Menschen, seine Sünden mit der Kraft Christi zu
bereinigen.
Erkennet das Gesetz Gottes; es ist ewiges Leben von Ewigkeit zu Ewigkeit —
alles in allem: Alles ist in allem enthalten, im Großen das Kleinste und
im Kleinsten das Große, in der Sünde die Kraft zur Vergebung und in der
Kraft, die durch die Vergebung frei wird, der Aufstieg zu dem Inneren
Leben, in das ewige Sein.
Deshalb kann auch im Negativen das Göttliche wirken — dann, wenn der
Mensch von Herzen um Vergebung bittet, vergibt und nicht mehr sündigt. Der
Mensch muß jedoch den ersten Schritt hin zum Inneren Leben tun.
Erkennet: Alles, was ihr tut — sei es, daß ihr betet, fastet oder Almosen
austeilt —, wenn ihr es nicht selbst-los tut, sondern um von euren
Mitmenschen gesehen zu werden, so habt ihr schon den Lohn von den
Men-schen. Gott wird euch dann nicht entlohnen. Und wenn ihr nur fastet
eurer Körperfülle wegen, so werdet ihr den Geist eures Vaters in euch
nicht vermehren. Wer jedoch die Nahrung im Namen des Allerhöchsten
aufnimmt und Maß hält und von Zeit zu Zeit fastet, um seinen Körper zu
entspannen und zu entschlacken, damit Gottes Kraft alle Zellen und Organe
in rechter Weise zu versorgen vermag, der übt sich auch in redlicher
Weise, das Leben aus Gott an- und aufzunehmen, um darin zu leben. Und er
wird gleichzeitig sein Leben Gott, dem Ewigen, im Gebet weihen, um auf
diese Weise allmählich zum gelebten Gebet zu werden.
10. Ebenso solltet ihr tun, wenn ihr klagt um die Toten und trauert,
denn euer Verlust ist ihr Gewinn. Tut nicht wie jene, die vor den Leuten
trauern und laut klagen und ihre Kleider zerreißen, auf daß die anderen
ihre Trauer sähen. Denn alle Seelen stehen in der Hand Gottes, und alle
jene, welche Gutes getan haben, werden ruhen mit ihren Vorfahren im Schoße
des Ewigen.
11. Betet lieber für ihre Ruhe und ihren Aufstieg und bedenket, daß sie
in dem Lande der Ruhe sind, das der Ewige für sie bereitet hat, und
gerechten Lohn für ihre Taten empfangen werden, und murret nicht wie die
Hoffnungslosen. (Kap. 26, 10-11)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wer die Toten beklagt, ist noch fern vom ewigen Leben, weil er den Tod als
Ende des Lebens sieht. Er hat die Auferstehung in Mir, dem Christus, noch
nicht erlangt. Er zählt zu den geistig Toten.
Klagt nicht über eure Toten! Denn wer den Verlust eines Menschen beklagt,
der denkt nicht an den Gewinn der Seele, die — sofern sie in Mir, dem
Christus, gelebt hat — in höhere Bewußtseinsbereiche des Lebens eingeht.
Denn wenn ihr Leben im Erden-dasein in Gott war, so wird es auch in einer
anderen Daseinsform in Gott sein.
Erkennet: Das Zeitliche, das Leben im Körper, ist nicht das Leben der
Seele. Die Seele hat nur für einen kurzen Lebensabschnitt Fleisch
angenommen, um im Zeitlichen das zu bereinigen und zu tilgen, was sie sich
in verschiedenen Erdenkleidern auferlegt hat. Die Erde ist nur als
Durchgangsstation zu sehen, auf der die Seelen im Erdenkleid in Kürze das
bereinigen, was sie jenseits der Bewußtseinsschleier — auch Nebelwände
genannt — nicht so rasch bewältigen können.
Wenn eine Seele ihr irdisches Kleid verläßt, so beweint der Mensch nur das
Kleid der Seele und denkt dabei nicht an die Seele, die dem Kleide
entschlüpft ist.
Eine lichte Seele wird nach Ablegen ihres irdischen Körpers von lichten,
für den Menschen unsichtbaren Wesen in jene Bewußtseinsebene geleitet, die
dem Denken und Leben des Menschen entspricht, in dem diese Seele
einverleibt war.
Erkennet: Jede Seele, die den Körper verlassen hat, zieht es noch einige
Zeit hin zu den Menschen, mit denen sie als Mensch zusammengelebt hat. Muß
sie erfahren, daß ihre ehemaligen irdischen Anverwandten ihre Hülle
betrauern, so ist das für die Seele sehr schmerzlich. Die noch erdnahe
Seele erkennt sehr wohl, weshalb ihre Anverwandten nur ihre mensch-liche
Hülle beklagen und warum sie als Seele von den Trauernden nicht beachtet
wird. Eine Seele, die das erkennen muß, empfindet dabei den ersten tiefen
See-lenschmerz nach dem Ablegen des physischen Leibes; denn sie erfährt,
weshalb der Mensch trauert und nicht ihrer in Liebe und Verbundenheit
gedenkt. Sie schaut dabei so manchen eigennützigen Gedanken ihrer
ehe-maligen irdischen Anverwandten. Sie kann sich ihnen nicht bemerkbar
machen, weil sie von ihnen nicht wahrgenommen wird. Was sie sagt, hört der
Mensch nicht, und was sie schaut, sieht er nicht. Die Seele je-doch nimmt
vieles wahr.
Ich rege euch zum Nachdenken an: Klagt ihr, wenn sich die Schlange häutet,
wenn sie ihre Haut zurückläßt und weiterkriecht?
Ähnlich ist es mit der Seele. Sie verläßt ihren verweslichen Leib, ihre
Hülle, und wandert weiter. Ihr trauert also um den Verlust der Hülle und
gedenkt nicht der Seele! Wer der Seele gedenkt, der dankt Gott, der die
Seele in Seinen Schoß zurückrief, sofern diese im Erdenkleid das Leben in
Gott genützt hat und da-durch Ihm näher kam. Denkt daran, daß für eine
lichte Seele das Ablegen des Leibes ein Gewinn ist.
Und: So ihr nur vor den Menschen um den Verlust des Menschen trauert,
heuchelt ihr ihnen etwas vor. In Wirklichkeit gedenkt ihr weder des
Menschen noch der Seele. Ihr denkt nur an euch selbst. Die Seele, die das
registriert, erkennt, daß sie nicht selbstlos geliebt wurde, daß sie unter
Umständen nur zum Eigennutz ihrer Nächsten da war.
Viele Seelen müssen erkennen, daß sie im Erdenkleid von ihren irdischen
Anverwandten und Bekann-ten gelebt wurden. Das heißt, daß sie als Mensch
sich selbst nicht entfalten und ihre Wesensmerkmale nicht leben konnten,
weil sie den Willen derer tun mußten, die von ihnen das verlangt haben,
was zu ihrem eige-nen Vorteil war. Viele dieser Seelen schauen, was sie in
ihrem Erdendasein versäumt haben, und kehren auch deshalb wieder in das
irdische Dasein zurück. Sie gehen wieder durch die Bewußtseinsschleier zur
Erde und halten sich als Seele wieder unter jenen auf, die durch sie
gelebt haben. Wieder andere suchen auf der Erde das zu leben, was sie als
Menschen nicht entfalten konnten.
Solange Menschen an Menschen oder Dinge — wie Besitz, Reichtum und Macht —
gebunden sind, kehren ihre Seelen wieder zur Erde zurück und schlüpfen
wieder in neue Erdenkleider. Es bestehen mannigfache Ursachen und
Beweggründe, weshalb sich Seelen wieder einverleiben. Erkennt zum Beispiel
eine Seele, daß sie mit ihren Angehörigen durch Sünden verkettet ist, so
resigniert sie oftmals und läßt den Wunsch zu, wieder einen neuen Körper
anzunehmen. Von diesem Wunsch beseelt, lebt sie in der Bewußtseinsebene,
die ihrem Seelenzustand entspricht, und wird dort belehrt. Ihr wird unter
anderem das Für und Wider einer erneuten Einverleibung nahegebracht. Sie
geht dann zur Einverleibung, wenn die Gestirne, in denen ihr Für und Wider
gespeichert ist — und somit auch ihr Erdenweg —, den Weg zur Materie
weisen und wenn auf Erden ein Erdenkörper gezeugt ist, der ihrem
seelischen Bewußtseinsstand entspricht. In diese menschliche Hülle
schlüpft sie dann bei der Geburt hinein.
Der Mann, der den Körper zeugte, und die Frau, in welcher der Embryo
heranwuchs, zogen jene Seele an, mit der sie noch einiges gemeinsam zu
bereinigen haben — oder um gemeinsam mit ihr im selbstlosen Dienst für
ihre Nächsten den Weg des Herrn zu gehen.
Der Mensch möge nicht nur auf seinen Körper schauen, sondern vor allem auf
das einverleibte Wesen in ihm und sich bemühen, den Willen Gottes zu tun,
und sich nicht den menschlichen Willen von Zweiten oder Dritten aufdrängen
lassen.
Erkennet: Auch wenn ihr sagt: »Ich tue den Willen meines Nächsten, um den
äußeren Frieden zu wahren«, so hindert ihr eure Seele und auch die Seele
eures Nächsten, sich so zu entwickeln und zu entfalten, wie es für beide
gut ist. Ihr hindert euch und euren Nächsten, die Aufgaben zu erfüllen,
die eure Seelen mit ins Erdendasein gebracht haben: sich zu reinigen und
sich von der Last der Sünde zu befreien, die eventuell noch aus
Vorinkarnationen mit in diese Einverleibung gebracht wurde. Wer sich von
seinen Mitmenschen gängeln läßt, wer also tut, was andere sagen, obwohl er
erkennt, daß dies nicht sein Weg ist, der wird gelebt und lebt an seinem
eigentlichen Erdendasein vorbei. Er nützt nicht die Tage; er wird benützt
von jenen, denen er hörig ist, und kennt deshalb nicht seinen Weg als
Mensch über diese Erde.
Wer seine Mitmenschen bindet, indem er ihnen seinen Willen aufzwingt, ist
mit einem Vampir zu vergleichen, der die Energien seiner Mitmenschen
aufsaugt. Er kennt sich selbst nicht und bindet sich gleichzeitig an seine
Opfer — und umgekehrt bindet sich auch das Opfer, das sich aussaugen läßt,
an ihn. In einem der Leben, entweder im Erdenkleid oder als Seelen in den
jenseitigen Bereichen, werden beide wieder zusam-mengeführt — und das so
oft und so lange, bis einer dem anderen vergeben hat.
Wenn sich zwei aneinander binden — einerlei, ob einer gebunden hat oder
sich binden ließ —, so haben sich beide belastet, und beide müssen
miteinander bereinigen, damit zwischen ihnen die Liebe und Einheit wieder
hergestellt werden können.
Keiner kann sagen: »Ich wußte nichts von den Gesetzen des Lebens.« Ich
sage euch: Mose hat euch die Auszüge aus den ewigen Gesetzen gebracht, die
Zehn Gebote. Und so ihr diese haltet, werdet ihr euch nicht aneinander
binden, sondern miteinander in Frieden leben.
Erkennet: Einzig die Liebe und die Einheit untereinander zeigen Seelen und
Menschen die Wege zu dem höheren Leben.
Gott, der ewig Gütige, reicht jeder Seele und jedem Menschen Seine Hand.
Wer sie ergreift, der nützt sein irdisches Leben. Er schätzt die Tage und
vermag sie auch nach den Geboten zu leben, indem er das bereinigt, was ihm
der Tag zeigt. Er wird einst als Seele mit all jenen in Gott wandeln und
in Gott ruhen, die ihr Erdendasein ebenfalls genützt haben, indem sie Tag
für Tag das erkannt und mit Mir, dem Christus, bewältigt haben, was der
Tag ihnen gebracht und gezeigt hat — Freude und Leid.
Und so ihr nicht euretwegen um die sterbliche Hülle trauert, die euer
Nächster abgelegt hat, sondern im Geiste euch freut, daß die Seele im
Erdenkleid ihr geistiges Leben erkannt und sich darauf vorbereitet hat, so
werdet ihr über Mich, den Christus, für euren Nächsten freudig zum Vater
beten. Ihr werdet der Seele, die nun näher bei Gott ist, Kräfte der Liebe
senden, auf daß sie weiter wandelt zu höheren Ebenen, um sich mehr und
mehr mit Gott zu einen.
Die Seele spürt Freude und Leid ihrer Anverwandten. Die Seelen, die in
Mir, dem Christus, entschlafen sind, fühlen sich verbunden über Mich, den
Christus, mit allen, die noch im Erdenkleid wandeln. Die Freude der Seele
darüber, daß ihre Anverwandten ihrer in Liebe gedenken, erfüllt sie mit
Kraft.
Erkennet: Selbstlose, liebende Gebete spenden der wandernden Seele Kraft
und Stärke auf ihrem Weg hin zum Göttlichen. In euren selbstlosen Gebeten
spürt sie die Verbundenheit und empfängt vermehrt Kraft. Dadurch wird sie
das noch an ihr haftende Menschliche rascher ablegen und damit frei werden
für Den, der die Freiheit und Liebe ist — Gott, das Leben. Der Lohn aus
Gott ist groß für jede Seele, die sich ernsthaft bemüht, Gottes Willen zu
erfüllen.
Erkennet: Nur der ist ohne Hoffnung, der von seinem Glauben nur spricht
und nicht lebt, woran er scheinbar glaubt. Letzten Endes glaubt der
Zweifler das nicht, was er zu glauben vorgibt. Daraus entwickelt sich die
Hoffnungslosigkeit.
12. Ihr sollt auch nicht für euch Schätze sammeln auf Erden, die die
Motten und der Rost fressen und die Diebe ausgraben und stehlen. Sammelt
euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo
die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist
auch euer Herz.
13. Die Lichter des Leibes sind die Augen. Deshalb, wenn du klar
siehst, wird dein ganzer Leib voller Licht sein. Wenn dir aber deine Augen
fehlen oder wenn sie trüb sind, so wird dein ganzer Leib finster sein.
Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird die
Finsternis sein!
14. Niemand kann zwei Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen
und den anderen lieben; oder er wird zu dem einen halten und den anderen
verachten. Ihr könnt nicht zugleich Gott dienen und dem Mammon. (Kap. 26,
12-14)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Nur der Mensch sammelt auf Erden Schätze, der nicht an Gott, an Seine
Liebe, Weisheit und Güte glaubt. Viele Menschen geben vor, an Gott zu
glauben; an ihren Werken jedoch werdet ihr sie erkennen! Viele Menschen
sprechen von der Liebe und den Werken Gottes — allein an ihrem Tun werdet
ihr sie erkennen.
Viele Menschen sprechen von dem inneren Reich und von dem inneren
Reichtum, und doch schaffen sie für sich persönlich in die Scheuern und
sammeln für sich persönlich die irdischen Reichtümer, um von den Menschen
angesehen zu sein.
Wer nur auf sein persönliches Wohl bedacht ist, erspürt noch nicht den
Greifvogel, der schon seine Schwingen erhoben hat, um das Nest zu
zerstören und den Reichtum zu entwenden, den der Reiche, der Nestbauer,
sein persönliches Eigentum nennt.
Wer jedoch zuerst nach dem Reiche Gottes trachtet, der sammelt innere
Werte, innere Schätze. Er wird auch im Zeitlichen alles empfangen, was er
benötigt, und darüber hinaus.
Wer im Inneren reich ist, wird im Äußeren nicht darben. Doch wer im
Äußeren reich ist und den Reichtum hortet, wird einst darben. Wer Schätze
auf Erden sammelt, dem werden sie genommen, damit er sich auf den Schatz
des Inneren besinnt und in das Leben, in den inneren Reichtum, einzugehen
vermag.
So lange wird es der Seele an göttlichem Lichte mangeln, bis sie zuerst
nach dem Reiche Gottes trachtet. Und solange es noch auf Erden möglich
ist, wird die lichtarme Seele sich wieder in einen lichtarmen Körper
eingebären und eventuell in Armut unter den Armen leben. Die Erkenntnis
wird kommen, daß der Schatz, der Reichtum, einzig in Gott ist.
Wessen Herz bei Gott ist, der wird reich an inneren Werten sein und
eingehen in das Reich des Friedens.
Ich, Christus, gebe euch einen Maßstab, auf daß ihr erkennt, wo ihr steht
— entweder im Licht oder im Schatten: »Denn wo euer Schatz ist, dort ist
auch euer Herz«, dort wird einst eure Seele sein.
Beachtet: Wer diese Worte liest und in der Wende steht von der alten zur
Neuen Zeit, der sollte sich beeilen, daß er noch sein geistiges Leben
findet! Denn wenn die Neue Zeit, die Zeit des Christus, auf der ganzen
Erde offenbar ist und das Innere Leben gelebt wird, gibt es keine
Einverleibungen mehr für jene, die nach äußeren Werten trachten. Es gibt
dann auch keine Einverleibungen mehr für die irdisch Reichen, um als
Ärmste unter den Armen das zu sühnen, was sie als Reiche versäumt haben.
Hat das Friedensreich Jesu Christi weitere Evolutionsschritte getan, dann
wird es weder arm noch reich geben. Alle Menschen sind dann reich in
Meinem Geiste, da sie das innere Reich erschlossen haben. Entsprechend
werden sie auch auf der neuen Erde leben, unter einem anderen Himmel.
Daher seid bereit, Gott zu dienen und aus Liebe zu Gott auch euren
Mitmenschen.
Erkennet: Keiner kann zwei Herren dienen, Gott und dem Mammon. Einzig die
selbstlose Liebe eint alle Menschen und Völker. Der Mensch auf Erden und
die Seele in den Stätten der Reinigung — beide werden einst zur
Entscheidung geführt: Gott oder dem Mam-mon zu dienen, für Gott oder gegen
Gott zu sein. Es gibt nichts dazwischen: entweder für Gott — oder für das
Satanische.
15. Darum sage Ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und
trinken werdet; auch nicht für eueren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist
nicht das Leben mehr denn die Nahrung und der Leib mehr denn die Kleidung?
Und was nützet es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewänne, aber
sein Leben verliere?
16. Sehet die Vögel in der Luft: Sie säen nicht und ernten nicht, noch
sammeln sie in Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid
ihr denn nicht viel besser behütet denn sie? Wer ist aber unter euch, der
seiner Länge eine Elle zusetzen könnte, wenn er das wollte? Und warum
sorget ihr so sehr um eure Kleidung? Sehet die Lilien auf dem Felde, wie
sie wachsen; sie arbeiten nicht und spinnen auch nicht. Und doch, sage Ich
euch, Salomo in all seiner Pracht und Herrlichkeit war nicht so geschmückt
wie sie.
17. Warum sollte nicht Gott, der das Gras auf dem Felde kleidet, das
doch heute steht und morgen im Ofen verbrannt wird, euch nicht viel mehr
kleiden, o ihr Kleingläubigen?
18. Darum sollt ihr nicht besorgt sein und fragen: Was werden wir
essen? Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? (Wie es
die Heiden tun.) Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles
braucht. Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach Seiner
Gerechtigkeit, so wird euch dies alles dazufallen. Darum sorget euch nicht
um die Übel von morgen. Es ist genug, daß ein jeder Tag seine eigenen Übel
hat.« (Kap. 26, 15-18)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wer sich um sein persönliches Leben, um sein Wohl, Sorgen macht — was er
z. B. morgen essen und trinken oder womit er sich bekleiden soll —, der
ist ein schlechter Planer; denn er denkt dabei nur an sich selbst, an sein
eigenes Wohl und an seinen Besitz. Da-mit plant er auch zugleich sein Weh
und Ach mit ein.
Wer hingegen den Willen Gottes erfüllt, ist ein guter Planer. Er wird
sowohl die Tage als auch die Zukunft planen. Doch er weiß, daß seine
Planung nur eine Vorgabe ist, die in Gottes Hand ruht.
Er legt sein Planen in Gottes Hand, arbeitet mit Gottes Kräften und läßt
sich im Tagesgeschehen von Gott führen. Denn er weiß: Gott ist der
allwissende Geist und der Reichtum seiner Seele. Wer sich Gott anvertraut,
sein Tagewerk in Gottes Licht stellt und das Gesetz »Bete und arbeite«
erfüllt, der wird den gerechten Lohn empfangen. Er wird alles besitzen,
was er benötigt.
Wenn Gott, der Ewige, die Natur schmückt und die Lilien des Feldes
kleidet, um wieviel mehr wird Er Sein Kind ernähren und kleiden, das
Seinen Willen erfüllt! Sorgt also nicht für morgen, sondern plant und
übergebt euren Plan in den Willen Gottes — und Gott, der euren Plan kennt,
wird euch das erfüllen, was für euch gut ist.
Ich gebe ein Beispiel: Ein guter Architekt wird sorgfältig das Haus planen
und alle Details beachten. Wenn er seinen Plan fertiggestellt hat, wird er
ihn noch einmal überprüfen und dann dem Bauherrn zur Prüfung vorlegen. Ist
dieser mit dem Plan einverstanden, dann werden die Handwerker nach dem
Plan arbeiten. Der Architekt und der Bauherr werden die Durchführung
überwachen und nur dann eingreifen, wenn etwas nicht der Planung
entspricht.
Ähnlich solltet ihr es mit eurem Leben halten: Plant jeden Tag, und plant
gut! Räumt euch auch Zeit für be-sinnliche Stunden ein, in denen ihr zur
inneren Ruhe findet und euer Leben und eure Planung immer wieder
überdenken könnt. Eine sorgfältige Tagesplanung, die in den Willen Gottes
gelegt wurde, wird Gott auch mit Seinem Willen durchdringen. Wer seinen
Plan so ausführt, braucht sich nicht um morgen zu sorgen. Sein Glaube an
die Führung Gottes sind die positiven Gedanken; aus ihnen ergeben sich
positive Worte und gesetzmäßiges Handeln. Positive Gedanken, Worte und
Handlungen sind die besten Werkzeuge, denn in ihnen wirkt Gottes Wille.
Das heißt, in jedem positiven Gedanken, in jedem selbstlosen Wort, in
jeder selbstlosen Geste und Tat wirkt Gottes Wille, Sein Geist. Gott wird
dem guten Planer alles geben, was er benötigt, und darüber hinaus.
Nur der sorgt sich um morgen, der sich nicht Gott anvertraut, der die Tage
verstreichen läßt und sie nicht nützt. Wer in den Tag hineinlebt und dann
seinem Nächsten die Schuld gibt, wenn ihm manches mißlingt, wenn er krank
ist, wenn er Hunger hat, wenn er das Notwendige des täglichen Lebens nicht
erwerben kann — der ist kein guter Planer. Er ist ein ängstlicher,
ichbezo-gener Mensch, der das herbeizieht, was er nicht möchte und wovor
er Angst hat. Wer nicht mit Gottes Hilfe die Stunden, Tage und Monate
plant und seine Planung und sich selbst in den Willen Gottes stellt, den
kann Gott nicht führen. Nur wer sein Tagewerk Gott anver-traut und
gewissenhaft das Gebot »Bete und arbeite« erfüllt, der kann von Gott
geführt werden, der ist von Ihm erfüllt — der ist gefüllt von Liebe,
Weisheit und Kraft. Das heißt, sein Gefäß, sein Leben, ist erfüllt von
Vertrauen und Glauben an Gott.
Menschen im Geiste Gottes werden nicht darben. Sie sind gute Planer, sind
stark im Glauben und arbeiten mit den Kräften des Geistes. Nur der
Ängstliche ist auf sich, auf sein kleines Ich, bedacht. Er sorgt sich um
morgen, weil er nicht in Gott gefestigt ist und nicht an Gottes Weisheit
und Liebe glaubt. Damit öffnet er unbewußt die Scheune für die Diebe, die
kommen und stehlen. Was er für sich persönlich erobert und gehortet hat,
wird er verlieren.
Aus Gottes Hand empfangen die Menschen Nahrung, Obdach und Kleidung. Wer
sein Leben, sein Denken und seine Arbeit in Gottes Hand legt, der braucht
sich nicht um morgen zu sorgen. Er wird besitzen, was er heute, morgen und
in Zukunft benötigt — und darüber hinaus.
Wer also im inneren Reich lebt, der wird auch im Äußeren nicht darben. Wer
jedoch im Inneren arm ist, der wird im Äußeren darben. Wenn er heute im
Äußeren lebt und weltlichen Reichtum für sich mehrt und für sich
persönlich behält, so ist er im Inneren arm, und wird in einem anderen
Erdenkleide darben, also arm sein.
Daher trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nach Seiner
Gerechtigkeit, dann wird euch alles von Gott gegeben, was ihr benötigt —
und darüber hinaus. Sehet die Vögel der Luft: Sie säen und ernten nicht
und sammeln nicht in Scheunen; und doch ernährt sie unser himmlischer
Vater. »Sehet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen; sie arbeiten
nicht und spinnen auch nicht.« Die Natur in ihrer Vielfalt ist schöner
gekleidet als der Reichste unter den Reichen. Wer nur an sein Wohl und an
seine vollen Scheunen denkt, der wird entweder in dieser irdischen
Daseinsform oder in einer anderen Einverleibung — solange dies noch
möglich ist — im Schweiße seines Angesichtes sein Brot verdienen.
Rechtes Beten und Arbeiten heißt, für sich und für das Gemeinwohl
arbeiten. Erkennt: Die Lilien des Feldes — ja die ganze Natur — sind für
alle Menschen da und schenken sich ihnen auf das Vielfältigste. Wer das zu
erfassen und zu schätzen vermag, der wird nicht im Schweiße seines
Angesichtes sein Brot verdienen müssen. Er wird das Gesetz »Bete und
arbeite« erfüllen — für sich und für seine Nächsten.
Und wenn geschrieben steht »sie arbeiten nicht und spinnen auch nicht«, so
heißt dies: Der Mensch soll nicht nur an sich denken und nur arbeiten, um
für sich allein Gewinn zu erlangen, sich damit zu schmücken und zu zeigen.
Erkennet: Alles Sein ist in Gottes Obhut. Tiere, Bäume, Pflanzen, Gräser
und Steine sind in Gottes Obhut. Sie stehen im Evolutionsleben, das vom
ewigen Schöpfergott gelenkt ist. Da alles Leben aus Gott ist, so empfinden
auch Tiere, Bäume, Pflanzen, Gräser und Steine. Sie erleben in sich die
Evolutionskraft des Schöpfers, die sie belebt und im Zyklus der göttlichen
Äonen zur weiteren Entfaltung führt. Die Schöpferkraft, das ewige Sein,
schenkt den Naturreichen das, was sie benötigen. Die Gaben des Lebens
strömen den Lebensformen in dem Maße zu, wie diese geistig entfaltet sind.
Der ewige Vater gedenkt jeden Grashalms. Um wieviel mehr gedenkt der Ewige
Seiner Kinder, welche die Evolutionsstufen der Mineral-, Pflanzen- und
Tierreiche in sich schon entfaltet haben! Die Kinder Gottes tragen in sich
den Mikrokosmos aus dem Makro-kosmos und stehen so mit der ganzen
Unendlichkeit in Kommunikation.
Wie arm ist doch der Mensch, der sich um das Morgen sorgt! Er zeigt
selbst, daß er das Gestern noch nicht bewältigt hat, da er nicht im Heute,
im Jetzt, also in Gott, zu leben vermag.
Das Innere des Menschen, das reine Sein, ist der Inbegriff der
Unendlichkeit. Wer das als Mensch erfaßt, der schaut nach innen und
entfaltet die Gesetze des Lebens, so daß er alles Äußere im Lichte der
Wahrheit zu schauen vermag.
Erkennet: Dem Menschen, der allumfassend — also unbegrenzt — denkt und
lebt, dient die Unendlichkeit. Menschen im Geiste der Liebe sind nicht auf
sich bezogen, sondern all-bewußt. Sie stehen in beständiger Kommunikation
mit den Gotteskräften in allem Sein. Was sie tun, tun sie von innen heraus
mit der Kraft der Liebe. Sie planen und wirken nach dem Gebot »Bete und
arbeite« und vergeuden nicht den Tag. Sie wissen um die Kostbarkeit des
Tages, der Stunden und Minuten und nützen die Zeit.
Wer also wahrhaftig lebt, der sorgt sich nicht um morgen; er empfängt
schon heute das, was er morgen besitzt. Denn wer in Gott lebt, wird heute
und morgen nicht darben. Wer jedoch ängstlich bleibt und seine Habe an
sich zieht, der wird morgen arm sein.
Wer sich jedoch als kosmisches Wesen sieht, das uneingeschränkt Gottes
Willen erfüllt, der erlangt Weis-heit und Kraft. Wer mit Liebe und
Weisheit erfüllt ist, dessen Leben ist von der Kraft Gottes durchdrungen.
Ihm wird es an nichts mangeln. Wer sich jedoch um morgen sorgt und die
Zukunft düster sieht, der zieht das Übel an; er wird jeden Tag seine Last
haben.
Denkt also nicht ängstlich an morgen! Plant mit Gottes Kraft — und laßt
den Ewigen durch euch wirken. Dann sind eure Gedanken positive Magneten,
die wieder Positives und Aufbauendes anziehen. Denn Gedanken, Worte und
Taten sind Magneten. Entsprechend ihrer Art ziehen sie wieder Gleiches
oder Ähnliches an.
1. »Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit
welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit
welcherlei Maß ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. Und wie ihr
anderen tut, so wird euch getan werden. (Kap. 27, 1)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Ihr habt gelesen: Gedanken, Worte und Handlungen sind Magneten. Wer seinen
Nächsten in Gedanken und mit Worten richtet und verurteilt, der wird also
Gleiches oder Ähnliches an sich selbst erfahren.
Erkennet: Eure negativen Gedanken, Worte und Handlungen sind eure eigenen
Richter. »Mit welcherlei Maß ihr messet« — ob in Gedanken oder in Worten
und Handlungen —, so werdet ihr selbst gemessen werden. So, wie ihr euren
Nächsten abwertet, um euch selbst aufzuwerten, werdet ihr gewertet werden:
Ihr werdet euren Wert erfahren und erleiden. Und wenn ihr sagt: »Dem einen
muß genügen, was er hat — der andere soll mehr bekommen«, so werdet ihr
einst nur so viel besitzen oder noch weniger als der, dem ihr weniger
zugestanden habt: Wie ihr eurem Nächsten im Denken, Reden und Tun
begegnet, so wird es euch einst selbst ergehen.
2. Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge und wirst des
Balkens in deinem Auge nicht gewahr? Oder wie darfst du zu deinem Bruder
sagen: Ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen? Und siehe, ein
Balken ist in deinem Auge. Du Heuchler, ziehe zuerst den Balken aus deinem
eigenen Auge, dann erst siehst du klar, um den Splitter aus deines Bruders
Auge ziehen zu können. (Kap. 27, 2)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Nur der Mensch spricht beständig über den Splitter im Auge seines
Nächsten, der des Balkens im eigenen Auge nicht gewahr wird. Nur der
befleißigt sich, den Splitter aus dem Auge seines Bruders herausziehen zu
wollen, der sein eigenes Denken und Leben nicht kennt. Wer sich nicht
kennt und nicht den Balken — die Sünden der Seele, die sich in seinen
eigenen Augen widerspiegeln —, der hat keinen Blick für die Wahrheit. Sein
Auge ist getrübt von der Sünde. Er sieht dann im Nächsten nur das, was
auch er selbst noch ist: einen Sünder. Nur wer den Balken in seinem
eigenen Auge bearbeitet, der schaut zunehmend klarer. Dann kann er immer
deutlicher den Splitter im Auge seines Bruders erkennen und ihm nach dem
Gesetz der Nächstenliebe behilflich sein, diesen zu entfernen.
Wer also über seine Mitmenschen negativ spricht, sie abwertet und ihnen
Übles nachsagt, der kennt seine eigenen Fehler nicht.
An den Früchten sollt ihr sie erkennen! Jeder zeigt selbst, wer er ist —
also seine Frucht. Wer sich über seine Mitmenschen erregt und diese
lächerlich macht, zeigt, wer er wahrlich ist.
Wer zuerst seine eigenen Fehler ablegt, der ist auch fähig, seinem
Nächsten zu helfen. Deshalb ist jeder ein Heuchler, der abfällig über die
Fehler seines Bruders spricht — und dabei den Balken im eigenen Auge nicht
bemerkt.
3. Ihr sollt das, was heilig ist, nicht den Hunden geben, noch eure
Perlen vor die Säue werfen, auf daß sie diese nicht zertreten mit ihren
Füßen und nicht sich umkehren und euch zerreißen. (Kap. 27, 3)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Es entspricht nicht dem ewigen Gesetz des freien Willens, daß ihr mit den
Worten der Wahrheit von Ort zu Ort, von Haus zu Haus zieht, eure
Überredungs- und Überzeugungskünste anwendet und jeden, dessen ihr habhaft
werdet, missioniert. Denn das würde bedeuten, daß ihr die Wahrheit nicht
heiligt und es so macht, wie es bildhaft geschrieben steht: »Ihr sollt
das, was heilig ist, nicht den Hunden geben, noch eure Perlen vor die Säue
werfen.« Ihr sollt also das Wort Gottes eurem Nächsten nicht aufdrängen.
Wer glaubt, daß sein Nächster das glauben und annehmen müsse, von dem er
glaubt, überzeugt zu sein, der hat selbst noch Zweifel und stellt seinen
eigenen Glauben in Frage.
Missionieren heißt überzeugen wollen. Wer überzeugen möchte, der ist in
seinem Inneren selbst nicht von dem überzeugt, was er anpreist.
Seid jedoch gute Vorbilder in eurem Glauben und keine Missionierenden. Ihr
könnt euer Glaubensgut anbieten und jedem freistellen, ob er daran glauben
oder nicht glauben möchte, ob er es mit euch halten möchte oder nicht.
Die Freiheit in Gott ist ein Aspekt des ewigen Gesetzes. Wenn euer
Nächster aus freiem Willen zu euch kommt und euch nach eurem Glauben
fragt, so macht er den ersten Schritt auf euch zu; und wer im Glauben
steht, der wird daraufhin auf seinen Nächsten zugehen und ihm antworten.
Wer mit seinem Nächsten in einer göttlichen Verbindung steht, der wird ihn
nicht an seinen Glauben binden — sondern ihm nur so viel mitteilen, wie er
selbst erkannt und verwirklicht hat. Nur derjenige will seinen Nächsten an
seinen Glauben binden, der wenig selbstlose Liebe entfaltet hat.
Daher hütet euch vor den Übereifrigen, die euch zu ihrem Glauben überreden
wollen. Bietet die ewige Wahrheit an in Wort und Schrift — und lebt selbst
danach; dann werden auf euch die zukommen, die das Leben in sich erkannt
haben.
4. Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden.
Klopfet an, so wird euch aufgetan; denn jeder, der da bittet, wird
empfangen, und der da sucht, wird finden, und denen, die da anklopfen,
wird aufgetan. (Kap. 27, 4)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Nur der Mensch bittet, sucht und klopft an der Pforte zum Inneren Leben
an, der noch nicht sein Inneres, das Königreich der Liebe, betreten hat.
Das Reich Gottes ist inwendig in der Seele eines jeden Menschen.
Der erste Schritt auf dem Pfad zum Inneren Leben, auf dem Weg zur Pforte
des Heils, ist die Bitte an Gott um Hilfe und Beistand. Der nächste
Schritt ist die Suche nach Gottes Liebe und Gerechtigkeit. Der Wanderer
findet das Leben, Gottes Liebe und Gerechtigkeit, in den Geboten des
Lebens, die Wegweiser sind auf dem Weg nach Innen.
Ein weiterer Schritt ist das Anklopfen im eigenen Herzenskämmerlein, an
der inneren Pforte. Diese Pfor-te zum Herzen Gottes öffnet sich nur dem,
der ehrlich gebetet, gesucht und angeklopft hat. Dem Verstandesmenschen,
der nur nach äußeren Werten und Idealen trachtet, öffnet sich nicht die
innere Pforte. Auch die Zweifler werden nicht empfangen.
Wer also bittet, sucht und anklopft, der muß es aus Liebe zu Gott tun und
nicht, um Gottes Liebe zu prü-fen.
Erkennet: Wer nur prüfen möchte, ob Gottes Liebe tatsächlich existiert,
der wird sehr rasch selbst auf den Prüfstein kommen. Wer in Gott lebt, dem
steht die Herzenspforte offen. Er braucht nicht mehr zu bitten — er hat
bereits empfangen; denn Gott kennt Seine Kin-der. Wer in das Herz Gottes
eingekehrt ist, der hat in seiner Seele schon empfangen. Das heißt, der
Reichtum aus Gott leuchtet verstärkt in seiner Seele und strahlt durch
ihn, den Menschen. Wer in sein Inneres einge-kehrt ist, der braucht nicht
mehr zu suchen — er ist im Königreich des Inneren zu Hause. Und wer bewußt
Wohnung in ihm genommen hat, der braucht nicht mehr anzuklopfen; er ist
bereits eingekehrt und lebt in Gott und Gott durch ihn.
Nur jene werden bitten, suchen und anklopfen, die noch draußen stehen und
noch nicht wissen, daß sie tief in ihrer Seele das tragen, was sie
wahrhaft reich macht: Gottes Liebe und Weisheit.
5. Welcher ist hier unter euch, der einen Stein gibt, wenn ihn sein
Kind um Brot bittet, oder eine Schlange, wenn es um einen Fisch bittet?
Wenn ihr, die ihr böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt,
wieviel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben jenen, die Ihn bitten.
6. Was auch immer ihr wollt, daß euch die Men-schen tun sollen, das tut
ihnen ebenso, und was ihr nicht wollt, daß sie euch tun, das tut auch ihr
ihnen nicht; denn dies ist das Gesetz und die Propheten. (Kap. 27, 5-6)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Erkennet: Ihr sollt nicht von euren Mitmenschen das verlangen, was zu
geben ihr selbst nicht gewillt seid.
Wenn ihr von eurem Nächsten etwas erwartet, das er für euch tun soll, so
stellt euch die Frage: Weshalb tut ihr es nicht selbst? Wer von seinem
Nächsten z.B. Geld und Gut erwartet, damit er selbst in seiner
Bequem-lichkeit nicht arbeiten muß, oder wer von seinem Näch-sten Treue
erwartet und selbst nicht treu ist, oder wer von seinem Nächsten an- und
aufgenommen werden möchte, selbst jedoch seine Mitmenschen weder an- noch
aufnimmt — der ist selbstsüchtig und arm im Gei-ste.
Was immer du von deinem Nächsten verlangst, das besitzt du selbst nicht im
Herzen.
Es ist ungesetzmäßig, aus Erwartungshaltung seine Mitmenschen zu
Handlungen, Aussagen oder Verhaltensweisen zu zwingen, zu denen sie von
sich selbst aus nicht bereit wären.
Hast du in deinen Wünschen an deinen Nächsten deine Erwartungshaltung
erkannt, so kehre rasch um und leiste du zuerst selbst, was du von deinem
Nächsten verlangst.
Jeder Zwang ist ein Druck, der wieder Zwang und Gegendruck erzeugt. Durch
ein solches erpresserisches Verhalten gegenüber deinen Mitmenschen bindest
du dich an sie und machst sowohl dich als auch den, der sich erpressen
ließ, zum Sklaven der niederen Natur. Solche Zwangsmethoden wie: »Ich
erwarte von dir, und du erwartest von mir — jeder gibt dem anderen, was
dieser verlangt« führen zu Bindung.
Was gebunden ist, hat keinen Platz im Himmel. Beide, die aneinander
gebunden sind, werden einander einst wieder begegnen, entweder im
feinstofflichen Leben oder in weiteren Einverleibungen.
Diese Form von Bindung gilt nicht am Arbeitsplatz. Hast du dich im
Berufsleben freiwillig in einen Arbeitsbereich eingeordnet und der
Verantwortliche gibt dir Aufgaben, die du im Rahmen deiner Tätigkeit
durchführen sollst, so hast du hierzu schon mit deinem Eintritt in den
Betrieb ja gesagt. Du hast dich freiwillig in den Arbeitsbereich und in
das Arbeitsteam eingeordnet, um zu tun, was dir aufgetragen wird. Wenn du
also einen Arbeitsplatz wählst, dann sollst du auch ausführen, was dir
gemäß deinem selbstgewählten Arbeitsbereich aufgetragen wird. Die Aussage
»Was auch immer ihr wollt, daß euch die Menschen tun sollen, das tut ihnen
ebenso ... « gilt also nicht für den selbstge-wählten Beruf oder
Arbeitsbereich.
»Was ihr nicht wollt, daß sie [die Menschen] euch tun, das tut auch ihr
ihnen nicht« bedeutet: Wenn ihr nicht verlacht und verspottet werden wollt
oder nicht bestohlen und belogen werden wollt oder nicht um Hab und Gut
gebracht werden wollt oder nicht gegängelt werden wollt oder nicht eures
freien Willens beraubt werden wollt oder nicht geschlagen und beschimpft
werden wollt, so tut dies auch nicht euren Mitmenschen. Denn was ihr dem
Geringsten eurer Brüder antut, das tut ihr Mir an — und euch selbst. Was
ihr nicht wollt, daß man euch tu, das fügt auch keinem eurer Nächsten zu —
denn alles, was von euch ausgeht, kommt wieder auf euch zurück. Deshalb
prüft eure Gedanken und hütet eure Zunge!
7. Gehet ein durch die enge Pforte. Denn schmal ist der Pfad und eng
ist die Pforte, die zum Leben führen, und wenige sind ihrer, die sie
finden. Doch weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben
führt, und ihrer sind viele, die darauf wandeln. (Kap. 27, 7)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
»... schmal ist der Pfad und eng ist die Pforte, die zum Leben führen«
bedeutet: In jedem, der sich bemüht, den schmalen Weg zum Leben zu
wandeln, meldet sich der Finsterling und zeigt ihm — wie Mir als Jesus von
Nazareth — die Schätze und Annehmlichkeiten dieser Welt. Täglich gilt es
aufs neue, dem Satanischen zu widerstehen und ihm zu widersagen. Wer nicht
wachsam ist, der wird ihm hörig.
Erkennet: Jeder, der die ersten Schritte hin zum Leben vollzieht, fühlt
sich zuerst eingeengt und eingeschränkt, bis er sich endgültig entschieden
hat. Denn was er bisher an Menschlichem gedacht und getan hat, das soll er
nun lassen.
Die ersten Schritte gehen in das Ungewisse — sie heißen Glauben und
Vertrauen. Bis die ersten Schritte getan sind, ist der Pfad zum Leben
schmal und eng. Die ersten Hürden, die auf dem Wege zum Herzen Gottes
genommen werden sollten, heißen: Denke um, und unterlasse die alten,
menschlichen Gewohnheiten! Bereue, vergib, bitte um Vergebung, und sündige
nicht mehr! Das bedeutet für jeden einzelnen eigene Anstrengung und
Umstellung alles dessen, was bei ihm bisher üblich war.
Wer jedoch mit Meiner Kraft durchsteht, der wird den schmalen Pfad
verlassen und dann auf die große Lichtstraße in das Reich des Inneren
gelangen, auf der er mit den Wanderern in das Licht dem Tor zur
Absolutheit zustrebt, dem Leben in Gott.
Jeden Tag wird der Mensch geprüft: für oder wider Gott.
Wer sich gegen Mich entscheidet, indem er alle menschlichen
Annehmlichkeiten behält und all das, was ihn menschlich macht, der wird
auf der breiten, dunklen Straße nicht in Versuchung geführt werden, da er
sich dem Versucher verschrieben hat. Auf dieser Straße ins Verderben
wandeln gar viele. Sie werden nicht geprüft wie jene, die den schmalen
Pfad zum Leben gehen.
Wer sich dem Versucher verschrieben hat, der sagt damit auch
uneingeschränkt zu dem ja, was er auf Grund seiner Saat zu ernten hat.
8. Hütet euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch
kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind. An ihren Früchten sollt ihr sie
erkennen. Kann man Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den
Disteln?
9. Ebenso bringt jeglicher gute Baum gute Frucht, aber ein fauler Baum
bringt schlechte Frucht. Ein jeglicher Baum, der keine gute Frucht bringt,
ist nur noch dazu gut, umgehauen und ins Feuer geworfen zu werden. Darum,
an ihren Früchten sollt ihr das Gute von dem Schlechten unterscheiden.
(Kap. 27, 8-9)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Am Ende der materialistischen Tage, der »Raff- und Gierzeit«, werden viele
falsche Propheten auftreten. Sie werden viel über die Liebe Gottes reden —
und doch sind ihre Werke Menschenwerke. Nicht der ist ein echter Prophet
und ein geistig Weiser, der von der Liebe Gottes spricht, sondern allein
der, dessen Werke gut sind.
Die Gabe zu prüfen hat jedoch nur derjenige, der zuerst seine eigene
Gesinnung prüft: ob er selbst wahrhaft an das Evangelium der selbstlosen
Liebe glaubt und auch den Sinn des Evangeliums erfüllt — und was er selbst
schon aus selbstloser Liebe an seinem Nächsten verwirklicht hat.
Ihr könnt erst dann eure Mitmenschen erkennen und die Unterschiede von
Gut, weniger Gut und Schlecht erspüren, wenn ihr einige Grade geistiger
Reife erlangt habt.
Wer seine Nächsten noch verurteilt und über sie negativ denkt und spricht,
der kann seine Mitmenschen noch nicht prüfen. Ihm mangelt es an der
Unterscheidungsgabe. Er urteilt nur — und prüft nicht.
Wenn ihr selbst noch eine schlechte Frucht seid, wie könnt ihr die guten
Früchte erkennen? Wer Gottes Gesetze nicht verwirklicht, dem fehlt es also
an der Unterscheidungsgabe, was gut, weniger gut und schlecht ist.
Wer seinen Nächsten prüfen möchte, der prüfe also zuerst sich selbst, ob
er die Gabe der Unterscheidung besitzt zwischen gerecht und ungerecht.
Sehr rasch kann eine gute Frucht verworfen werden und die schlechte
bejaht: dann, wenn die faule Frucht sich mit viel Reden hervortat und mit
viel scheinbar überzeugenden Worten und Gesten wirkt.
Erkennet: Gleiches zieht zu Gleichem. Wer selbst noch eine faule Frucht
ist, dem sind die faulen Früchte näher als die guten. Wer jedoch selbstlos
ist, der ist eine gute Frucht, dem ist auch das Gute, das Selbstlose,
nahe.
Wer selbstlos ist, der hat auch die Unterscheidungsgabe zwischen den
guten, den weniger guten und den schlechten Früchten. Wer also die guten
von den schlechten Früchten unterscheiden möchte, der muß zuerst selbst
eine gute Frucht sein. Nur die gute Frucht kann die schlechte erkennen.
Die schlechte Frucht sucht immer wieder ihre gleichgesinnten schlechten
Früchte, um gegen die guten vorzugehen. Die schlechten Früchte
verurteilen, verwerfen, richten und binden.
Die guten, reifen Früchte haben Verständnis, sind wohlwollend und tolerant
und ihrem Nächsten gegenüber gütig. Sie sprechen wohl die Mißstände an,
doch sie bewahren ihre Nächsten in ihrem Herzen. Das bedeutet: Sie
urteilen, verurteilen und richten nicht mehr.
Ich wiederhole: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Die gute Frucht kennt die schlechte Frucht, doch die schlechte Frucht
erkennt nicht die gute Frucht. Die gute Frucht schaut einzig auf das Gute,
die schlechte Frucht einzig auf das Schlechte. Entsprechend denkt, spricht
und handelt der Mensch.
10. Es werden nicht alle, die zu Mir sagen: Herr! Herr! in das
Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun Meines Vaters der im Himmel
ist. Es werden viele zu Mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir
nicht in Deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in Deinem Namen Teufel
ausgetrieben? Haben wir nicht in Deinem Namen viele wunderbare Werke
getan? Dann werde Ich zu ihnen sprechen: Ich habe euch noch nie gekannt;
weichet alle von Mir, die ihr Böses bewirkt. (Kap. 27, 10)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wer nur Meinen Namen anruft und nicht den Willen Meines Vaters erfüllt,
der ist trotz seiner scheinbar geistig wirkungsvollen Reden und seiner
scheinbar verbindlichen Worte arm im Geiste und wird nicht in das
Himmelreich eingehen.
Wer jedoch selbstlose Taten vollbringt, ohne Lohn und Anerkennung zu
erwarten, der ist es, der den Willen Meines Vaters tut; denn so, wie er
handelt, so denkt und spricht er auch.
Selbstlose Taten entstehen einzig aus gotterfüllten Empfindungen und
Gedanken. Sind die Gedanken des Menschen unlauter, dann sind auch seine
Worte schal und seine Taten ichbezogen.
Erkennet: Wer dem Anschein nach aus dem Ich Bin spricht, also scheinbar
Mein Wort spricht, und dem Anschein nach in Meinem Namen Taten vollbringt
und davon gut lebt, der hat schon seinen Lohn empfangen. Er wird im Himmel
keinen Lohn mehr erhalten. Wer selbstlos Werke der Liebe tut und für sein
irdisches Brot arbeitet, der wird im Himmel den gerechten Lohn empfangen.
Erkennet: Das geistige Brot ist die geistige Nahrung der Seele. Das Brot
für den Leib soll nach dem Gesetz von »Bete und arbeite« verdient werden.
Das geistige Brot kommt von den Himmeln und wird denen gereicht, die das
Gesetz der Liebe und des Lebens wahren und auch das Gebot »Bete und
arbeite« erfüllen.
Die irdische Speise schenkt Gott den Menschen durch die Erde. Die Früchte
der Erde bedürfen der Zubereitung durch der Hände Arbeit. So ist der
Arbeiter seines Lohnes wert.
Erkennt den Unterschied zwischen dem Brot für die Seele und dem Brot für
den irdischen Leib! Wohl entströmen beide einer Quelle, jedoch ist das
eine geistig und wird der Seele gereicht, und das andere ist verdichteter
Stoff, Materie, und wird dem physischen Körper gegeben. Was der große
Geist, Gott, den Menschen für ihren physischen Körper schenkt, bedarf
menschlicher Arbeit; z. B. muß gesät, bestellt, geerntet und aufbereitet
werden. Dafür soll der Mensch auch vom Menschen entlohnt werden.
In das Reich Gottes wird nur der aufgenommen werden, der alles aus Liebe
zu Gott und den Menschen tut.
11. Darum, wer diese Meine Wort hört und sie befolgt, den vergleiche
Ich mit einem klugen Mann, der sein Haus fest auf einem Felsen baute. Und
ein Regen fiel und die Fluten kamen und die Winde bliesen um dieses Haus:
und es fiel nicht ein; denn es war auf einen Felsen gegründet.
12. Und wer diese Meine Worte hört und sie nicht befolgt, der sei mit
einem törichten Mann verglichen, der sein Haus auf Sand baute. Und ein
Regen fiel und die Fluten kamen und die Winde bliesen und stießen an das
Haus, und es fiel ein, und groß war sein Sturz. Aber eine Stadt, welche
fest gebaut ist, ummauert in einem Kreis fest oder auf dem Gipfel eines
Berges und auf einen Felsen gegründet, kann niemals fallen noch verborgen
sein.«
13. Und es geschah, daß Jesus diese Rede vollendet hatte, erstaunte das
Volk über Seine Lehre. Denn Er sprach Kopf und Herz an, wenn Er lehrte und
redete nicht wie die Schriftgelehrten, die nur von Amtes wegen lehrten.
(Kap. 27, 11-13)
Christus erklärt, berichtigt
und vertieft das Wort:
Wer Meine Worte hört und befolgt, der entwickelt sein geistiges Leben. Er
gründet sein Leben auf Mich, den Felsen. Dann wird er auch jeglichen
Stürmen und Fluten standhalten. Nach diesem Erdenleben wird seine Seele
bewußt in das geistige Leben eingehen und dort kein Fremdling sein, weil
der Mensch schon auf Erden im Reiche des Inneren gelebt hat.
Der Prophetische Geist ist das Feuer in dem Propheten und in allen
Erleuchteten. Gott sprach und spricht durch sie nicht wie jene, »die nur
von Amtes wegen lehrten«. Die Propheten und Erleuchteten sprachen und
sprechen aus der Vollmacht des Ewigen, des redenden Gottes, ob es die
Menschen wahrhaben möchten oder nicht.
Es steht geschrieben: »Er sprach Kopf und Herz an.« Was der Intellekt, der
Kopf, aufnimmt, das wird von den »Kopfdenkern« beredet und diskutiert.
Trotz allem fällt so manch kleiner Same in ihr Herz. Wer das Wort des
Lebens mit dem Herzen aufnimmt, der bewegt es auch in seinem Herzen und
bringt die gute Saat, das Leben, sofort zum Keimen.Wer jedoch das Wort
Gottes nur mit dem Intellekt erfassen will, der wird später — vielleicht
erst nach einigen Schicksalsschlägen — erkennen müssen, was er durch seine
Zweifel und durch seinen Verstandesdünkel abgelehnt hat. Er muß erkennen,
daß der Same, das Wort Gottes, das aus dem Füllhorn des Lebens durch
Propheten und Erleuchtete gegeben wurde, ihm viel erspart hätte.
Das Buch »Das ist Mein Wort« wirkt in die Neue Zeit, in die Zeit des
Christus, hinein. Mein Leben einst als Jesus von Nazareth und Mein Wort
als Christus heute [1989] sind die Grundlage.
Für das Leben und Denken der Menschen der Neuen Zeit im Friedensreich Jesu
Christi wird Maßstab sein, wie Ich als Jesus von Nazareth gedacht, gelehrt
und gelebt habe. Auf diese Weise Bin Ich ihnen sehr nahe. Sie werden Mich
im Geiste als ihren Bruder begrüßen und Mich als Herrscher des Reiches
Gottes auf Erden an- und aufnehmen.
Dieses Buch ist ein Werk der Liebe und des Lebens. Aus ihm erfahren die
Menschen im Friedensreich auch, wie Ich die Lichtzeit auf der Erde
eingeleitet und aufgebaut habe. Sie erfahren, daß Ich durch viele Getreue
gewirkt habe, die mit Mir für die Neue Zeit gekämpft und gelitten haben.
Dieses Buch »Das ist Mein Wort«, ist damit ein historisches Dokument. es
wird sowohl jetzt — in der zur Neige gehenden alten Welt — als auch dann —
in der immer mehr aufbrechenden Neuen Zeit — gelesen werden.
Die Menschen erkennen daraus auch die Erfüllung des göttlichen
Erlöserauftrages, angefangen von Meinem Wirken als Jesus von Nazareth,
dann als Erlöser, als Christus Gottes — und nun als Erbauer der Neuen
Zeit, in der Ich Mein Kommen als Herrscher des Friedensreiches vorbereite,
in der Ich denen Bruder Bin, die mit Mir und den vielen, deren Herzen rein
sind, in der Bruderschaft Christi leben.
Die Bibel der Christenheit enthält die Zehn Gebote Gottes, die Mose der
Menschheit brachte, und auch Teile der Lehre Jesu von Nazareth.
In Seinem Offenbarungswerk »Das ist Mein Wort. Alpha
und Omega, Das Evangelium Jesu —Die
Christus-Offenbarung, welche inzwischen die wahren Christen in aller Welt
kennen« legt Christus jetzt durch das Prophetische Wort alle wesentlichen
Aspekte Seines Erdenlebens und Seiner Lehre dar, die weit über den Inhalt
der Bibel hinausgehen.
Dort erfahren wir auch (Kap. 46, 7-21), daß Jesus bereits vor zweitausend
Jahren der Menschheit die Zwölf Gebote gab, die Gebote für das werdende
Friedensreich auf dieser Erde. Sie sind eine Fortführung der Zehn Gebote
Mose durch Christus, den Sohn Gottes, den Erlöser aller Menschen und
Seelen. In diesem Offenbarungswerk heißt es:
Und Jesus sprach zu ihnen: »Siehe, Ich gebe euch ein neues Gesetz,
welches aber nicht neu ist, sondern alt. Ebenso wie Moses die Zehn Gebote
gab dem Volk Israel dem Fleische nach, so will Ich euch die zwölf Gebote
geben für das Reich Israel dem Heiligen Geiste nach.
Wer ist dieses Israel Gottes? Alle aus jedem Volk und jedem Stamme,
welche Gerechtigkeit üben, Liebe und Barmherzigkeit und Meine Gebote
befolgen, diese sind das wahre Israel Gottes.« Und sich erhebend, sprach
Jesus:
»Höre, o Israel, Jehova, dein Gott, ist der Eine.
Ich habe viele Seher und Propheten. In Mir leben und bewegen sich alle und
haben ihr Dasein.
Ihr sollt nicht das Leben nehmen irgendeinem
Geschöpfe aus Vergnügen oder zu eurem Vorteil, noch es quälen.
Ihr sollt nicht das Gut eines anderen stehlen,
auch nicht für euch selbst Länder und Reichtümer sammeln, mehr, als ihr
bedürfet.
Ihr sollt nicht das Fleisch essen noch das Blut
eines getöteten Geschöpfes trinken, noch etwas anderes, wel-ches Schaden
eurer Gesundheit oder eurem Bewußt-sein bringt.
Ihr sollt keine unreinen Ehen schließen, wo keine
Liebe und Reinheit sind, noch euch selbst verderben oder irgendein
Geschöpf, das von dem Heiligen rein geschaffen worden ist.
Ihr sollt kein falsches Zeugnis geben gegen euren
Nächsten, noch willentlich jemand täuschen durch eine Lüge, um ihm zu
schaden.
Ihr sollt niemandem tun, was ihr nicht wollt, daß
man euch tue.
Ihr sollt anbeten den einen, den Vater im Himmel,
von dem alles kommt, und ehren Seinen heiligen Namen.
Ihr sollt ehren (»ehren« bedeutet hier soviel wie
»achten«.) eure Väter und Mütter, welche für euch sorgen, ebenso alle
gerechten Lehrer.
Ihr sollt lieben und beschützen die Schwachen und
Unterdrückten und alle Geschöpfe, welche Unrecht erleiden.
Ihr sollt mit euren Händen alles erarbeiten, was
gut und geboten ist. So sollt ihr essen die Früchte der Erde, auf daß ihr
lange lebt in dem Land.
Ihr sollt euch reinigen alle Tage und am
siebenten Tage ausruhen von eurer Arbeit und den Sabbat und die Feste
eures Gottes heilig halten.
Ihr sollt den anderen das tun, was ihr wollt, das
man euch tue.«

Dieser Text ist auch als Buch "Die Bergpredigt" erhältlich. Zu bestellen,
bei
Verlag DAS
WORT
»Der Tatglaube ist die Umsetzung der
Zehn Gottesgebote
und der Bergpredigt Jesu im Alltag. Leben nach der Bergpredigt bedeutet,
die Freiheit, die uns von Gott gegeben ist, so zu nutzen, dass sie
sowohl uns als auch unseren Mitmenschen zu höherer Lebensqualität, zu
Freiheit,
Einheit, Brüderlichkeit = Frieden, zu Gerechtigkeit, zu Kraft, Liebe und
Weisheit und zu geistigem Wachstum verhilft... Jesus lehrte also den
Tatglauben, die einzige Möglichkeit, um wahrhaft frei zu werden. in
Seiner Bergpredigt sagt Er:
"Wer Meine Wort hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der
sein Haus auf Fels baute."« (Aus
"Der
Gabriele-Brief für Freiheitsdenker")

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